Mittwoch, 29. Oktober 2014

Juice Cleanse aka Saftfasten: Frank Juice vs. Super Danke

Ach, Leute... es tut mir echt leid, dass es Moment so ruhig hier ist. Aber ich habe gerade echt viel außerhalb meines Blogs zu tun und außerdem habe ich gerade 1,5 Wochen Saftfasten hinter mir und da habe ich mir nun einfach eine kleine Auszeit gegönnt. Bei Instagram wurde ich öfter nach meinen Fasten-Erfahrungen gefragt und obwohl ich das eigentlich nur für mich persönlich machen wollte, habe ich mich nun entschieden, auch hier darüber zu berichten. Denn anscheinend besteht bei einigen Interesse. Bitte entschuldigt die schlechten Fotos, ich hatte wirklich nicht vor, über das Ganze zu bloggen und habe nur für mich privat bzw. für Instagram ein paar Schnappschüsse gemacht.

Zunächst mal zu meinen Beweggründen: ich habe den "Film Fat, Sick & Nearly Dead" gesehen und der hat mich wirklich stark beeindruckt. 



In der Dokumentation erzählt der Australier Joe Cross von seiner 60-tägigen Saftfastenkur, während der er durch die USA reist und andere Leute mit seiner Geschichte insipiert. Er nimmt in dieser Zeit sehr viel ab und überwindet eine schwere Hautkrankheit, wegen der er Steroide nehmen muss, und ist am Ende sogar medikamentenfrei. Der Film hat mir ähnlich gut gefallen wie "May I be Frank" von Frank Ferrante, bei dem ich sogar abwechselnd vor Lachen und dann wieder vor Rührung weinen musste.

Ich sehe eine Fastenkur zwar nicht als Weg zum Abnehmen, aber ich wollte einfach mal für einen befristeten Zeitraum ausprobieren, wie es mir damit ergehen würde. Aber wie gesagt nicht zum Abnehmen, sondern einfach nur so. Von meiner Freundin Claudi hatte ich außerdem auch schon einiges über Saftfasten oder Smoothie-Fasten gehört/gelesen und darum habe ich das nun einfach mal gemacht.

Ich trinke keinen Kaffee, kaum Alkohol (aber wenn, dann richtig ;) ), rauche nicht, konsumiere keine tierischen Produkte... mein größtes Laster allerdings ist Fast Food und Süßkram. Ich habe aber dennoch nicht mit größeren "Entgiftungserscheinungen" oder sowas gerechnet. Denn woher hätten die auch kommen sollen?

Jedenfalls habe ich mich folgendermaßen auf die Fastenkur vorbereitet: 2 Tage lang nur Suppe (passend zur Jahreszeit Kürbissuppe), Smoothie von True Fruits, Wasser und Tee. Danach ging es los. Frank Juice liefert aber auch ein paar Rezepte mit für die Vorbereitung aufs Fasten wie z.B. Rote-Beete-Suppe mit Ingwer.

Frank Juice

Ich hatte mich zunächst für die 3-Tage-Kur von Frank Juice entschieden. Kostenpunkt: 110,- € plus 30,-€ Versand. Ein starkes Stück wie ich finde und hätte ich "normal" gegessen, hätte ich mit Sicherheit nicht so viel Geld für 3 Tage ausgegeben. Aber ich wollte das unbedingt, also war es mir das auch wert.

Cleanse Level 1 - 3 Tage:
2 x Apfel-Sellerie-Gurke-Grünkern-Spinat-Petersilie-Zitrone-Ingwer
1 x Ananas-Apfel-Minze
1 x Zitrone-Cayenne-Agave-Kurkuma
1 x Rote-Bete-Karotte-Apfel-Zitrone-Ingwer
1 x Cashew-Dattel-Sesam-Vanille-Zimt



Die Säfte wurden in 0,5-Liter BPA-freien Plastikflaschen angeliefert á 500 ml. Insgesamt bekam ich 2,5 Liter Saft pro Tag und  0,5 Liter Nussmilch, also 3 Liter. Aber was ich nicht gedacht hätte: ich hatte dennoch noch genügend Platz im Bauch für jede Menge Wasser und Tee zusätzlich ;) Und die Säfte schmeckten guuuuut! Und ich hatte keinerlei Hungergefühl. Wirklich krass sage ich Euch!



Der grüne Saft hat mir besonders gut gefallen, aber grüne Smoothies kenne ich ja schon zur Genüge und vor allem mit Grünkohl mag ich die besonders. Das war also keine wirkliche Überraschung.




Superlecker und mein Favorit war der Saft aus Ananas, Apfel und Minze, der fast wie eine Limonade geschmeckt hat. Mmmmmh!

Ein besonderer Gaumenschmeichler am frühen Abend war die Nussmilch aus Cashews, Sesam, Datteln, Vanille und Zimt.



Zu kämpfen hatte ich lediglich mittags mit dem Zitronensaft mit Kurkuma und Cayenne, da konnte auch der Agavensirup nichts retten. Das Zeug ist scharf wie Hölle und hat einen total ekligen Nachgeschmack.



Und nachmittags gab es den roten Saft aus Rote Bete, Karotten, Apfel, Zitrone und Ingwer. Der war auch nicht so mein Geschmack um ehrlich zu sein, war aber OK. Eklig wurde es dann allerdings, wenn ich nicht allzu viel Zeit verstreichen ließ, bis ich abends die Cashewmilch getrunken habe. Die beiden vertragen sich nicht wirklich gut ;)

Ich habe in den 3 Tagen übrigens ganz normal weitergearbeitet, wusste allerdings, dass ich nicht viele Termine und nicht viel Stress haben würde und habe mir auch für abends nichts vorgenommen. Mir ging es wirklich supergut, ich war lediglich abends etwas früher müde als normal, was aber auch an dem langsam einsetzenden Herbstwetter liegen könnte.


Nachdem es mir nach 3 Tagen Saftkur und insgesamt 5 Tagen ohne feste Nahrung immernoch total gut ging und ich merkte, dass ich noch keinen Hunger hatte, habe ich kurzerhand beschlossen, einfach noch ein paar Tage dran zu hängen.

Super Danke



Als nächstes bestellte ich mir bei Super Danke in München die 4-Tages-Kur. Kostenpunkt: 95,- € plus 19,-€ Versand - also vermeintlich ein Schnäppchen im Vergleich zu Frank Juice.

Als das Paket ankam, fiel mir jedoch als erstes die Menge auf. Denn ich zahlte zwar für 4 Tage etwas weniger als bei Frank Juice für 3 Tage, ABER bei Super Danke hatte ich pro Tag nur 1,5 Liter Saft - also gerade mal die Hälfte! Nach 5 Tagen ohne Essen überkam mich da schon die leichte Panik, ob ich denn davon "satt" werden würde.






Und tatsächlich war das schwierig. Mir haben die Säfte bei Weitem nicht so gut geschmeckt wie die von Frank Juice, einzelne waren aber echt lecker. Es war aber zumindest nichts wirklich Ekliges dabei, was ich bei Frank Juice ja nun nicht behaupten kann ;) Allerdings waren 1,5 Liter eindeutig zu wenig für mich. Zumal ich die 250 ml Nussmilch nur am ersten Tag genießen konnte, die darauf folgenden Tage musste ich sie wegkippen, weil sie bereits nicht mehr gut war. Am letzten Tag musste ich zusätzlich ein Fläschen Saft wegschütten, das auch verdorben war. Wirklich sehr schade und angesichts des Preises auch wirklich ärgerlich.


Also hatte ich am 1. Tag 1,5 Liter, an 2 weiteren Tagen 1,25 Liter und am letzten Tag sogar nur noch 1 Liter. Linda gar nicht happy! Dafür habe ich mir aus Cashewmus, Wasser, Datteln und Zimt einfach meine eigene Nussmilch gemacht (plus etwas Kakao für die gute Laune). 




Somit konnte ich mich immer einigermaßen über den Tag retten. Ich habe allerdings täglich gemerkt wie meine Laune immer schlechter wurde und ich war auch abends noch früher müde.

Nachdem ich 9 Tage lang nicht gegessen hatte, habe ich am 10. Tag zum Fastenbrechen zuerst Apfel-Mango-Mark aus dem Glas gelöffelt und mir mittags (fast) rohes Sushi gezaubert mit rohem Blumenkohl statt Reis.

Normalerweise isst man zum Fastenbrechen wohl nur einen Apfel, aber Apfel vetrage ich nicht so gut, darum hatte ich mich für das Apfel-Mango-Mark entschieden. Weil ich dann aber wirklich Hunger hatte, gab es dann mittags noch das Sushi.


Rohes Suhsi mit schwarzem Sesam, Avocado und Gurke
Für das Sushi benötigt man einen halben Kopf Blumenkohl, den man in der Küchenmaschine kleinhäckselt. Anschließend würzt man ihn ähnlich wie Sushireis, nämlich etwas salzig, süß und sauer. Dafür habe ich etwas Kräutersalz, Zitronensaft und Agavensirup mit etwas Cashewmus vermischt. Durch das Nussmus wird der Blumenkohl auch etwas klebriger, sodass er nicht so schnell auseinanderfällt.

Sushi mit Tofu, Tomate, Basilikum und etwas Crema die Balsamico

Megalecker!

Ich habe die feste Nahrung auch sofort wieder gut vertragen. In den ersten paar Tagen habe ich noch sehr gesund und viel roh gegessen, langsam hat das aber wieder nachgelassen und ich esse sogar wieder Weißmehl und Zucker. Das will ich aber wieder ändern. Was ich mir auf jeden Fall beibehalten will, ist das viele Trinken von Wasser und Tee (wie man in den letzen eiden Jahren auch immer wieder bei meinen Neujahrsvorsätzen lesen konnte).


Wie ist es mir insgesamt während der Juice Cleanse ergangen?
  • In den ersten Tagen keinerlei Hunger (nachem ich aber weniger Saft täglich hatte, setzte langsam der Hunger ein und vor allem bekam ich Lust auf Essen bzw. Heißhunger auf bestimmte Sachen
  • Keinerlei Gelüste auf Süßkram, höchstens auf gesunde feste Nahrung
  • Keine wirklichen Beschwerden, an einem Tag nur ganz leichte Kopfschmerzen
  • Leichte Müdigkeit und Augenringe
  • Keine sogenannten Entgiftungserscheinungen wie starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Pickel o.ä.
  • Übler Geschmack im Mund und belegte Zunge (dagegen habe ich Ölziehen mit Kokosöl gemacht und mir einfach viel öfter als normal die Zähne geputzt)
  • In den letzten Tagen zunehmend schlechte Laune - ich denke wirklich, dass 9 Tage ohne feste Nahrung einfach zu lang für mich waren (für den Anfang) bei weiterhin normaler Alltagsbelastung und 1,5 Liter Saft waren auch definitiv zu wenig

Resumée:
Grundsätzlich kann ich es jedem empfehlen, ein paar Tage Saftfasten einzulegen, wenn man das möchte. Super Danke ist zwar günstiger als Frank Juice, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei Weitem nicht so gut, was den Preisunterschied direkt wieder ausgleicht.

Ich werde im November ein paar Tage in Berlin sein und so wie ich mich kenne, wird das essenstechnisch bestimmt ausarten ;) Danach will ich mir auf alle Fälle nochmal eine Juice Cleanse gönnen und zwar wieder eine von Frank Juice. Denn von der Menge her finde ich die 3 Liter optimal und auch geschmacklich fand ich diese am besten. Dieses Mal werde ich allerdings Level 2 wählen. Da fällt der rote Saft weg und dafür hat man insgesamt 3 grüne.

Und zusätzlich denke ich darüber nach, mir mal eine ordentliche Saftpresse zu kaufen und von Zeit zu Zeit dann ein Saft-Wochenende oder ne kurze Mini-Kur mit selbstgepressten Säften zu gönnen.

Seid Ihr neugierig geworden? Wenn Ihr selbst darüber nachdenkt, so eine Fastenkur mal auszuprobieren, dann empfehle ich Euch, noch mehr darüber zu lesen. Regina von Muc.Veg hat hier, hier und hier auch schonmal darüber berichtet und hier kann man lesen, wie es Nina von Berries & Passion ergangen ist. Und ansonsten: einfach machen! ;)

Kommentare:

  1. Fat, Sick and Nearly Dead kann man sich übrigens (auf Englisch)b ganz legal im Internet ansehen: http://www.filmsforaction.org/watch/fat_sick_and_nearly_dead_2010/

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  2. Hey Linda, interessant ist das bestimmt mal, ich glaube allerdings, ich würde so etwas eher im Sommer als im Winter machen. :)
    Und wenn du so eine Kur nun öfter machst, würde ich auf jeden Fall einen Entsafter anschaffen, mir erscheinen die Preise ungerechtfertigt hoch, aber da es gerade einen entsprechenden Trend gibt, können es sich derartige Firmen vermutlich erlauben. Ich denke aber, das ganze ist kein Hexenwerk und Selbermachen geht sicherlich gut :) Manches lässt sich ja sowieso im Vitamix machen.

    Alles Liebe
    Natalie

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    1. Haha, ich dachte mir halt im Sommer kann das jeder machen ;)

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  3. Ein super Bericht, den man super als Motivation nehmen kann :) Werde die nächste Woche auch mal fasten, mal schauen welche Fastenkur ich ausprobiere :)

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  4. Respekt und Hut ab das du es so durchgezogen hast. Mich würde trotzdem interessieren ob du in den zehn Tagen denn etwas an Gewicht verloren hast? Sonst hört sich das ganze für mich super an und könnte mir durchaus vorstellen, dass auch mal zu testen! Vielen Dank für deinen tollen Beitrag

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    1. Ich habe mit Absicht nicht erwähnt wieviel ich abgenommen habe während der Fastenkur, denn es ist kein Weg um DAUERHAFT abzunehmen. Außerdem widerspricht es meiner Überzeugung, Werbung dafür zu machen, dass man viel damit abnehmen kann, indem man absolut gar nichts isst.

      Ich hoffe, das verstehst Du. Mir ging es dabei nicht ums Abnehmen und das sollte es auch bei anderen nicht.

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  5. Immerhin fühlt man sich nach der saftkur deutlich besser, frischer und irgendwie auch entspannter. Werde demnächst auch mal wieder ein Kur ausprobieren.

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