Sonntag, 16. November 2014

Mal wieder vegan in Berlin


Lang, lang ist's her, genauer gesagt schon fast 2 Jahre, seit ich das letzte Mal in Berlin war. Zuletzt war ich außerdem nur für ein paar Tage geschäftlich in Spandau, wodurch ich leider nicht so viel Gelegenheit hatte, auf kulinarische Entdeckungsreise zu gehen.

Aber vor Kurzem habe ich beschlossen, dass es mal wieder an der Zeit ist, unsere Hauptstadt zu besuchen. Mein Mann ist nämlich 40 geworden und zu diesem Anlass habe ich ihm einen Besuch des Computerspielemuseum geschenkt, denn er ist ein echter Konsolen-Zocker und Computer-Nerd. Außerdem war noch ein Candle-Light-Dinner im Mio Matto geplant und ein bisschen Kultur (und natürlich viel, viel Essen).

Das Computerspielemuseum befindet sich in Friedrichshain, ebenso einer der Veganz Supermärkte nebst Mio Matto Restaurant. Darum machte es absolut Sinn, dort in der Nähe auch unsere Übernachtung zu buchen. Und einiges an Gastronomie mit veganem Angebot ist in Freidrichshain auch zu finden, z.B. das Laauma, das Yoyo Foodworld, um hier nur mal einige zu nennen.

Über die Sendung "Mein himmlisches Hotel" auf VOX bin ich auf ein Hostel aufmerksam geworden, dass von zwei ehemaligen Artisten des DDR-Staatszirkus geführt wird. Echt durchgeknallte Typen und supersympatisch! Das Ostel befindet sich in einem bunt angestrichenen Plattenbau und die Zimmer sind schick im DDR-Stil der 70er und 80er  Jahre eingerichtet. Außerdem ist die Übernachtung supergünstig. Aber Achtung! Nicht alle Zimmer haben ein eigenes Bad. Sollte Euch das wichtig sein, achtet bitte bei Eurer Reservierung darauf.

Ostel 
Wriezener Karree 5 
10243 Berlin 




An der Rezeption hängen Uhren, die die Ortszeit von Moskau, Kuba und Peking anzeigen ;)

Wir waren einigermaßen zufrieden mit unserem Zimmer. Es war ziemlich groß, das Badezimmer ebenfalls, aber das Bett superunbequem und wir hatten zwar nicht viel Komfort erwartet, aber im Bad gab es null Ablagemöglichkeiten, das Wasser in der Dusche lief nicht richtig ab und im Zimmer hatten wir keinen Schrank....



Statt einem Fernsehgerät gab es lediglich ein Radio

Aber für 46,- EUR pro Nacht fand ich das Preis-Leistungs-Verhältnis echt OK (da wäre sogar rein theoretisch Frühstück noch mit dabei gewesen). Dieses Mal war außerdem nicht ich die verwöhnte Prinzessin (ich fand das Zimmer echt in Ordnung), aber mein Mann war dieses Mal etwas piensig. Was für mich allerdings furchtbar war, waren die Kopfkissen mit Daunenfüllung *heul* Megaekelhaft und auch unhygienisch. Ich muss mir echt mal angewöhnen, auf Reisen mein eigenes Kuschelkissen einzupacken.

Aber kommen wir nun zum Essen:

Am ersten Abend, nachdem wir eingecheckt hatten, sind wir zu Fuß ins Mio Matto gelaufen. 



Mio Matto
Warschauer Str. 33
10243 Berlin 
www.miomatto.de

Anhand der Speisekarte wussten wir nicht so recht, was uns erwarten würde, denn man kann nur komplette Menüs bestellen und die Karte verrät nur, aus welchen Zutaten das Gericht besteht und nicht, um was für ein Gericht es sich handelt. Ich hatte das Menü 3 und der Göttergatte das Menü 2. Wir wurden jedenfalls absolut positiv überrascht!





Menü 3 (glutenfrei, sojafrei) - 4 Gänge: 32,00 EUR

Vorspeise: Reis, Nori, Erbse, Papaya, Minze
Zwischengang: Tee, Pilze, Zwiebel, Kräuter
Hauptgang: Kürbis, Quinoa, Kokos, Apfel, Curry
Dessert: Blaubeere, Tapioka, Mais, Limette, Vanille

Menü 2 (regional und saisonal) - 4 Gänge 43,00 EUR


Vorspeise: Blumenkohl, Saatgut, Kokosnussmilch, schwarzer Senf
Zwischengang: Fenchel, Pilze, Yuzu
Hauptgang: Schwarzwurzel, Radieschen, Quinoa
Dessert: Birne, Süßholz, Mandel

Am nächsten Morgen sind wir den gleichen Weg wieder marschiert (sind ja nur ca. 10 Minuten) für ein "kleines" Frühstück im Goodies im Veganz.




Zuerst haben wir uns einen Mohnzopf geteilt und dann gab es noch für jeden einen Wrap und ich habe dazu einen Wildkräuter-Smoothie getrunken, mein Mann eine Club-Mate Cola.


Leckerer Mohnzopf
Caesar Salad Wrap & "Free Nemo" mit roter Bete, Wakame, Rucola und Veganaise

Danach haben wir uns mit dem Auto durch Verkehrschaos gekämpft. Ich unterschätze immer wieder, wie groß die Strecken innerhalb von Berlin sind und wieviel Zeit es in Anspruch nimmt, von A nach B zu kommen. Und das nun auch noch weniger Tage vor dem 25. Jahrestag des Mauerfalls, die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten liefen bereits in vollem Gange - vor allem rund um das Brandenburger Tor.

Wir haben jedenfalls das obligatorische Bild vom Brandenburger Tor gemacht und danach sind wir in der Umgebung rumgelaufen und haben einfach die Stadt auf uns wirken lassen. Laut Schrittzähler haben wir an diesem Tag 25.000 Schritte zurückgelegt!




Mittags waren mir mit einem anderen veganen Weltenbummler verabredet, nämlich mit Justin P. Moore von The Lotus and the Artichoke. Wir tauschen uns schon länger schriftlich aus, ich durfte ihn ja auch schonmal für mein Blog interviewen. Das war allerdings das erste persönliche Treffen und das war auch höchste Zeit. Es war nämlich ein sehr kurzweiliger und angenehmer Nachmittag.

Wir haben im Fast Rabbit Dirty Rolls gegessen und im Anschluss waren wir noch in der Chaostheorie, der ersten veganen Cocktailbar Berlins und dort haben wir noch etwas Süßes nachgeschoben in Form eines Cremetörtchens und eines Cocktails (natürlich).

Fast Rabbit
Eberswalder Str. 1
10437 Berlin (Prenzlauer Berg)
www..facebook.com/fastrabbitfood






Mixed Up Dirty Roll mit Salat und Green Detox (Spinat, Banane. Apfel. Spirulina, Minze und Liebe)

Bei der Gelegenheit konnten wir dann auch Holger kennenlernen, der in der Chaostheorie als Barkeeper arbeitet.Die meisten hier dürften Holger aus "Das perfekte Dinner" kennen, denn er hat bei der ersten 100% veganen Version des perfekten Dinners mitgemacht.

Witzig fand ich, dass er mich mit den Worten begrüßt hat "Ich hab Dich heute morgen bei Instagram gesehen" :D Und meine Antwort war "Ich hab Dich im Fernsehen gesehen." ;)

Jedenfalls kennt er sich mit Pussies aus - das ist eine spezielle Art von Cocktail in der Chaostheorie mit Mango, Limette, Minze, Holunder, braunem Zucker, Licor 43 und wahlweise Whiskey, Gin, Vodka oder Captain Morgan.

Die Chaostheorie
Lychener Str. 4
10437 Berlin (Prenzlauer Berg) 






Zwei vegane Weltenbummler
Holger - der mit den Krabben tanzt
Captain Pussy (mit Captain Morgan) & Pussy Riot (mit Vodka)
Dazu gab es ein lecker Tresor Cremetörtchen mit Nougat-Schoko-Karamell-Füllung


Und für alle, die Justins erstes Kochbuch schon super fanden, die dürfen sich schon sehr auf sein zweites freuen, das Ende November beim Ventil Verlag rauskommen wird:
The Lotus and the Artichoke - Mexico! mit 50 leckeren veganen Rezepten, inspiriert von einer dreimonatigen Reise durch Mexiko. Appetit holen kann man sich schonmal auf Justins Facebook-Seite.

Nachmittags waren wir dann am Alexanderplatz zum Window Shopping und abends gab es einen leckeren Burrito bzw. eine Burrito Bowl bei Dolores.

Dolores Burritos 
Rosa-Luxemburg-Str. 7
10178 Berlin 
www.dolores-online.de
www.facebook.com/DoloresBurritos 



Hinterher ist uns dann aufgefallen, dass wir morgens, mittags UND ABENDS (!) Wraps gegessen haben. Schon witzig und absolut nicht mit Absicht, jedenfalls waren alle auf ihre Art superlecker. Authentisch und so wie man sie sich vorstellt, sind aber halt vor allem die von Dolores. Absolut geilo!



Meine Burrito Bowl war ein "Super Soy", nur ohne Sour Cream, aber mit:
  • lime cilantro soy meat
  • guacamole
  • smoky peanut salsa
  • mexican super rice
  • black beans
  • fajita veggies
  • eisbergsalat
Mein Mann hatte den Burrito "Vegan Lover" mit:
  • smoky corn soy meat
  • guacamole
  • smoky peanut salsa
  • mexican super rice
  • black beans
  • fajita veggies
  • eisbergsalat
Am nächsten Tag gab es zum Frühstück ne Apfeltasche und ein Franzbrötchen von Kamps. Und dann sind wir ins DDR Museum gegangen. Weil ein bisschen Kultur muss ja auch sein.



DDR Museum
Karl-Liebknecht-Str. 1
direkt an der Spree,
gegenüber dem Berliner Dom
10178 Berlin

www.ddr-museum.de 





Danach wollte ich unbedingt die Onigiris von Rice Up Onigiri testen, denn ich liebe Onigiri! Bisher kannte ich vor allem die aus Düsseldorf von Waraku, bei uns in der Nähe gibt es sowas leider nicht. Dafür waren wir extra in Kreuzberg am U-Bahnhof Schönleinstraße, wo sie an einem Kiosk verkauft werden. Ansonsten sind sie auch erhältlich bei LPG Biomarkt und BIO COMPANY.

RiCE UP Onigiri
Kiosk U8 Schönleinstraße
Berlin (Kreuzberg) 
www.rice-up.de



Die Sorten Shitakepilze & Hokkaidokürbis, Limette-Koriander und Erdnuss-Miso sind vegan.
 

Nachmittags zog es uns dann nach Oraniennburg, in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen. Bisher hatte ich mich erfolgreich dagegen gewehrt, mir sowas aus der Nahe anzuschauen. Ich meide auch Filme, die den 2. Weltkrieg und das Nazi-Regime zum Thema haben (bis auf "Das Leben ist schön" und "Schindlers Liste"). Ich kenne mich und weiß, wie sensibel ich bin und ich bin der Meinung, dass ich auch so genügend über diese dunkle Epoche der Menschheitsgeschichte weiß, um beurteilen zu können, dass es furchtbar schrecklich war und wir um jeden Preis verhindern müssen, dass so etwas nochmal passiert - wehret den Anfängen! Und wie mein Papa schon immer zu mir sagte: Nur, wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft mitbestimmen.

Ich bin trotzdem froh, dass wir dort waren und ich nun mehr über diverse Einzelschicksale weiß und dass z.B. auch Sozialdemokraten und Gewerkschaftler dorthin deportiert wurden. Ich fand es jedenfalls sehr bewegend.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen 
Straße der Nationen 22
16515 Oranienburg
www.stiftung-bg.de 




Nach dieser Erfahrung dachte ich mir eigentlich, ich kann gar nicht so viel fressen wie ich gerne kotzen möchte, aber irgendwann meldet sich dann doch wieder der Hunger und ein Besuch der Braugaststätte Vaust stand noch auf meiner Liste der Locations, die unbedingt besucht werden mussten.

Dort gibt es nämlich eine tolle komplett vegane Speisekarte und dazu selbst gebrautes Bier. Wir haben uns beide für die  marinierten Soja-Scheiben "Sauerbraten-Art" mit Rotwein-Wurzelgemüse-Sauce, Apfel-Rotkraut und Kartoffelklößchen entschieden und danach haben wir uns ein Stück dunklen Schokoladenkuchen mit cremiger Ganache geteilt. Der Hammer!

Braugaststätte Vaust
Pestalozzistr. 8
10625 Berlin (Charlottenburg)
www.vaust-berlin.de



Marinierte Soja-Scheiben "Sauerbraten-Art" mit Rotwein-Wurzelgemüse-Sauce, Apfel-Rotkraut und Kartoffelklößchen
Dunkler Schokoladenkuchen mit cremiger Ganache
Am nächsten  Morgen sind wir in unserem Kiez Friedrichshain zum Frühstücken ins Café Laauma gegangen.

Laauma
Sonntagstraße 26
10245 Berlin (Friedrichshain)
www.laauma.com 
www.facebook.com/laauma 




Ich habe mich gleich mit einem Sticker an der Wand verewigt und habe mich tierisch gefreut, bereits einen Aufkleber von meiner geliebten Kombüse (mein Lieblingsladen in Mannheim) vorzufinden.







Wir haben uns 3 Stullen geteilt: eine mit veganerm Eiersalat und Essiggürkchen, eine mit Tomate und Rucola und eine mit gegrilltem Gemüse und Pesto
Mit dem Willi Wonka Kuchen (Kakako-Brownie-Boden mit Vanillecreme und Schokodecke - glutenfrei) haben wir auch noch halbe-halbe gemacht, ich hatte dazu einen grünen Smoothie (Dr. Greenthumb mit Apfel, Ananas, Banane, Ingwer, Grün der Saison und Gerstengras)

Dann ging es "endlich" ab ins Computerspielemuseum. Okay, ich war nicht wirklich scharf darauf, aber der Mann meinte, ich muss mit, ich könnte da bestimmt noch was lernen *gähn*. Also für mich persönlich war es nix, aber das Geburtstagsgeschenk kam an und die Hauptsache ist ja, dass es ihm dort gefallen hat.

Computerspielemuseum
Karl-Marx-Allee 93a10243 Berlin
www.computerspielemuseum.de



Über Instagram habe ich vor Längerem von einem veganen Food-Truck in Berlin erfahren, nämlich strEATs. Von Mittwoch bis Samstag gibt es dort leckere Sandwiches, Kuchen usw. Auf der Facebook-Seite und Homepage erfährt man, wann der Trailer wo ist.

strEATS Vegan Food - Der vegane Food-Trailer
www.streats.de
www.facebook.com/pages/strEats-Vegan-Food

Wir haben den Food-Trailer mittwochs am Spittelmarkt besucht.


Für dieses Foto habe ich einen guten Moment abgepasst. Nicht, dass Ihr denkt, es sei nix los gewesen - tatsächlich war ein stetig großer Andrang. Zu Recht, denn die Sandwiches sind wirklich megalecker.


Hammer! Gyros Sandwich, BBQ Seitan Sandwich, eine Zimtschnecke und frischgepressten O-Saft vom Stand gegenüber
Wieder zurück in Friedrichshain sind wir die Eastside Gallery entlanggeschlendert. Die Eastside Gallery ist das längste noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer und die weltweit längste Open Air Galerie. Auf ca. 1,3 km Strecke in der Mühlenstraße zwischen dem Berliner Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree haben 188 Künstler aus 21 Ländern im Jahr 1990 die Mauer bemalt. Wer weiß, wie lange dieses Stück Geschichte noch erhalten bleibt, denn zugunsten eines Wohnhauses mit Eigentumswohnungen sollen Teiler der Eastside Gallery abgerissen werden. Dagegen demonstrierten im Jahr 2013 viele Menschen, darunter auch David Hasselhoff. Aber die Demonstrationen haben den Bau lediglich verzögert.

Und wie wir wissen, hat David im Jahr 1989 doch überhaupt erst den Fall der Mauer verursacht ;) Videobeweis hier: www.youtube.com/watch?v=MQ5rIbnD_P4












Ich bin Batman ;)

An diesem Tag haben wir auch wieder um die 20.000 Schritte zurückgelegt - echt unglaublich. Und das, obwohl wir ja zum größten Teil mit dem Auto gefahren sind und keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzt haben. Jedenfalls hatten wir abends wieder tierischen Hunger. Uns wurde das Let it Be empfohlen, da es dort u.a. leckere Burger gibt.

LET IT BE 
VEGAN CRÊPERIE, BURGER & BAR
TREPTOWERSTR. 90
12059 BERLIN (Neukölln) 
www.letitbevegan.de 






Alec Baldwin: Kürbis-Rote Linsen-Bratling mit Tofu-Käse-Creme
Omar Rodriguez-Lopez. Black Bean Patty und hausgemachte Chipotle-Mayo
Alicia Silverstone: Crêpe mit Schoko und Banane

Und damit gingen 3,5 Tage in Berlin auch schon zu Ende. Die ursprüngliche Idee, uns hautptsächlich in Friedrichshain zu bleiben, hat leider nicht ganz geklappt. Wir waren ziemlich viel in Berlin unterwegs, aber dafür haben wir auch echt viel gesehen und bis auf 1-2 Restaurants haben wir auch alles getestet, was wir wollten und wir haben alles besichtigt, was uns interessiert hat. Somit wurde das kulinarische und kulturelle Interesse ausreichend befriedigt.


Ein letzter grüner Smoothie vom Goodies und dann ging es wieder nachhause - mit einem kurzen, aber leckeren Zwischenstop in Potsdam

Abschließend muss ich nun aber doch noch sagen, dass ich kein wirklicher Berlin-Fan bin und wohl auch nicht mehr werde. Für mich gibt es wirklich schönere Städte und auch in Bezug auf vegane Restaurants finde ich, dass Berlin total überschätzt wird. Waaaaas, ist die Linda denn jetzt total durchgeknallt? Was labert die denn da? Ja, Leute, so sehe ich das. Es gibt zwar viel in Berlin und auch echt tolle Läden. ABER wenn ich bedenke, wie lange man da teilweise von einem Stadtteil in den nächsten unterwegs ist, in der Zeit bin ich locker nach Mannheim oder auch nach Heidelberg gefahren und esse genauso gut bzw, teilweise besser. Für besondere Anlässe fahre ich dann auch gerne mal nach Frankfurt oder Bad Homburg ( zu La Piazza Toscana). Das ist dann zwar etwas weiter, lohnt sich aber. Und diejenigen, die in Berlin leben, schöpfen auch absolut nicht alles an veganer Gastronomie aus. Man bleibt dort eher in seinem eigenen Kiez, bzw. hat auch eine Hand voll Lieblingsrestaurants oder Cafés und das war's. So wie bei den meisten von uns eben auch in unserer Umgebung - oder fahrt Ihr etwa andauernd ne halbe Stunde irgendwo hin um was zu essen? Also ich eher nicht. Und wie oft besucht man ein Restaurant? Wahrscheinlich nicht jede Woche schätze ich mal.

Was ich auch nicht so toll fand ist, dass vieles montags geschlossen hat (einiges sogar noch dienstags). Das ist besonders blöd, wenn man für ein verlängertes Wochenende bleiben will. Die Restaurants haben außerdem erst abends auf und mir wäre es lieber gewesen, mittags etwas ausgiebiger zu essen und abends dann nur noch eine Kleinigkeit. Viele Cafés machen erst um 10.00 Uhr auf (oder noch später!), für ein Frühstück ist das ganz schön spät, vor allem, wenn man ja noch Sehenswürdigkeiten besichtigen will usw. Dann verschiebt sich das Mittagessen dadurch und somit auch das Abendessen...

Nach Berlin braucht man von Frankenthal aus fast 6 Stunden mit dem Auto und dann plant man hauptsächlich, dort so viel wie möglich innerhalb kürzester Zeit zu essen, alles andere geht da etwas unter. Und ich esse wirklich gerne, aber ich muss sagen, dass sogar ich das in so einem übertriebenen Maße nicht genießen kann, mich permanent so mit Essen zu beschäftigen ;) Ich träume von einer nicht allzu fernen Zukunft, in der man fast überall vegane Optionen hat und eine Reise in Städte wie Berlin oder New York nur noch zum Vergnügen und nicht nur zum Essen auf dem Plan stehen. Genau das wünsche ich mir.



Was ich damit eigentlich nur sagen will: schaut Euch in Eurer Umgebung um, tretet in vegane Gruppe aus Eurer Region ein usw.. Lernt zu schätzen, was Ihr habt. Das ist viel stressfreier ;) Und es gibt echt schönere Städte als unsere Hauptstadt. Das ist aber nur meine persönliche Meinung und jetzt dürft Ihr mich gerne ausbuhen ;) Trotzdem ist Berlin natürlich eine aufregende Stadt, nur spricht sie mich persönlich halt irgendwie nicht an.


Auf dem Heimweg haben wir noch für ein ausführliches Frühstück in Potsdam angehalten. Darauf hatte ich mich schon sehr, sehr lange gefreut. Denn in Potsdam hat eine meiner Facebook-Freundinnen im Mai 2013 ein veganes Café aufgemacht. Mit Melanie hatte ich auch schon vorher Kontakt, aber seit sie das good dEATs eröffnet hat war klar, dass ich unbedingt mal bei ihr vorbeischauen muss. Ihr werdet auch gleich sehen, warum.

good dEATs
Kurfürstenstr. 9
14467 Potsdam
www.gooddeats.com
www.facebook.com/gooddEATs






Kuchenkühlschrank sent from Heaven


Ihr müsst unbedingt mal einen Blick auf die Speisekarte werfen:
www.ooddeats.files.wordpress.com/2013/05/speisekarte-good-deats-herbst-2014-1.pdf


Und neben dem tollen Frühstücksangebot gibt es auch noch jeden Freitag Abend Burger und man kann handgemachte Pralinen erwerben. So ein tolles Café hätte ich wirklich gerne in meiner Nähe *seufz*


Zuerst gab es für mich einen Latte Macchiato mit Vanillesirup und für den mir Angetrauten eine heiße Schokolade mit Lebkuchensirup
Ein Herz für Süß & Salzig: Süßer Creme-Aufstrich, fruchtige Konfitüre, hausgemachter veganer Frischkäse, pflanzliche Butter, 2 Scheiben Lyoner und würziger Pilzkäse, dazu 2 knusprige Brötchen und eine Scheibe kerniges Vollkornbrot und natürlich frisches Obst und knackiges Gemüse
Vegane Pralinen *kreisch*
Und natürlich musste ich noch so einen Cupcake probieren. Wer ist süßer - Melanie in ihrer zauberhaften Schürze oder der Cupcake?
So sah der Cupcake von innen aus - ein Herz aus Schokolade, eine Creme mit weißer Schokolade und Schokosauce obendrauf
 
Damit verabschiede ich mich jetzt von Euch und wünsche Euch noch ein schönes restliches Wochenende und bitte hasst mich nicht, nur weil ich Berlin nicht liebe ;) Dafür liebe ich Euch umso mehr! 

Kommentare:

  1. Hallo,
    ohhh...da muss ich sofort meinen Senf dazugeben. Erstmal aber danke für den tollen Bericht und die detaillierte Beschreibung und Testung der Locations.
    Ich komme aus Mannheim und bin ebenfalls vertraut mit den Lokalitäten der Region. Findest Du wirklich, dass "unsere" Läden mit den Berliner Läden zu vergleichen sind? Ich war nun schon öfter in Berlin (tw.auch für ein vierwöchiges Praktikum) und bin jedes Mal aufs Neue begeistert. Nicht nur das Essen, sondern auch der Style der Leute und der Cafes, die Mode (Shoppppen :o)) und das Flair in dieser Stadt sind für mich das Non-Plus-Ultra. Da kann doch so ein Vogelfrei/eine Kombüse ... nicht mithalten. Rein von der Qualität und der Ideenvielfalt finde ich z.B. das Vogelfrei grottig (Weißmehl, Zucker, optisch katastrophal, Kaffee grausig etc.).
    Ein Tip, der Berlin vielleicht etwas "greifbarer" macht: Nehmt nächstes Mal die Räder und ein Navi mit. Mit dem Rad ist man einfach viel schneller, man braucht keinen Parkplatz und man merkt, dass alles viel näher beieinander ist, als man denkt. Wir nehmen immer die Räder mit und das ist echt Gold wert.Und...mehr als 15-20km am Tag mussten wir noch nie fahren, trotz wildester Pendeleien :o)
    Liebe Grüße von Lisbeth

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  2. Liebe Lisbeth,

    Klar hat Berlin mehr und ganz andere Läden als wir bei uns. Aber um es mal konkreter auszudrücken: wenn ich die leckeren Burger aus dem Let It Be mit denen aus dem Familienbetrieb vergleiche, dann muss ich ehrlich sagen, dass die vom Familienbetrieb mir noch besser schmecken. Das ist aber natürlich total subjektiv. Jedoch ging es mir bei einigen Sachen so, die ich in Berlin gegessen habe. Das Mio Matto zum Beispiel ist ein Traum, aber das Restaurant Margarethe in Frankfurt kann in meinen Augen gut damit mithalten. In Cafés sitze ich generell nicht so gerne rum, trinke auch keinen Kaffee, das ist dann egal ob es in Mannheim oder in Berlin ist, rumsitzen kann ich nur ganz schlecht ;) Und Dein Problem mit dem Vogelfrei kann ich verstehen, ich bin auch kein Fan. Bisher hatten wir in Mannheim einen veganen Döner, Hot Dogs und Burger. Das kann man nicht über jede Stadt sagen und das ist schon wirklich ein großes Angebot. Das O’Dog Café hat zwar zu, aber am Hbf gibt es beim Hot Dog King auch vegane Würstchen für den Hot Dog, das Food Inn hat geschlossen, aber es gibt nun eine neue Location mit veganem Döner Und Burger gibt es in der Kombüse, dem Vienna und dem Familienbetrieb Oder man fährt nach Heidelberg zum mahlzeit.hd. Ich glaube, wir müssen uns da echt nicht verstecken.

    Und witzigerweise habe ich in Berlin absolut nichts zum Anziehen gefunden, sodass ich samstags nochmal nach Mannheim in die Quadrate musste um zu shoppen ;) So unterschiedlich können die Ansichten sein. Und ich bin noch nie gerne mit dem Fahrrad gefahren, schon gar nicht mehr, seit meine Oma vor ein paar Jahren an den Folgen eines Fahrrad-Unfalls gestorben ist. Und mir ist in Berlin extrem aufgefallen, wie aggressiv die Fahrradfahrer dort sind und alle fahren einfach kreuz und quer. Dort würden mich keine 10 Pferde aufs Rad bekommen.

    Liebe Grüße!

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  3. Hallo Linda,

    vielen Dank für deinen wie immer interessanten Bericht.

    Ich glaube übrigens auch, dass deine Meinung zu Berlin positiver ausgefallen wäre, wenn du nicht mit dem Auto unterwegs gewesen wärst. Wir waren vor zwei Jahren in Berlin mit den Öffis unterwegs und das ging richtig gut und schnell. Ich finde die Stadt hat ganz viel Ausstrahlung :-). Restauranttechnisch hat mir damals das Lucky Leek sehr gut gefallen.

    Viele Grüße,
    Heike

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  4. Liebe Linda,

    ich finde ja, dass es absolut legitim ist, manche Städte mehr zu mögen als andere und dass du uns keine Rechtfertigung schuldig bist, warum dies so ist (auch wenn ich Berlin insgesamt liebe). Ich selbst bin auch ziemlich von den langen Wegen genervt, eine halbe Stunde ist noch kurz, allerdings gewöhnt man sich dran. Mit dem Auto zu fahren ist übrigens keine gute Idee, manchmal braucht man gut und gern doppelt oder dreimal so lang, weil auf dem Weg in/durch die Innenstadt fast immer irgendetwas stattfindet/los ist, was einen aufhält (Demo, Straßensperrung, Unfall, einfach so Stau...). Ich würde beim nächsten Mal echt in ein Tagesticket/den Berlin-Pass investieren, das funktioniert besser. Gerade wenn man am Ostbahnhof wohnt ist das Netz gut.

    Zu deinen Vermutungen bezüglich der Restaurants muss ich dir aber widersprechen, meinen Kiez muss ich meist leider verlassen, da hier das Angebot noch ganz gut mit "tote Hose" beschrieben werden kann und Wege zwischen 30 und 45 min sind daher die Regel (auch zur Arbeit, Uni...). Die Frequenz von alle 1-2 Wochen Essen gehen (wobei das dann ja nicht immer nur teure Restaurants, sondern auch Imbisse sind) trifft bei mir auch durchaus zu. Ich teste einfach gerne Cafés und Restaurants...

    Es klingt ein bisschen so als wärst du von der Vielfalt erschlagen worden, als hätte dich das Angebot unter Druck gesetzt, es jetzt aber dann auch zu nutzen. Zumindest klingt der Satz "und eine Reise in Städte wie Berlin oder New York nur noch zum Vergnügen und nicht nur zum Essen auf dem Plan stehen" für mich eher ein wenig melancholisch. Da stellt sich mir die Frage, warum du denn das Gefühl hast, nur zum Essen kommen zu müssen, wenn es dich eigentlich stört...du könntest dich doch auch bewusst für ein minimalistisches Restaurant-Programm entscheiden. Hätte sicherlich auch einen spannenden Bericht ergeben.

    Ich mag den Let it be Burger übrigens total gerne und würde den im Familienbetrieb gerne auch mal probieren. Wo ist der nochmal? Direkt in Frankenthal oder in MA/HD/FFM?

    LG & erhol dich gut von Berlin!
    Natalie

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  5. Du hast ja echt alles wichtige abgeklappert in Berlin ;) - so effizient war ich selbst als (inzwischen) Berliner noch nicht innerhalb so kurzer Zeit :)

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  6. Vielen lieben Dank für deinen tollen Beitrag, ich war auch schon in Berlin doch leider fiel es weniger intensiv aus, da es die Zeit nicht zugelassen hat. Aber so werde ich mir vornehmen auch mal wieder nach Berlin zu fahren und dort ein Wochenende verleben. Und ja ich werde mit der Bahn fahren, aber ich glaube das ist in Großstädten allgemein so das man das Auto fahren besser meiden sollte!

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  7. Liebe Linda,
    Dein Beitrag ist inzwischen schon ein paar Monate alt, ich lese ihn aber erst jetzt, da neuzugezogen in Berlin und ich für Tipps immer dankbar bin...
    Das bin ich Dir auch - aber ich habe auch einen guten Rat für Dich:
    Sieh es doch mal so - ist es nicht toll, dass es so eine enorme Vielfalt an veganen Entdeckungsmöglichkeiten gibt, für die man immer und immer wiederkommen kann? So würde ich das sehen.
    Berlin ist nun einmal eine Millionenstadt, die Wege sind dementsprechend.
    Ich nehme das in Kauf, habe mich längst daran gewöhnt und finde es sogar spannend, von A bis nach Z zu fahren, um immer wieder Neues zu entdecken, als nur zwei, drei Locations als Anlaufstelle zu haben...
    Du bist doch eine "Veltenbummlerin" - Verkehr und weite Wege sollten für Dich nicht Neuland sein...
    LG aus Berlin
    Natascha

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