Samstag, 26. Juli 2014

Vegan im Asialaden - Fernost auf dem Teller


Nachdem mein Beitrag über Einkaufen im türkischen Supermarkt so gut ankam, kam mir letztens im Asialaden die Idee, so etwas wieder zu machen, nur eben mit asiatischen Lebensmitteln.

Mir ist schon klar, dass japanische Küche was komplett anderes ist als die koreanische, chinesische oder gar die indische. Alleine geographisch sind diese Länder ja auch erheblich voneinander entfernt. Es gibt logischerweise auch nicht DIE europäische Küche. Im asiatischen Supermarkt gibt es allerdings Lebensmittel aus vielen verschiedenen Ländern Asiens, darum verzeiht es mir bitte, wenn ich hier zur Vereinfachung verallgemeinernd von Asien, Asiaten oder dem Orient spreche. Mir sind die Feinheiten durchaus bewusst ;)

Am Hauptbahnhof in Mannheim gibt es einen riesigen Asia Store, am liebsten gehen wir aber nach Heidelberg. Dort ist der Tiger & Dragon's Foodstore unsere Anlaufstelle. Und vorher können wir noch bei mahlzeit.hd einen leckeren Burger schnabulieren.

Auch karibische Produkte bekommt man in so einem Geschäft, manche Zutaten überschneiden sich mit denen der asiatischen Küche wie z.B. Ingwer, Kokosmilch usw. Falls es im Asialaden Eures Vertrauens Ginger Beer oder Ting aus Jamaika gibt, versucht das Zeug auf alle Fälle mal. Ginger Beer ist ebenso wie Root Beer kein Bier, sondern eine Limo und wie der Name schon sagt, schmeckt sie nach Ingwer (schön scharf!). Ting ist eine preisgekrönte Grapefruit-Limonade, ich liebe die!!! Karibische Rezepte gibt es auf meinem Blog übrigens hier, hier und hier


Ting und Ginger Beer aus Jamaika
Karibische Kochbananen-Chips

So, hier nun ein kleiner Überblick, was es im Asialaden so zu kaufen gibt und dann erzähle ich Euch, was ich am liebsten aus diesen Zutaten zaubere.

Tofu

Exotische Obst- und Gemüsesorten (Thai-Auberginen und Basilikum, Zitronengras, Kochbananen, Banananblätter, Lotuswurzeln…)


Junge Kokosnüsse

Diverse Getränke (auch internationales Bier)

Matcha Tee mit dazugehörigem Besen (s.u.)


Genmai-cha (mein Lieblingstee!)


Sojabohnen-Drink

Kokosmilch...

...noch mehr Kokosmilch

Diverse Bohnenpasten (aus Taiwan) und Tofu-Würfel

Hülsenfrüchte, z.B. Kidneybohnen und Kichererbsen

Weiße Bohnen, Black Eyed Peas usw.

Noch mehr Tofu

Couscous

Mock Meat kennen viele ja vielleicht von diversen veganen Online-Shops, im Asia Store gibt es das Zeug allerdings in größerer Auswahl und günstiger.



Falsche Ente


Falsches Hühnchen

Falsches Schweinefleisch

Nori-Blätter für Veggie-Sushi

Wasabi

Mochi: japanische Klebreisbällchen

Kakaobutter, die die Haut wunderbar zart macht und gut duftet - Queen Helene spricht sich übrigens gegen Tierversuche aus

Und dann wären da noch verschiedene Fertiggerichte, wie z.B. diese leckeren TK-Teigtaschen, auch Dumplings oder Potstickers genannt:


Einmal mit Fadennudeln, Tofu und Lauch gefüllt

Und einmal in anderer Form, ebenfalls mit Tofu und Gemüse gefüllt

Die Dumplings muss man nur kurz in etwas Öl anbraten, dann mit etwas Wasser aufgießen und ein paar Minuten lang dünsten. Dann sind sie schon fertig. Dazu mache ich immer ein kleines Sößchen, indem ich nur Sojasauce, Reisessig, Sesamöl und etwas Agavendicksaft verrühre. wenn man mag, kann man auch noch etwas Sesam hineingeben. Das ist soooo lecker!





Nun noch ein paar Rezepte für Euch aus Thailand, Indonesien, Japan und China:

Rotes Thai Curry



Dieses Rezept vom Thaiminator ist wirklich toll und supereinfach. Beim ersten Mal war ich sehr überrascht, weil man bei exotischen Gerichten immer denkt, sie wären total kompliziert ;) Als mein Mann und ich ganz frisch zusammen waren, ist er mit ein paar Leuten zusammen 3 Wochen lang in Thailand gewesen (wenn ich das erzähle, grinsen mich immer alle frech an und haben dabei wohl wildes Kopfkino. Achtung, Klischee!) und davor habe ich das Thai Curry zum ersten Mal versucht (ohne je thailändisch gegessen zu haben) und als Andreas dann vom Urlaub zurück war, hat er mir bestätigt, dass das Gericht absolut authentisch ist, nur dass in Thailand eben viel schärfer gekocht wird.

Ich verwende alle genannten Gemüsesorten und lasse einfach das Fleisch und die Garnelen weg ;) Einen Fleischersatz oder Tofu vermisse ich persönlich dabei nicht. Süßkartoffeln sind in meinen Augen absolut wichtig für das Curry, denn sie passen wunderbar zu den anderen Zutaten, machen die Soße sämig und schmecken leicht süßlich, was toll ist bei diesem scharfen Gericht. Außerdem sind die Thai-Auberginen wichtig. Ich mag sie zwar nicht besonders (ich mag generell Auberginen nicht so gerne), aber sie machen die Komposition zu etwas Besonderem und es wird dadurch besonders authentisch.

Natürlich nehme ich nicht die Fischsoße, sondern die Sojasauce und gaaaanz wichtig: die Thai-Curry-Pasten von Mae Ploy aus dem Asialaden enthalten Garnelenpaste! Drum kaufe ich mir eine andere (wenn eine ohne Garnelen zu haben ist) oder eben die Sanchon Currypaste aus dem Bioladen. Die ist dann allerdings nicht so kräftig gewürzt, drum nehme ich mehr als im Rezept angegeben oder schärfe mit einer Chilisoße nach, die Andreas jedes Mal kauft, wenn wir im Asialaden sind. Er liebt dieses Zeug. Zur Not geht aber bestimmt auch Sambal Oelek. 



Chilisauce

Diese rote Thai Curry Paste kommt ohne Garnelen aus
 

Ich habe das Rezept leicht abgewandelt und nur vegane Zutaten verwendet und das sieht dann so aus:

Zutaten für 4 Portionen:
  • 5 Thai-Auberginen (im Gegensatz zu den uns bekannten Auberginen sind diese klein, rund und grün)
  • 2 rote Paprika
  • 4 große Champignons
  • 2 mittelgroße Tomaten
  • 1 mittelgroße Süßkartoffel 
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1 EL rote Thai-Curry-Paste (wenn man die aus dem Asialaden verwendet, von der aus dem Bioladen muss man eine größere Menge nehmen)
  • 2 Knoblauch-Zehen
  • 500 ml Kokosmilch
  • 200 ml Wasser
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 TL Zucker
  • 1 Spritzer Limetten- oder Zitronensaft
  • 4 Stängel Zitronengras
  • Ein kleines Stückchen Ingwer
  • Etwas Zimt
  • Thai-Duftreis als Beilage
Kleingeschnittenes Gemüse und die Zwiebeln kurz anbraten, dann die Currypaste und den Knoblauch hinzugeben, kurz anrösten und dann mit Kokosmilch und Wasser aufgießen. Danach mit Sojasauce, Zucker, geschälten und geriebenem Ingwer, Zitrioensaft, Zimt würzen. und alles zusammen aufkochen lassen. Abschmecken und evtl. nachwürzen. Das Zitronengras schälen und mit in die Pfanne geben (es dient nur dem Geschmack und die Stängel werden hinterher wieder rausgenommen, sie werden nicht mitgegessen). Ca. 10 Minuten kochen lassen, bis das gemüse weich ist und dann zusammen mit gekochtem Thai-Duftreis servieren.

Kinpira Renkon (Gebratene Lotuswurzel)

Zutaten:

  • 1 Packung Lotuswurzel (500g)
  • 3 – 5 Frühlingszwiebeln (je nach Größe)
  • 1 kleines Stückchen Ingwer
  • 1-2 Knoblauchzehen (je nach Größe und Vorliebe)
  •  Etwas Sesamöl zum Anbraten
  • Sojasauce
  • Ca. 1 EL Sesam zum Bestreuen

Lotuswurzel gibt es in Scheiben geschnitten, in Wasser eingelegt (damit die Scheiben nicht braun werden) und in Plastik eingeschweißt im Asialaden zu kaufen. Man gießt zuerst das Wasser ab und trocknet die Scheiben danach mit etwas Küchenpapier ab. Dann lässt man das Öl in der Pfanne heiß werden und brät die Lotuswurzeln leicht darin an, bis sie etwas Farbe bekommen. Dann gibt man den Ingwer (geschält und gerieben), Knoblauch (geschält und gepresst) und die Frühlingszwiebeln (in kleine Scheibchen geschnitten) hinzu und lässt die Aromen sich entwickeln. Wenn alles leicht angeröstet ist, lecker riecht und die Lotuswurzeln goldbraun sind, löscht man mit etwas Sojasauce ab und lässt die Sauce etwas reduzieren (dafür reichen schon knapp 1-2 Minuten). Man serviert das Ganze dann mit etwas Sesam on top und schon ist das Gericht fertig zum Genießen. Wenn man mag, isst man etwas Reis dazu. Megalecker!!! Je nachdem, ob man es pur oder mit Reis isst, reicht die Menge für 2-4 Personen.

Pepes Tahu (Gedämpfter Tofu im Bananenblatt)




Zutaten für ca. 4 Portionen:

  • 400g Naturtofu
  • 1 Packung Bananenblätter
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Kaffir-Limettenblätter
  • 1 kleine Chilischote
  • 1 kleine Hand voll Macadamianüsse (geröstet)
  • Salz, Pfeffer
Ich wollte schon immer mal irgendwas im Bananenblatt garen und nun habe ich es für Euch getestet. Allerdings braucht man dafür ein Gerät, was dämpfen kann. Bestimmt kann man es aber auch im Backofen bei mittlerer Hitze im eigenen Saft garen lassen, wenn man dazu noch ein Schälchen Wasser mit in den Ofen stellt. Ich habe aber einen Thermomix und der hat einen Garaufsatz, drum musste ich da nicht erfinderisch sein. Man zerkleinert zuerst die harten Zutaten wie die Nüsse, Kaffir-Limettenblätter, Zwiebeln, Knoblauch und Chili. Dann zerdrückt man den Tofu mit einer Gabel und gibt die zerkleinerten Zutaten dazu und vermatscht alles schön gleichmäßig. Die Masse würzt man zusätzlich noch mit Salz und Pfeffer.

Die Bananenblätter wischt man kurz feucht ab und schneidet sie sich so zurecht, dass jedes ca. 20 x 25 misst (wenn Stücke dabei sind, die schon ähnlich groß sind, muss man nichts mehr schneiden, es kommt dabei nicht so auf Symmetrie an). Dann gibt man ungefähr 2-3 EL Tofumasse drauf und rollt das Bananeblatt ein, sodass der Tofu etwas gepresst wird. Die Enden klappt man um und verschließt sie mit einem Zahnstocher (ich hoffe, man kann das auf dem Foto gut sehen).
 

Nun werden die Päckchen eine halbe Stunde lang damfgegart.


Gebratene Nudeln mit Mock Duck



Zutaten für ca. 4 Portionen:
  • 1 Packung chinesische Nudeln ohne Ei
  • 1 Dose Mock Duck
  • chinesisches Gemüse (TK, aus dem Glas oder natürlich am besten frisch aus dem Asialaden wie Mungobohnenkeimlinge, Bambussprossen, Karotten usw.)
  • Sambal Oelek, Sojasauce
Eier sind in China verhältnismäßig teuer und darum werden Eier nicht oft in der chinesischen Küche verwendet. Ab und zu aber eben leider doch. Darum gibt es chinesische Nudeln (wie auch diverse Fertiggerichte) sowohl mit als auch ohne Eier, Ihr müsst also die Zutatenliste checken (aber das sind wir Veganer ja gewohnt).  

Die Nudeln nach Packungsbeschreibung kochen und abgießen. Bei der falschen Ente ebenfalls die Flüssigkeit abgießen und das Vleisch gut abtropfen lassen. Dann kross in heißem Öl anbraten, das Gemüse hinzugeben und zum Schluss die Nudeln. Mit etwas Sambal Oelek würzen und am Ende mit Sojasauce ablöschen. Mehr Gewürze braucht man wirklich nicht - vor allem da das Mock Meat schon sehr stark gewürzt ist ;)

Ich finde, es schmeckt extrem nach Soja und ich mag Tofu viel ieber. Aber mein Mann liebt dieses Fake-Fleisch total und er besteht drauf, jedes Mal was davon (und von besagter Chilisauce) mitzunehmen.

Besonders gerne kaufen wir auch ein Bier zum Essen, z.B. bei japanischem Essen Kirin Bier. Bei ausländischem Bier ist es allerdings nicht so sicher, dass es vegan ist wie bei deutschem Bier. Aber dafür gibt es ja Barnivore, dort kann man das nachschauen.

Kommentare:

  1. Hi Linda, super, toller Post - ich gehe auch liebend gerne in Asiamärkten shoppen. Bei den Currypasten muss man nur immer gut aufpassen. Egal ob rot, gelb oder grün - sie sehen täuschend gleich aus, und in einigen sind Garnelen drin, in anderen nicht. Ich hab schon das ein oder andere Mal eine gegriffen und erst an der Kasse gesehen, dass es doch die falsche war. Zumindest ist das in Frankfurt in der Fahrgasse so, die stehen dort oft kreuz und quer.
    Liebe Grüße, Katrin

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  2. Eine tolle und hilfreiche Zusammenstellung. Bin gerade dabei mich an die Welt der Misosuppe zu wagen. Hast Du da Erfahrungen im Bereich konventioneller Lebensmittel aus einem Asiashop?
    Liebe Grüße, muggsy

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    1. Ich habe im Asialaden bisher leider nur Misosuppe als Tütensuppe gefunden und keine Misopaste. Die kaufe ich dann gerne von Arche im Bioladen ;)

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    2. Danke für die Rückmeldung, dann entscheide ich mich wohl für die Arche Produkte. Übrigenens: Schöne Blogbeiträge, tolle Bebilderung, sympathische Schreiberin.

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  3. Hi,
    super der Post.
    gerne mehr....,
    VG, Khiira

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    1. Sehr gerne, ich habe schon wieder neue Ideen ;)

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  4. Liebe Linda,

    vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die tollen Rezepte, besonders die gefüllten Bananenblätter würde ich sehr gerne mal ausprobieren (nur den Dampfgarer kann ich leider nicht vorweisen).

    Was mich noch interessiert hätte ist, ob immer alles gut verständlich deklariert ist. Es müsste ja eigentlich immer auf Deutsch oder Englisch zu lesen sein, oder? Versteht man das beim Einkauf immer?

    Alles Liebe
    Natalie

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    1. Huhu liebe Natalie,

      Die meisten Sachen werden über Rotterdam in die EU importiert und es ist immer ein Aufkleber mit englischen oder deutschen Bezeichnungen drauf!

      Versuch das mit den Bananenblättern doch mal im Backofen und mit einem Schälchen Wasser auf dem Boden des Ofens.

      Liebe Grüße!

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    2. Liebe Linda,

      danke für deine Antwort. Okay, dann ziehe ich demnächst auch mal los. Das mit dem Schälchen ist eine gute Idee. Oder ich probiere endlich mal den alten Römertopf aus, den mir mein Opa gegeben hat. Damit sollte es eigentlich auch funktionieren.

      Liebe Grüße
      Natalie

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  5. Hi Linda,

    mal wieder super Beitrag!
    I Love your Blog (-:

    LG
    Elli

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