Samstag, 24. Oktober 2015

Vegan segeln - Interview mit SAILORAMA Segelreisen


Heute stelle ich Euch Hansjörg von SAILORAMA Segelreisen vor. Das österreichische Reisebüro ist spezialisiert auf all-inclusive Aktiv-Segelreisen und Segeltörns und auch vegane Gäste kommen dort voll auf ihre Kosten.

Hallo Hansjörg, stell dich doch mal bitte kurz vor und erzähl uns, was du so machst. Was bzw. wer ist Sailorama und seit wann gibt es euch?

Hallo liebe Linda! SAILORAMA Segelreisen gibt’s schon lang, seit 2004, um genau zu sein. Auch davor war ich am Wasser aktiv und arbeitete als Profiskipper. Aber ich versuche mal, eine Reihenfolge reinzukriegen: mein Name ist Hansjörg Winkler, geboren 1971. Ich bin in Graz/Österreich aufgewachsen und studierte dort auch Soziologie. Inhaltlich war das Studium superinteressant, aber nach Abschluss der Uni zog es mich aufs Meer.


Nach ein paar Jahren als Profiskipper gründete ich die Mitsegleragentur SAILORAMA Segelreisen. Wir -das sind meine Frau, mehrere Skipper und ich - veranstalten Urlaubsreisen auf Segelyachten. Da wir selbst alle keine Lust haben, auf ausgetretenen Pfaden zu spazieren bzw. auf langweiligen Routen zu segeln, haben wir mehrere neue Elemente in das Segelbusiness gebracht: bei uns gibt’s – im Gegensatz zu fast allen andern Anbietern – keine Nebenkosten, denn sowohl die Verpflegung als auch alle laufenden Kosten während der Reise sind inklusive, meist auch die Transfers. Damit bieten wir eine übersichtliche Kostenkontrolle.

Aber das wirklich Besondere bei uns ist, dass fast alle Reisen viel mehr bieten als nur Wasser: wir kombinieren unsere Segelreisen mit Trekkingtouren in Marokko, mit Wanderausflügen in Kroatien, mit Vulkanausflügen bei den Äolischen Inseln, wir machen Silvester-Segeltörns ab Malaga nach Marokko und Gibraltar. Und wenn wir einmal nur – ohne grosses Landprogramm – ab Mallorca „nur“ zu den Sandbuchten bei Menorca segeln, dann ist drauf Verlass, dass wir die schönsten Beaches ansegeln, feine Musik hören, dass wir auch mal ganz relaxt am einsamen Sandstrand zu Abend essen, kurz: dass unsere eigene Leidenschaft die Stimmung prägt.




Wie kamt Ihr auf die Idee, nun auch veganes Essen anzubieten bzw. eine rein vegane Segelreise anzubieten?


Ich bin überzeugt, dass sich vegan oder vegetarisch ernährende Menschen ein Recht darauf haben, auch im Urlaub stressfrei essen zu können. Bei sich gemischt ernährenden Reisegruppen ist es oft schwierig, alle Geschmäcker zu befriedigen. Außerdem steht man als VegetarierIn oder VeganerIn irgendwie immer im Rechtfertigungszwang. 

Es gibt im deutschsprachigen Raum nach unserem Wissen keine 100% veganen Segeltörns – außer bei uns. Ich bin mir sicher, das viele Menschen, die rein pflanzliche Ernährung bevorzugen, gerne einmal eine Woche segeln gehen wollen, aber berechtigte Sorge haben, ihre Ernährungsweise völlig problemfrei leben zu können. Daher bieten wir unser Segelreise-Angebot auch gezielt an VeganerInnen und VegetarierInnen an: wir bieten „ganz normale“, coole, lustige, sportliche, abenteuerliche, entspannende, bereichernde Segeltörns – nur eben mit veganer Küche. Vegan segeln ist einfach einfach.

Wohin führt eure erste Segelreise mit rein pflanzlicher Verpflegung und was genau erwartet den geneigten Urlauber dort?


Im Jahr 2016 bieten wir derzeit sechs einwöchige Segelreisen an, bei denen ausschliesslich vegan gekocht wird. Die Segeltörns starten in Malaga/Andalusien. Malaga ist per Flieger leicht aus Mitteleuropa zu erreichen.


Von der spanischen Küste segeln wir nach Marokko und besuchen dort den Sukh und die Medina der Königsstadt Tetouan. Die Medina der zauberhaften Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und ich bin seit Jahren verliebt in dieses bunt-chaotische maurische Labyrinth.

Anschließend segeln wir zur berühmten spanischen Enklave Ceuta in Afrika, danach geht’s quer über die Straße von Gibraltar nach Tarifa. Ceutas Architektur ist art deco, also in spanischem Jugendstil. Die spanische Enklavenstadt in Afrika hat als EU-Außengrenze eine eher problematische Berühmtheit, aber ganz ehrlich liegt es mir nicht, davor die Augen zu verschließen und ich möchte mit meinen Mitseglerinnen und Mitseglern auch über die dortige Grenzsituation diskutieren. Tarifa ist als Surfer-Hotspot berühmt und hat eine süße und verträumte Altstadt und ist irgendwie „ausgehängt“ – ein schräges, sympathisches Stück Welt! Danach segeln wir in die Kronkolonie Gibraltar und haben Gelegenheit, auf den Affenfelsen zu wandern, der – als die eine Säule des Herakles – die Straße von Gibraltar überragt und fantastische Ausblicke auf den Atlantik, auf das Mittelmeer und nach Afrika bietet.



Die Segelreise selbst ist eine Aktiv-Reise. An Bord arbeiten alle gemeinsam unter Anleitung des Skippers mit. Es gibt genug Gelegenheit, viel übers Segeln selbst zu lernen, die Kulturen der drei bereisten Ziele (spanisches Analusien, Nordmarokko, britisches Gibraltar) kennen zu lernen.



Wie ich gerade merke, liebe Linda, gehe ich ja gar nicht richtig auf deine Frage bezüglich der pflanzlichen Ernährung ein, sondern erzähle nur vom Segeln selbst und den Reisezielen. Das liegt daran, dass ich es eigentlich selbstverständlich finde, dass bei diesen Segeltörns vegan gekocht wird. Aber hier die kulinarischen Details: in der marokkanischen Königsstadt Tetouan, in Ceuta und in Tarifa besuchen wir vegetarisch/vegane Restaurants. In Gibraltar bekommen wir veganes Catering aufs Schiff. Die anderen Abende kochen wir selbst, machen auch selbst Frühstück und Mittagssnack. Im Sukh in Tetouan kaufen wir gemeinsam Verpflegung ein. An Bord haben wir jede Menge marokkanische und andere Gewürze und so gibt es jede Menge auszuprobieren, kennenzulernen, herzuzeigen, vorzukochen, zu genießen.


Sind weitere Reisen dieser Art geplant?

Im Sommer 2016 werden wir – unter veganer Flagge - mehrere Male ab Mallorca zu den Sandbuchten Menorcas segeln. Dieser einwöchige Segeltörn ist einer meiner liebsten, denn die lockere chillout-Atmosphäre der Insel ist unschlagbar. Mit an Bord haben wir eine super-kreative Vegan-Köchin, sodass man sich nicht mal selbst ums Essen zu kümmern braucht. Die Reise stellen wir erst mit Jahresbeginn online, aber wer Interesse hat, kann uns gern eine Nachricht senden.

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