Donnerstag, 3. Oktober 2013

Interview mit Krisi von Excuse me but... this is my life


Ich präsentiere Euch ein weiteres Interview mit einer interessanten Person auf meinem Blog. Wahnsinn, was es für tolle Leute gibt und ohne Internet wüssten wir alle nichts voneinander. Heute stelle ich Euch Krisi vor und ihren englischsprachigen Blog Excuse me but... this is my life. Krisi lebt aktuell in Afrika und mehr dazu erzählt sie uns jetzt.


Hallo Krisi, bitte stell Dich mal kurz vor und erkläre uns kurz, wie man auf die Idee kommt, nach Afrika zu ziehen, was Du dort machst und wie lange Du bleiben wirst (bzw. seit wann Du bereits dort lebst). 

Hallo. Mein Name ist Kristina, aber alle nennen mich Krisi und dass ist mir privat auch lieber so. Ich bin 26 Jahre alt, in Deutschland geboren, wohne nun aber in der Schweiz mit meinem Partner zusammen. Seit August 2013 bin ich in Afrika und arbeite seit September in Kenia in einer Schule. Ich werde noch bis Mitte Februar 2014 bleiben und weiterhin in der Schule arbeiten. Ich unterrichte eine sechste Klasse in Englisch und Religion. Die Idee, nach Afrika zu reisen und dort zu arbeiten ist mir schon als Kind gekommen. Später ist sie wieder in Vergessenheit geraten und erst wieder durch meinen Freund neu entbrannt. Eines Abends sind wir zusammen gegessen und er hat mir erzählt, dass er später einmal nach Afrika möchte und dort in irgendeiner Form helfen möchte. Sofort bin ich auf die Idee angesprungen und meine alten Wünsche sind wieder in mir hochgestiegen. Letztes Jahr wurden die Pläne konkreter, da wir beide unser Studium beendet haben und am arbeiten waren. 

Die Umgebung, in der Krisi wohnt
Typische Abendbeschäftigung: Lesen und den Hühnern zuschauen

Fühlst Du Dich wohl in Afrika? Ist der Kulturschock sehr groß gewesen? Vielleicht kannst Du mal von einem besonders schönen Erlebnis in Deiner Wahlheimat berichten?

Mittlerweile fühle ich mich wohl, auch wenn es immer wieder Situationen gibt, die mich aufregen, aber die gibt es auch in meiner alten Heimat ;) Der Kulturschock kam schleichend, aber war dennoch groß. Ich hatte lange Schwierigkeiten damit, als weiße Person so aufzufallen, angestarrt zu werden und immer wieder nach Geld gefragt zu werden. Auch der viele Müll und allgemeine Dreck in den Dörfern und Städten gaben mir am Anfang ein unbehagliches Gefühl und ich habe mich nach Hause gesehnt. Mittlerweile gewöhne ich mich an die andere Kultur, auch wenn mir das Starren und Getuschel immer noch ab und zu unwohl sind. 


Besonders schön war es für mich an einer drei Tage Safari teilzunehmen in der Massai Mara und all die grossen Tiere so nah und in Natur zu sehen. Unglaublich wie so ein Elefant auf einen wirkt, wenn er an dir vorbeiläuft und dich anschaut. Ausserdem sind die Sonnenaufgänge in der Steppe und auch im Busch, wo ich wohne, atemberaubend und der Sternenhimmel ist so klar wie ich ihn noch nie zuvor gesehen habe.

Masai Mara Sonnenaufgang
Ausgetrockneter Fluss
Wasserloch, aus dem Krisi und ihr Freund ihr Wasser holen gehen

Du bloggst ja auch seit September 2013. So habe ich Dich durch einen glücklichen Zufall „entdeckt“. Was genau werden die Themen Deines Blogs sein? 

Mein Blog ist tatsächlich noch ganz neu und noch etwas in der Findungsphase. Ich möchte offen für alles bleiben und über das schreiben, was mich gerade interessiert oder beschäftigt. Ich tippe besonders gern vegetarische/vegane Rezepte, blogge Bilder mit Eindrücken, zeige Produkte die ich gerne benutze und schreibe Gedanken nieder, die mich gerade beschäftigen. Ab und zu werde ich Reviews über Kosmetikprodukte schreiben, wenn mir ein Produkt gerade besonders gut gefällt.

Kokos-Curry-Reis mit Spinat
Masala Stir Fry
Frische grüne Kokos

Wie ist das generell als Vegetarierin in Afrika? Fällt es Dir sehr schwer, das durchzuziehen bzw. ist das denn überhaupt 100%ig möglich?  

Als Vegetarier in Afrika kommt als Reisender und auch hier lebend gut zurecht, da es meisten mindestens ein vegetarisches Gericht auf der Speisekarte gibt. Viele Restaurants bietet Sukuma an, ein Grünkohlgericht, oder Ndengu, ein Gericht aus grünen Linsen. Beides ist vegetarisch und vegan. Etwas ungesunder kommt man sonst aber mit Pommes oder Chapati (Afrikanische Version von Naan) durch. Alle Hotels, Hostels und Lodges die ich bisher besucht habe, hatten immer eine vegetarische Variante zur Auswahl und sind freundlich auf meine „Sonderwünsche“ eingegangen. Man muss sich aber darauf einstellen, dass viele Restaurants auch auf den eindrücklichen Wunsch ein vegetarisches Gericht zu wollen, trotzdem ein paar Fleischstücke auf dem Teller legen, aus Höflichkeit und aus Unglauben das man wirklich kein Fleisch möchte. Als Vegetarier ist man eine Besonderheit und stösst auf viele Fragen, oder auch Unverständnis, allerdings nie im negativen Sinne. Häufig kommt auch die Frage „So you don`t eat cow… but Pig?“ „No“ “Ah, so you eat Beef?“ “No, no meat“ „Okay, so I bring you Chicken”…. 

Generell gibt es an den Märkten und in Supermärkten viele Früchte und Obst zu kaufen, in grösseren Städten auch Soja-Produkte, deswegen stellt es keine Probleme da sich vegetarisch zu ernähren. 

Markt in Mombasa
Gewürzmarkt in Mombasa
Typisches Gemüse auf einem Markt in Wote
Es gibt viele Orangen und Papayas zu kaufen
Typisches Gemüse auf einem Markt in Wote

Nun ist es ja etwas anderes, ob man langfristig an einem Ort lebt oder nur mal dort Urlaub machen will. Kannst Du Afrika als Urlaubsziel für Vegetarier oder Veganer generell empfehlen und hast Du evtl. ein paar Tipps?   

Es kann definitiv auf der Urlaubsliste eines Vegetariers und auch Veganers stehen. Solange man in Hotels und Restaurants isst, sollten keine Probleme auftreten. Da hier ausschliesslich mit Palm Öl gebraten und gebacken wird, ist man auch als Veganer auf der sicheren Seite. Wird man aber bei Afrikanern eingeladen wird es schon schwieriger. Als Vegetarier kann man gut sagen, dass man lieber ein Essen ohne Fleisch möchte. Als Veganer wird es schwerer, da immer zur Begrüßung oder nach dem Essen ein kenianischer Tee mit Milch getrunken wird. Diesen Abzulehnen stösst auf Unverständnis und ist eine tiefe Verletzung der Ehre der Gastgeber. Hier empfehle ich zu sagen, dass man Magenprobleme hat oder Milch nicht verträgt, alles andere wird nicht akzeptiert…ich habe es probiert;) Es wird eingeschenkt und gewartet, bis man den Tee ausgetrunken hat…

Besonders empfehlen kann ich Mombasa, allgemein eine traumhaft schöne Stadt direkt am Meer, aber besonders kulinarisch für Vegetarier und Veganer geeignet, da sie sehr indisch und arabisch geprägt ist und so viele vegetarische Gerichte anbieten. In Restaurant sollte man hier aber als Veganer sicher gehen, dass nicht mit Ghee gebraten wird.

Restaurants in Mombasa und Nairobi mit vegetarischem und veganem Essen findet man übrigens bei Happy Cow: www.happycow.net/africa/kenya

Tiwi Beach, Mombasa
Typischer Reisebus in Afrika
Nairobi von oben

Gibt es evtl. traditionelle afrikanische Gerichte, die zufälligerweise vegan sind? Hast Du da ein Rezept für uns? 

Ein kenianischer Klassiker ist Sukuma, ein einfaches Grünkohlgericht das sehr häufig gegessen wird und eigentlich auf jeder Speisekarte zu finden ist.

Für das Sukuma benötigt man 500 Gramm Grünkohl, 3 Tomaten, 1 Zwiebel und manchmal auch eine Orange. Zuerst wird der Kohl gründlich gewaschen und dann der Strunk entfernt. Die Blätter werden in sehr feine Spalten geschnitten. Dann wird die Zwiebel, die Tomaten und die Orange in feine Würfel geschnitten. Die Zwiebel solange in Öl anbraten bis sie glasig ist und dann die Tomaten und die Orange dazugeben. Ca. 3-5 Minuten warten und dann den Kohl beifügen. Direkt den Deckel auf den Topf geben und auf niedriger Stufe gar werden lassen. Ab und zu umrühren. Wenn der Kohl anfängt einzufallen, mit Salz würzen. Warten bis alles bissfest gegart ist, dass benötigt etwa 15 Minuten. Klassisch wird zu dem Sukuma etwa ein Chapati (Eine Art Naan/Fladenbrot) oder Reis gereicht. 

Chapati
Gemüseteller mit Chapati und Ugali

Vielen Dank, Krisi für diesen Einblick in Dein Leben. Also mich hast Du wirklich beeindruckt, ich finde es super, dass Du diesen Schritt gewagt hast, nach Afrika zu gehen. Und diese Erfahrung kann Dir niemand mehr nehmen! Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute!

Kommentare:

  1. Ist sehr schön geworden und danke auch nochmal=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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  2. Danke für dieses sehr interessante Interview! :) Natürlich können es wenige verstehen (besonders da) dass man das als besonders wertvoll geltende Fleisch nicht essen möchte... aber immerhin gilt es da offenbar noch als etwas Besonderes. Hierzulande ist es viel zu selbstverständlich geworden...

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