Samstag, 8. März 2014

Vegan in Kambodscha - Gastbeitrag von Natascha


Na, alles Roger in Kambodscha? Meine Freundin Natascha reist gerade ein bisschen in Asien umher, während sie doch eigentlich brav in Taiwan studieren sollte ;) Aber sie ist nunmal ein großer Asien-Fan und jedes Land und jede Region ist einfach anders und ich freue mich für sie, dass sie all diese tollen Erfahrungen machen kann. Also gibt es heute ein paar Eindrücke aus Kambodscha.

Kambodscha hat mir von allen Ländern bisher am besten gefallen. Die wunderschöne Tempelarchitektur, die freundlichen Menschen, das leckere Essen, die bewegende Geschichte und die beeindruckenden Tempel von Angkor.



Kambodscha hat mich wirklich umgehauen und sehr gerne möchte ich in Zukunft wieder mal dorthin, denn eine Woche war definitiv viel zu kurz! In der kurzen Zeit waren wir nur
in der Hauptstadt Phnom Penh und in Siem Reap, in dessen Nähe sich die Tempel von Angkor befinden.

Es war eine wirklich interessante Erfahrung. Kaum "reicher" als Myanmar ( wenn man von reich überhaupt reden kann, besser wäre es zu sagen : fast so arm wie Myanmar ) hat sich hier doch schon einiges getan. Meint man zumindest. Wir waren ja in den Touristenhochburgen und daher waren auch die Hotels und Restaurants in einem Top-Zustand (Wasser, Strom, Seife, Klopapier ;) ). Der Tourismus ist schon lange sehr wichtig für Kambodscha. So waren die Restaurants doch auch sehr verwestlicht. Man sah hier eigentlich nie Kambodschaner, nur Touristen sitzen... Das muss man erst mal schaffen. Das war natürlich schon etwas störend!

Phnom Penh

Eine wunderschöne Hauptstadt; es ist hier genauso wie ich es mir in Südostasien vorgestellt habe. Es gibt viele schöne Tempel, einen beeindruckenden Königspalast und interessante Museen.





 

Königspalast










Einige Tempel

Kambodscha folgt übrigens dem eher konservativen Theravada -Buddhismus,so dass die Kleiderordnung auch etwas strenger ist. Mit kurzen Hosen und Spaghetti-Trägertops darf man in den meisten Fällen nicht in die Tempel. Die Khmer ( Kambodschaner) Architektur hat mich einfach überwältigt!












Nationalmuseum 


Khmer Rouge

Kambodscha hat eine furchtbar schlimme Zeit hinter sich, für die die Khmer Rouge die Verantwortung zu tragen hat. Man wollte wie in China eine Herrschaft des Proletariats und daher wurden Intellektuelle aus der Stadt vertrieben und in die Dörfer geschickt, wo sie von den Bauern das einfache Leben lernen sollten. Doch es ging so weit, dass Intellektuelle (dazu gehört auch lesen können oder eine Fremdsprache beherrschen), sowie vermeintliche Oppositionelle umgebracht wurden. Insgesamt wurde fast ein Viertel der damaligen Bevölkerung kaltblütig ermordet. Die Regierung hat ihre eigenes Volk quasi abgeschlachtet. Das ist mehr als ein Völkermord, das ist ein Völkermord gegen das eine Volk, ein sogenannter Autogenozid. So etwas gab es bisher nur in Kambodscha. Wir besuchten das Foltermuseum Tuol Sleng und die Killing Fields, in dessen Massengräbern immer noch Knochen und Kleidungsfetzen bei Regen an die Erdoberfläche geschwemmt werden. 

Noch nie habe ich in meinem Leben etwas derart Grausames und Schlimmes gesehen (und ich glaube ich habe schon viel Schreckliches gesehen!) . Für schwache Gemüter ist das nichts. Ich möchte auch aus Respekt keine Fotos posten. (Ich war auch fast nicht in der Lage, welche zu machen). Die Herrschaft der Roten Khmer war übrigens von 1975 bis Ende 1978. Leider ist dieser Teil der Geschichte in Deutschland sehr unbekannt. Wen es interessiert, kann ja mal googeln. 


Armut

Kambodscha ist immer noch ein sehr armes Land. Und ignoriert man die gut entwickelten Touristenzentren, sieht man es auch.
 




Siem Reap

Die zweitgrößte Stadt des Landes dient eigentlich immer als Ort für Ausflüge zu den Tempeln von Angkor. Neben dem berühmten Angkor Wat gibt es noch unzählige weitere Tempel. Angkor diente früher als Hauptstadt des Khmer- Königreiches. Von den normalen Häusern ist nichts mehr übrig geblieben, doch auch heute noch kann man die Tempel, die sich mittlerweile mitten im Dschungel befinden, bewundern. Mit einem Drei-Tages-Ticket schafft man es, die wichtigsten Tempel zu sehen. Störend waren die unglaublich riesigen Touristenmassen und die nervenden Souvenirverkäufer, die einem wirklich überall auflauerten. Das trübte natürlich der Mystik dieses Ortes. 


















Tuk-Tuk

Normale Taxis gibt es hier auch kaum, hier wird man mit einem Tuk-Tuk herumkutschiert. Schaut es euch an, es ist echt lustig und hat wirklich viel Spaß gemacht! Einmal sind wir raus aus der Stadt gefahren, und da es dort viel Staub und Abgase gab, hat uns unser Tuk-Tuk Fahrer zwei Masken gekauft. Das war total lieb! Aber trotz Maske habe ich kaum Luft bekommen...







Essen

Oh, das Essen!!!! Es war einfach ein Traum. Ziemlich viele Gerichte gibt es mit Kokos und Curry und es war einfach alles überragend lecker. Mitterweile bin ich soweit, dass ich Nudeln und Reis als Frühstück gegenüber Brot und Co. vorziehe ;) Zum Trinken gab es immer frische Kokosnuss. Das ist einfach ein herrliches Gefühl, frischen Kokosnusssaft zu trinken! Die Restaurans und Bars waren zwar leider ziemlich verwestlicht, dafür aber ziemlich gemütlich. Die Kambodschaner wissen, dass die Touris gerne draußen sitzen. In Taiwan sitzt man nie draußen, daher genoss ich das in Kambodscha umso mehr!




Vegetable Amok (curry with coconut) and fresh coconut juice








Das Curry ist in der Kokosnuss! Unfassbar gut ;)
Traditionelle Khmer Süßigkeiten und Buddha Fruit Juice


Leckere Trockenfrüchte und alle möglichen Gewürze
Hotels

Hotels sind ziemlich günstig in Kambodscha. In Siem Reap hatten wir ein Doppelzimmer in einem total tollen Hotel, in dem es sogar einen traumhaften Pool gab - für nur 5€ die Nacht.



Beim letzten Mal habe ich leider vergessen, darauf hinzuweisen, darum möchte ich das dieses Mal nachholen: für Freunde und Familie bloggt Natascha mittlerweile auf ihrem eigenen Blog mit dem Namen Huanying Taiwan, was so viel heißt wie "Willkommen Taiwan".

Wenn Ihr mehr über das vegane Leben in Taiwan wissen wollt oder Euch generell für Südostasien interessiert, dann schaut mal bei ihr vorbei!

Beispielsweise findet Ihr da Berichte über:


Kommentare:

  1. Was für ein wunderschöner Einblick in ein mir eher unbekanntes Land! Besonders den Teil mit der Geschichte fand ich sehr interessant, darüber habe ich noch nie etwas gehört!

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  2. war im november in kambodscha (1 woche) und laos (2 wochen) - fand kambodscha auch seeehr schön, landschaftlich hat es mich überraschenderweise sehr an kuba erinnert (ich meine nicht die strände - war in kambodscha nicht am strand, da das nicht so meins ist, sollen aber hammer sein), und die stimmung im land ist einfach was ganz besonderes (dynamisch irgendwie) - hab ich noch nirgendwo anders so erlebt! fvon daher hab ich mich über deinen bericht sehr gefreut :)

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  3. Klingt super interessant, vielen Dank für den tollen Bericht :) Und Kokos überall.. ein Traum :)

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