Samstag, 2. November 2013

Vegan in Malaysia und Singapur - Gastbeitrag von Natascha

Meine Freundin Natascha ist gerade für ein Jahr in Taiwan (hier möchte ich gerne auf ihren tollen Taiwan Gastbeitrag  vom letzten Jahr verweisen). Sie studiert dort 2 Auslandssemester lang an der National Taiwan University in Taipei City. Sie will in dieser Zeit ihre Chinesischkenntnisse verbessern und ihr kulturelles und historisches Wissen über den ganzen ostasiatischen Raum vertiefen. In ihrer Freizeit hofft sie, nicht nur so viel wie möglich von Taiwan erkunden, sondern auch andere asiatische Länder zu bereisen. 

Vor Antritt ihrer Zeit in Taiwan hat sie schonmal mit Malaysia und Singapur angefangen. Schön, von Dir zu hören / lese, Natascha! Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Arbeitgemacht hast, für uns alles in Wort und Bild festzuhalten.

Petronas Tower in Kuala Lumpur
Diesen Sommer durfte ich zwei bezaubernde Länder besuchen: Malaysia und Singapur. Die Sehenswürdigkeiten, die Geschichte, die Natur und die Städte sind schon atemberaubend, doch auch das Essen ist Weltklasse. Gerne möchte ich nun über meine Eindrücke und Erlebnisse berichten. Malaysia ist ein multikulturelles Land. So gibt es neben den Malaiien auch eine große chinesische und indische Volksgruppe. Diese große Vielfalt spiegelt sich auch im Essen wieder. Jede der drei Küchen ist superlecker und auch internationale Gerichte fehlen nicht. Gleiches gilt für Singapur, welches sich auf einer kleinen Insel südlich von Malaysia befindet. Daher bezieht sich dieser Bericht im Folgenden immer jeweils auf beide Länder!  In jedem Restaurant, in dem ich war, gab es eine große Auswahl an veganen Gerichten. Zurzeit bin ich in Taiwan und muss nun feststellen, wie wertvoll so etwas ist! Hier gibt es nämlich oftmals nicht einmal etwas Vegetarisches. Aber zurück zu Malaysia und Singapur: Meiner Vermutung nach ist das große Angebot an vegetarischen/veganen Gerichten der großen Bevölkerungs- und Ethnienvielfalt zu verdanken (vielleicht der großen hinduistischen Gemeinde?).

Die indische Küche dort unterscheidet sich kaum von der indischen hierzulande. Sprich: sehr viele Restaurants bieten eh nur vegetarisch an. Allerdings gibt es hier nicht einfach „indisch“, sondern die Restaurants spezialisieren sich oft auf eine regionale Küche des Subkontinents. Mein Geschmack war indisch noch nie, daher habe ich es auch leider nicht in Malaysia probiert. Aber wie gesagt, einfacher geht es nicht, vegan essen zugehen.

Die chinesische Küche ist ebenfalls sehr vielfältig. Die regionalen Unterschiede sind sehr groß. Berühmt sind die scharfen Sichuan-Gerichte, Shanghaier Gericht mit vielen Meeresfrüchten und Fisch (also schon mal nicht so gut für uns Veganer), die nordchinesische Küche, die sich durch viele Teiggerichte auszeichnet (eigentlich immer vegan, außer die süßen Teile) und daneben auch leckeren „Feuertopf“ bietet (ähnelt dem uns bekannten Fondue) und die kantonesische Küche, in der neben viel frischem Gemüse und Reis auch alles  andere auf den Tisch kommt.

In jedem chinesischen Restaurant habe ich Reisgerichte mit Gemüse, Nudelsuppen oder die eben schon erwähnten Teiggerichte gesehen ( Baozi, Jiaozi,Mantou..). Auch hier dürfte es nicht schwierig sein , etwas zu finden. 

Chinesischer Feuertopf

Nochmal chinesischer Feuertopf

Zu guter Letzt darf natürlich die malaiische Küche nicht fehlen. Berühmt und allseits bekannt ist das Nasi Goreng ( Reis) und Mee Goreng ( Nudeln). Neben Varianten mit Fleisch und Shrimps gibt es immer auch eines mit Gemüse. Besser dazu sagen, dass man es ohne Ei möchte! Vor allem die Aromen in malaiischen Gerichten sind einzigartig. Diese werden durch Gewürzpasten erzeugt. Die am häufigsten genutzte ist Rempah ( zerstoßener Knoblauch, Zitronengras, Schalotten, Galgant, Ingwer.) Sambal Oelek ist eine weitere Gewürzpaste ,die größtenteils aus Chili besteht. Mein Lieblingsgericht war Laksa, eine malaiische Nudelsuppe. Die Suppe wird mit Gewürzpasten und Curry oder Kokosmilch verfeinert. Ich muss sagen: Laksa war das absolute Highlight für mich! 

Laksa
Essen gehen macht in Malaysia und Singapur wirklich großen Spaß. Erstens ist es sehr günstig, zweitens sind alle Speisekarten auf Englisch und drittens gibt eine unvergleichbar große Auswahl an verschiedenen lokale  und internationalen Restaurants. Daneben gibt es auch viele Nachtmärkte auf denen mal allerlei leckere Snacks oder frisch gepresste Fruchtsäfte bekommt.  Um alle verschiedenen Obstsorten zu probieren, braucht man viel Zeit. Da wären z.B. die berühmt –berüchtigte Stinkefrucht Durian, Sternfrüchte, Wachsäpfel, Pomelos, Rote Drachenfrüchte, Goldpflaumen, Longan, Zuckerrohr, Jackfrüchte  und die auch hierbekannten tropischen Früchte wie Melonen, Mangos, Ananas, Papaya , Lychee usw. Unten stehen noch kurze Bericht über ein paar Restaurants, die ich während meiner Reise besucht habe. 




Abschließend möchte ich noch sagen: Kulinarisch war Malaysia und Singapur meine beste Reise , die ich bisher  je unternommen habe. Nirgends konnte ich bisher so lecker essen. Also nichts wie hin!!

Essen bei Vietnam Airlines
Das bestellte vegane Essen wurde tatsächlich für mich vorbereitet und hat sehr lecker geschmeckt. Das erste Mal gab es Gemüsetaler mit Linsen, dazu Salat und Obst, das zweite Menü bestand aus einem Gemüse-Reis –Gericht mit einer unglaublich leckeren Soße, die ich leider nicht richtig zuordnen kann, ging in die Curry-Richtung. Das Beste an einem veganen Menü: Man bekommt immer als allererste das „Extra“-Essen!

Veganes Essen bei Vietnam Airlines

Veganes Essen bei Vietnam Airlines

Essen bei Malaysia Airlines
Das Essen bei Malaysia Airlines war auch sehr lecker. Am Besten gefiel mir das Dessert: Für alle gab es langweiligen Erdbeer-Joghurt, aber für mich gab es ein traditionelles malaiisches Dessert: Klebreis mit Kokos und Palmzuckersirup!

Veganes Essen bei Malaysia Airlines

Malaysia Airlines Dessert


Indonesisch
Es gab für mich eine indonesische Suppe mit Mais, Bohnen, Erdnüssen und Kürbis und gekochte Pilze mit indonesischen Gewürzen. Dazu gönnte ich mir einen Sternfruchtsaft. 



Indonesische Suppe mit Mais, Bohnen, Erdnüssen und Kürbis und gekochte Pilze mit indonesischen Gewürzen

Thailändisch
Leckeres Gemüse und Pilze thailändisch gewürzt und dazu ein Getränk welches sich „Naam Ma Toom“ nennt und viele verschiedene Gewürze enthielt, aber furchtbar süß war. Thailänder lieben Zucker wirklich, alle thailändischen Produkte, die ich kenne, sind überzuckert. Auch ein Dessert durfte nicht fehlen und so gab es gedämpften Klebreis mit Kokosmilchsoße und frischer Mango – Ein Traum!



Gemüse und Pilze

Gedämpfter Klebreis mit Kokosmilchsoße und frischer Mango


Malaiisch
Es gab im Wok gebratene Lotuswurzeln mit Sellerie, Möhren, asiatischen Pilzen und Cashewnüssen mit Reis und als Dessert ein Gericht welches sich „Sago Gula Melaka“ nannte. Es bestand aus Sago ( = granulierte Stärke der Sagopalme) welches in Kokosnussmilch gedämpft wird und zusammen mit einem „Palmen – Zuckersirup“ gegessen wird. Es war unglaublich lecker! Ich liebe es einfach, Sachen zu essen, von denen ich noch nie vorher gehört habe – und ich entdecke wirklich immer wieder etwas neues ;)

Im Wok gebratene Lotuswurzeln mit Sellerie, Möhren, asiatischen Pilzen und Cashewnüssen mit Reis

Sago Gula Melaka

Japanisches Ramen
Hierbei handelt es sich um ein sehr berühmtes Nudelsuppengericht aus Japan, welches man an jeder Ecke findet.

Ramen

Durian
Ein nicht ganz so leckeres Erlebnis war ein Duriansaft. Durian ist eine Frucht, die in Südostasien überaus populär ist, aber fürchterlich stinkt. So sehr, dass der Verzehr in öffentlichem Gebäuden, Hotels und Bus und Bahn untersagt ist.


Für Europäer ist diese Frucht oft abstoßend. So traute ich mich nicht, diese Frucht pur zu essen, allerdings gibt es keinen Gestank, wenn Durian in Saftform angeboten wird. So bestellte ich einen und wurde erstmal vom Verkäufer ausgelacht. Er konnte es wohl nicht fassen, dass ich es wirklich probieren wollte. Und nun ja, ich schaffte es fast den Becher zu leeren, aber eben doch nicht alles. Kurz bevor mir schlecht wurde, musste ich stoppen …  Aber hey, jetzt kann ich wenigstens mitreden, wenn jemand über Durian spricht!



Weitere Eindrücke:

Kuala Lumpur, die Hauptstadt von Malaysia
 







Petronas Towers, Kuala Lumpur
Petronas Towers by night

Batu Caves, Malaysia
 




Pulau Tioman, Malaysia
Pulau Tioman, Malaysia
Singapur Skyline


Little India, Singapur



Botanischer Garten, Singapur

Orchideengarten im Botanischen Garten

Kommentare:

  1. sehr schöner Reisebericht und macht total Lust, selbst mal wieder zu verreisen ;) Malaysia war sowieso schon immer ein Traum von mir :)

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  2. Find' euren Blog ja richtig klasse,
    wünsche Natascha noch ganz viele Erfahrungen und Spaß!
    Danke für den Artikel und die schönen Bilder :)

    Ganz liebe Grüße

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  3. "No durians" finde ich ja der Hammer *lach*
    Danke für diesen interessanten Gastbeitrag!

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  4. hab gehört, dass die Asiaten sehr oft mit Fischsoße kochen und in der Currypaste auch oft Garnelen drin sind - ist das in Malaysia auch so?
    Oder hast du nicht so genau nachgefragt?

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    1. So wie ich Natascha kenne, hat sie das mit Sicherheit abgeklärt. Leider habe ich mit ihr keinen Kontakt mehr und kann sie nicht fragen, sorry.

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