Freitag, 7. Februar 2014

Interview mit Eva von Hidden Gem




Ich bin ganz von den Socken, dass ich schon wieder eine Reisebloggerin entdeckt habe, die sich fleischlos ernährt. Eva von Hidden Gem ernährt sich sogar weitestgehend vegan, zumindest zuhause. Auf Reisen fällt es ihr nicht immer ganz so leicht. Aber das soll sie Euch selbst erzählen.

Außerdem betreibt sie den Onlineshop All for Eves, wo ich schon oft schicke vegane Nagellacks bestellt habe (man kann über den Suchbegriff  "vegan" im Shop fündig werden).


Auf ihren Travel Blog wurde ich aufmerksam durch das Interview mit Daniela von Once Upon A Cream, die ich sehr schätze und die auch schonmal einen Gastbeitrag hier veröffentlicht hat. Am besten gefallen mir auf ihrer Seite die besonders tollen Fotos, z.B. von Afrika, Sansibar oder Wien.


 
Liebe Eva, bitte stell Dich mal kurz vor, wer Du bist und was Du so treibst. 


Ich bin Eva, komme aus München, habe chronisches Reisefieber, „itchy feet“ und ständiges Fernweh. Ich glaube das liegt an den Sternen. Ich bin Sternzeichen und Aszendent Schütze, die Abenteuerlust ist bei mir also potenziert vorgegeben. Möglicherweise ist es auch genetisch bedingt, denn meine sechsjährige Tochter ist bereits ähnlich hibbelig. Ich reise seit mehr als 20 Jahren durch die Welt. Meine erste Rucksackreise habe ich mit 16 Jahren gemacht und dann war ich nicht mehr zu halten. Seitdem nutze ich jede sich mir bietende Gelegenheit zu reisen oder schaffe mir den Rahmen dafür – heute aus beruflichen und familiären Gründen sicherlich nicht mehr ganz so lange und viel wie früher, doch ich/wir packen die Koffer/Rucksack so oft es nur geht.


Ich bin Kommunikationswirtin und war lange in der Werbung und im Sportmarketing angestellt. Seit meine Tochter auf der Welt ist, bin ich selbstständig. Ich betreibe einen Onlineshop für Naturkosmetik (www.allforeves.com) und betreue Kunden im Bereich Marketing und PR.




Lebst Du vegetarisch oder vegan und als wie schwierig empfindest Du das auf Reisen?

Ich würde nicht so weit gehen und mich als Veganer bezeichnen, obgleich ich mich vorwiegend vegan ernähre – am Rest arbeite ich noch, genauso wie an der veganen Ernährung auf Reisen. Ich würde Dir so gerne etwas anderes erzählen, aber hierbei stoße ich leider des Öfteren an meine Grenzen – insbesondere auf Langzeitreisen oder abgelegenen Gegenden wie zuletzt in West-Australien.

In der Zivilisation, Großstädten und Asien alles kein so großes Problem, vor allem wenn man vorbereitet ist. Aber was macht man bitte zwei Monate in Mittelamerika oder sechs Wochen im australischen Busch, wenn der einzige Supermarkt weit und breit nun mal keine Hafermilch im Programm hat, geschweige denn Tofu oder eine vernünftige Gemüseauswahl? Manchmal möchte ich auch die Sitten und die Gastfreundschaft der Menschen nicht mit Füßen treten. „No Meat, no Fish“ wird ja gerade noch akzeptiert aber einen Chai-Tee mit Milch abzulehnen, stößt dann schon auf Unverständnis.

Hinzu kommt noch, dass ich nicht gerne selbst koche und die Zeit unterwegs sowieso immer knapp bemessen und die Tage voll sind. Ich möchte mir nicht den ganzen Tag Gedanken um die Nahrungsbeschaffung machen, insofern gehe ich dann den bequemen Weg und weiche auf vegetarische Gerichte aus.

Ich bezeichne mich selbst insofern als „Vegantarier“ – zu Hause vegan, unterwegs meist vegetarisch.




 
Seit wann gibt es Dein Blog und wie kamst Du auf die Idee zu bloggen?

Ich blogge zwar schon länger aus beruflichen Gründen auf diversen Blogs. Mein Reiseblog „Hidden Gem“ (www.hiddengem.de) ist jedoch noch ganz jung. Ich habe es erst im September 2013 spontan ins Leben gerufen, weil ich einfach Lust dazu hatte, von meinen vielen Reisen und Erlebnissen zu berichten – ein Blog zu führen ganz ohne Hintergedanken, SEO-Absichten, Cross-Vermarktung, … Deswegen gibt es bei mir auch keine Top 10, die man gesehen oder getan haben muss, keine Packlisten und Ebooks, sondern einfach authentische Berichte und Stories von meinen vielen unterschiedlichen Reisen und Erlebnissen auf Reisen. Außerdem finden nun endlich all meine Bilder Verwendung! 




Wo warst Du bisher schon überall? Bist Du mehr der Typ für eine Städtereise oder zieht es Dich mehr in die Ferne?

Mein Mann sagt, mit mir ist es langweilig eine Reise zu planen, weil ich schon überall war. Ich finde jedoch, meine persönliche Weltkarte hat aber immer noch zu viele weiße Flecken. Ich habe weit über 40 Länder bereist. Viele in Europa, Asien und Nord-/Mittelamerika, aber auch Australien und einige Länder in Afrika. Meistens zieht es mich in die Ferne und es darf gerne exotisch sein, aber ich lege mich da wirklich nicht fest, ich liebe auch Städtereisen und Kurztrips. 



Welches Ziel ist als nächstes geplant?

Ich habe einiges vor, aber meine Pläne ändern sich dann doch immer wieder oder ich schmeiße alles über den Haufen. Ich bin äußerst spontan. Fix ist jedoch, im Februar geht es in den Skiurlaub nach Österreich in die Dachsteinregion. Im April wollen wir evtl. in den Oman, Marokko oder die Kapverden. An Pfingsten wahrscheinlich nach Süditalien, Biarritz oder Portugal. Meine Tochter hat fast 9 Wochen (!!)Sommerferien, deswegen planen wir hierfür wieder eine längere Reise. Wer hat Ideen, wo kann man gut im Juli und August verreisen – aber bitte nicht Europa? Über Weihnachten geht es vielleicht wieder nach Kapstadt. Dazwischen schiebe ich noch Istanbul (mit einer Freundin) ein und noch einen Städtetrip mit meinem Mann und ohne Kind.





Gibt es eine Sache, die immer mit auf Reisen muss, wenn Du unterwegs bist?

Bis auf meine Kamera, meine Kreditkarte, ein gutes Buch, den Pass und neuerdings ein veganer Nuss- und Riegelvorrat ehrlich gesagt nichts. Mein Gepäck und Inhalt passe ich immer der jeweiligen Reise an. 



Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Gibt es eine spezielle Begebenheit (lustig oder faszinierend oder evtl. sogar eine Reisepanne), von der Du uns berichten magst?

Mit solchen Storys kann ich Bücher füllen. Das Dümmste ist jedoch, dass ich ständig Flüge verpasse bzw. mich im Datum irre und ich lerne auch nichts dazu. Mir ist es schon passiert, dass ich am Boarding-Gate in Johannisburg so vertieft ins Arbeiten war (endlich gab es nach Tagen wieder W-LAN), dass ich den Boardingaufruf und den persönlichen Aufruf (!) nicht gehört habe und man mir das Gate vor der Nase geschlossen hat. Da halfen auch kein Bitten, Betteln und keine Krokodilstränen mehr. Gerne irre ich mich aber auch im Datum und stehe am falschen Tag am Flughafen. In L.A. mussten wir überstürzt unser Wohnmobil stehen lassen, weil wir uns im Abflugdatum geirrt haben und der Heimflug am selben Tag war und nicht wie angenommen 2 Tage später. In Flores, Indonesien saß ich mal entspannt auf der Nachtfähre nach Bali und stellt fest, dass mein Heimflug am selben Tag war. Das war ein besonders teures Erlebnis, denn es gab nur noch einen Businessflug nach Hause, ansonsten hätte ich es auch nicht mehr rechtzeitig zur Uni-Einschreibung geschafft. Und in Taxco, Mexico sind meine Freundin und ich nur ausgestiegen, um den Bus zu wechseln und sofort wieder zurück nach Mexico City zu fahren, weil wir uns wieder einmal im Datum geirrt hatten und unser Heimflug noch am selben Abend, anstatt wie angenommen zwei Tage später war.

1 Kommentar:

  1. Unglaublich, du warst schon Kundin bei mir! Die Welt ist wirklich klein und man trifft sich immer 2x.
    Danke, dass ich Dir Rede und Antwort stehen durfte, Linda!
    Es hat viel Spaß gemacht und ich werde bestimmt noch viel von Dir und dem veganen Leben auf Reisen lernen.

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