Donnerstag, 12. Juni 2014

Vegane brasilianische Leckereien zur Fußball-WM in Brasilien



Wie Ihr wisst, macht es mir viel Freude, internationale Rezepte nachzukochen und ggf. zu veganisieren. Aktuell habe ich die Fußball-WM in Brasilien zum Anlass genommen, mich ein wenig an der brasilianischen Küche zu versuchen.

Wir sind zwar keine Fußball-Fans und es gibt auch genügend Gründe, die WM nicht zu unterstützen, aber da wir an einer stark befahrenen Straße wohnen, bekommen wir den jeweiligen Spielausgang sowieso mit. Die hupendenden Autokorsos fahren immer die halbe Nacht bei uns vorbei (oh, wie ich mich freue – NICHT) und bei uns in der Nähe ist auch noch eine Public Viewing Location. Na, das wird was geben. Und dann noch diese Fahnen überall…

Aber mein Mann und ich haben beschlossen, uns dieses Jahr mal einen Spaß draus zu machen, da wir die WM ja eh nicht ignorieren können. Ich habe extra brasilianisches Bier gekauft und ich denke, wir werden zumindest ab und zu mal reinschauen. (Anmerkung: bei www.barnivore.com habe ich keinen Hinweis auf veganes brasilianisches Bier gefunden - allerdings auch nicht die Info, dass bestimmte Sorten NICHT vegan sind - daher darf mein Mann die Gerstensäfte alle alleine "vernichten")

Ich habe Euch ja schonmal erzählt, dass mein Schwiegervater Brasilianer ist und daher gibt es an Weihnachten oft das brasilianische Nationalgericht Feijoada. Bereits zweimal hat er für mich eine vegane Variante gezaubert. Das Rezept dazu habe ich Euch hier mal verraten. Letztes Jahr an Weihnachten gab es eine „abgespeckte“ Version, die weniger aufwendig ist. Statt den ganzen verschiedenen Fleischalternativen, die man alle im Internet bestellen müsste, hat er einfach Räuchertofu verwendet und ein paar Hackbällchen von Vegetaria, die es bei uns ganz normal bei Real zu kaufen gibt. Hat genauso lecker geschmeckt. 


Fejoada aus schwarzen Bohnen, Räuchertofu und Vegetaria Klößchen
Zu seinem letzten Geburtstag bekam mein Mann von mir einen brasilianischen Bananenkuchen mit Streuseln gebacken. Das Rezept gibt es hier

Cuca de Banana - brasilianischer Bananenkuchen mit Streuseln
Nun wollte ich aber mal was Neues ausprobieren. Die brasilianische Küche ist zwar sehr fleischlastig, allerdings kann man manchmal die tierischen Zutaten einfach weglassen oder man kann sie ganz leicht ersetzen. Die Acaraje z.B. sind tollerweise auch im Original vegan, allerdings der Dipp nicht. 


Acarajé

Zutaten für 4 Personen:
  • 2 Dosen Augenbohnen (Black Eyed Peas), Abtropfgewicht 800g
  • 2 Zwiebeln 
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz und Pfeffer zum Würzen
  • Öl zum Anbraten
Zubereitung: 

Die Bohnen abgießen, die Zwiebeln schälen und grob hacken, Knoblauch ebenfalls hacken. Nun werden die Zutaten püriert und mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Öl in einer hohen Pfanne erhitzen. Aus der Masse mit feuchten Händen Kugeln formen und in das heiße Öl geben. Die Acarajé von allen Seiten knusprig backen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Im Prinzip funktioniert das wie bei Falafeln, nur eben mit anderen Hülsenfrüchten und anders gewürzt ;)

Die leckeren Bällchen dippt man in eine Soße wie z.B. Vatapá. In Brasilien schneidet man die Acarajé auf und gibt die Soße hinein.




Vatapà

Zutaten:
  • 170g Weißbrot
  • 100 ml Kokosmilch
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Zwiebeln 
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Bund Koriander
  • 3 EL Cashewnüsse
  • 3 EL Erdnüsse (ungesalzen) 
  • Salz und Pfeffer zum Würzen
  • Limettensaft
  • scharfe Soße nach Bellieben
Zubereitung: 

Die Nüsse, die Zwiebel, den Koriander, die Petersilie, den Ingwer, und den Knoblauch fein hacken, danach kurz in etwas Öl andünsten und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Kokosmilch in der Zwischenzeit mit etwas Wasser verdünnen und das klein geschnittene Brot darin einweichen. Anschließend Nüsse usw. aus der Pfanne und die Brotmasse zusammen im Mixer oder mit dem Pürierstab pürieren. Dann alles zusammen wieder in die Pfanne geben, das Öl unterrühren und ca. 30 Minuten unter ständigem Rühren bei kleiner Flamme köcheln lassen, bis die Masse beginnt, sich vom Topfboden zu lösen. Wer will, würzt nun mit Salz und Pfeffer nach bzw. fügt nun die scharfe Soße hinzu und den Limettensaft.


Pão de Queijo
Pao de Queijo sind glutenfreie Käsebrötchen aus Maniokmehl. Maniokmehl gibt es im Asialaden zu kaufen.




Zutaten:
  • 250g Maniokmehl/ Tapiokamehl
  • 2 Ei-Ersatz
  • 150 ml Sojamilch
  • 60 ml Öl
  • 50g Hefeflocken
  • 100g Wilmersburger Pizzaschmelz
  •  ½ TL Salz
Zubereitung: 

Wasser, Öl und Salz in einen Topf geben und zugedeckt aufkochen, dann vom Herd nehmen. Nun rührt man das Mehl hinein, gibt den Ei-Ersatz hinzu und im Anschluss die Hefeflocken und den Wilmersburger. Den Teig gut durchkneten, dass er etwas klebrig ist, ist normal. Danach ca. eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen und in der Zwischenzeit den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Ein Blech mit Backpapier auslegen. Mit einem Teelöffel kleine Teigmengen abstechen, mit den Händen kleine Pao de Queijo / Käsebällchen rollen und auf das Backblech legen. Das Blech auf die mittlere Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Pao de Queijo / Käsebällchen ca. 20 bis 25 Minuten hell backen, damit sie weich bleiben und möglichst ofenwarm servieren, da sie so am besten schmecken. 


Brigadeiros 

Diese brasilianischen Schokokugeln wollte ich schon längst mal versuchen, bisher ist es aber daran gescheitert, dass ich nicht wusste, wie ich die gezuckerte Kondensmilch ersetzen soll. Doce de Leite gibt es z.B. von Nestlé unter dem Namen „Milchmädchen“ zu kaufen und wenn man meinem Mann Glauben schenken will, dass machen de Brasilianer das Zeug wohl an so ziemlich alles dran ;)



Jedenfalls habe ich bei Seitan is my motor gerade ein Rezept für Dulce de Leche (das ist die spanische Bezeichnung für die Milchcreme) entdeckt. Das brachte mich auf die Idee. Ich habe mich allerdings eher an dieses Rezept von Kochtrotz gehalten, dieses aber nochmal leicht abgewandelt, damit es nicht zu kokosnussig schmeckt. 

Vegane „Milchmädchen“-Creme:
  • 300 ml Kokosmilch
  • 300 ml Reis-Mandeldrink
  • 200g Zucker


Brigadeiros
  • 350g "Milchmädchen"-Creme
  • 30g Alsan
  • 20g Kakao
  • Schokostreusel

Die Milchcreme in einen kleinen Topf geben, Alsan und Kakao hinzugeben. Bei mittlerer Hitze unter Rühren ca. 10 Minuten erwärmen, die Masse soll aber nicht kochen. Nun ist die Creme eingedickt und man gießt sie am besten in eine Schale und lässt sie im Kühlschrank auskühlen. Dann kann man mit leicht eingefetteten Händen Kugeln formen. Diese wälzt man zum Schluss in den Schokostreuseln. Es funktioniert so ähnlich wie mit Rumkugeln, ist also nicht schwer ;)

Danach sollte man die Kugeln in den Kühlschrank stellen bis zum endgültigen Verzehr.
 
 

Maracuja Caipi

Ich habe mal eine kleine Abwandlung des Standard Capirinha probiert. Die Idee dazu hatte ich, weil eine Bekannte von mir Flugbegleiterin ist und bei einem ihrer kurzen Brasilien-Stopps hatte sie mal ein Bild von diesem Getränk bei Facebook gepostet. Das süß-saure Aroma der Maracuja passt toll zu dem Kult-Getränk! 


Für 1 Glas braucht man: 
  • ¼ Limette
  • 2 Maracujas (sie sollten von außen schon schrumpelig sein, dann sind sie schön reif)
  • 2-3 TL Rohrohrzucker (nicht den braunen!)
  • 5 cl Cachaça (zur Not tut es auch weißer Rum, das ist allerdings nicht authentisch) 
  • Eiswürfel, bzw. Crushed Ice

Das Limettenstück in der Mitte durchschneiden und zusammen mit dem ausgekratzten Mark der Maracujas und dem Zucker in das Glas geben. Dann mit einem Stößel pressen, bzw. verrühren. Nun kommt der Zuckerrohrschnaps hinzu und man füllt das Glas mit Crushed Ice auf. Mit einem großen Strohhalm servieren.


Bierpi (Bier Caipi) 

Mit dieser von mir erfundenen Variante kombinieren wir das deutsche Reinheitsgebot mit dem brasilianischem Temperament der Limette. Eigentlich ist es ein besserer Radler und hat somit um einiges weniger Alkohol als der „normale“ Caipi. Wer allerdings mehr Umdrehungen braucht, gibt einfach noch einen Schuss Cachaça an das Getränk.

Links im Bild: Bierpi, rechts: Ipanema

Für 1 Glas braucht man:

  • ½ Limette
  • 2 TL Zucker
  • 250 - 300 ml Bier
  • Eiswürfel
Mit dem Zucker und der Limette wie gewohnt verfahren und dann nach Wunsch Bier und Crushed Ice in das Glas geben.


Ipanema 

Die alkoholfreie Variante des Caipi kennen die meisten wahrscheinlich, gerne bereitet man den mit Ginger Ale oder Apfelsaft zu. Ich habe mich allerdings dazu entschieden, die typisch brasilianische Guaraná-Limo Antarctica zu verwenden. Gekauft habe ich sie bei eBay. Im Anschluss nenne ich aber ach noch ein paar brasilianische Online-Shops, da bekommt man die ebenfalls.

  • ½ Limette
  • 2 TL Rohrzucker 
  • 6 cl Guaraná Antarctica (ober eben Ginger Ale, Sprite o.ä.)  
  • Eiswürfel
Mit dem Zucker und der Limette wie gewohnt verfahren und dann nach Wunsch Bier und Crushed Ice in das Glas geben.



Online-Shops mit brasilianischen Lebensmitteln

Hier gibt es die leckere Antarctica Limonade, Maniokmehl und vieles mehr:

www.vicios-brasileiros.de
www.brasil-shop24.de
www.brasil-latino.de
www.shop100brasil.de

In Österreich:
www.selecao.co.at


Ich wünsche Euch viel Spaß in den nächsten Wochen, auch wenn Ihr ähnlich wie wir nichts mit Fußball am Hut habt!

Und noch so als kleiner Tipp am Rande: die Chipsfrisch Salsa de Brasil sind vegan ;) 
www.funny-frisch.de/produkte/chipsfrisch/salsa-de-brasil


Bom proveite!

 

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