Freitag, 12. Juli 2013

10 Gründe, warum ich Reisen liebe


Ich habe am Wochenende einen schönen Film gesehen, der hieß „Now is Good“. Die geniale Daktota Fanning spielt ein leukämiekrankes Mädchen, das sich verliebt. Zum Heulen schön, obwohl ich eigentlich keine Schnulzen mag. Jedenfalls bricht das Mädchen in dem Film die Chemotherapie ab, weil diese Behandlung ihr Leben wahrscheinlich nur verlängern, aber nicht retten würde. Sie will lieber ihr restliches Leben noch genießen statt unter den Nebenwirkungen der Chemo zu leiden. Sie hat z.B. eine Bucket List gemacht, ähnlich wie im Film „Das Beste kommt zum Schluss“.

Man sagt ja, sterbende Menschen würden nicht bereuen, was sie getan haben, sondern was sie NICHT getan haben. Ich bin ein wenig ins Grübeln gekommen und habe mal kurz überlegt, was das bei mir so wäre und ich war erstaunt, dass es eigentlich nichts gibt, was ich bisher großartig bereue. Dabei sollte man ja denken, dass es da so einiges gibt in 35 Jahren. Ich ärgere mich zwar oft über Kleinigkeiten (manchmal ärger mich sogar GANZ DOLL), aber es gibt nicht wirklich viel, was ich gerne ändern würde. Und die Dinge, die mir nicht gefallen, wiegen nicht so schwer, dass ich im Angesichts des Todes auch nur einen Gedanken daran verschwenden würde. Allerdings würde ich gerne noch echt viel von der Welt sehen.
Tatsache ist, auf meiner Bucket List würden aktuell nur Reiseziele stehen. Und warum ist das so? Heute zähle ich Euch mal 10 Gründen auf, warum ich das Reisen liebe. Es sind keine rationalen Gründe wie z.B. warum man sich beim Autofahren anschnallen sollte, vielmehr sind es Emotionen, die ich habe, wenn ich ans Verreisen denke. Aber wie soll mana uch die Liebe rational erklären?

 1. Ich entspreche dem auditiven und visuellen Lerntyp

Hä, bitte was? Wisst Ihr, was Lerntypen sind? Man unterscheidet 4 verschiedene Lerntypen: den visuellen, den auditiven, den motorischen und den kommunikativen Lerntyp. Man kann nicht zu 100% sagen, dass jemand ein bestimmter Lerntyp ist, meistens ist es eine Mischung. Aber wenn Ihr mal darüber nachdenkt, wie Ihr Euch am besten Dinge merkt, werdet Ihr vielleicht ein Muster bei Euch selbst erkennen. Habt Ihr als Kind gerne gelesen oder lieber Hörspiele gehört? Müsst Ihr immer etwas selbst ausprobiert haben, um etwas zu verstehen oder fällt es Euch am einfachsten, etwas als Plan oder Mind Map bildlich dargestellt zu sehen? Oder geht Euch erst nach einer fachlichen Diskussion zu einem Thema ein Licht auf? All das verrät etwas darüber, was für ein Lerntyp Ihr seid. Einen Test machen könnt Ihr übrigens hier.

Also bei mir kam heraus, dass ich zu 64% der auditive Typ bin und zu 48% der visuelle. Das war genau das, was ich erwartet habe. Denn ich konnte mich schon immer am besten dann konzentrieren, wenn der Fernseher oder Musik im Hintergrund lief. Und ich habe als Kind sehr viele Hörspielkasetten gehört, als Erwachsene wurden diese durch Hörbücher abgelöst.

Trotzdem habe ich auch schon immer gerne gelesen und auch Filme und Serien geschaut. Und wenn mir jemand einen Satz vorliest oder mich etwas zu einem Sachverhalt fragt, dann muss ich mir das immer erst selbst durchlesen/anschauen. Ich erinnere mich an bestimmte Ereignisse in meinem Leben und wann sie geschehen sind, weil ich noch weiß, was ich bei dieser Gelegenheit anhatte und so kann ich das Ereignis zeitlich anordnen. Denn ich weiß dann noch genau, dass ich z.B. dieses Shirt auch auf meinen Hawaii-Urlaubsfotos getragen habe und auf Hawaii waren wir 2010. Oder ich habe bei einer bestimmten Gelegenheit die Jeans getragen, die ich in Belgien gekauft habe, also muss es 2009 gewesen sein. Klingt komisch, ist aber so.

Ich erzähle Euch das alles, weil ich damit sagen will, dass ich sehr viel über Augen und Ohren aufnehme. Und genau diese beiden Sinne werden auf Reisen am meisten „gefüttert“. Menschengemurmel im Flugzeug, im Bus und an öffentlichen Plätzen. Vor allem an typischen Touristenzielen hört man da oft mehrere Sprachen durcheinander. Man hört den Verkehr in New York, in Italien die Vespas, an der Küste die Wellen, das Zirpen der Grillen, das Zwitschern der Vögel…

Auch optisch wird viel geboten, von Hochhäusern und modernen architektonischen Meisterwerken über idyllische Altstädte, alte Gemäuer, die verschiedenen Farbschattierungen des Meeres oder traumhafte Wüstenlandschaften bis zu bunter Flora und Fauna.

Ich könnte hier noch ewig Dinge aufzählen, aber ich denke, Ihr versteht, was ich meine ;)




 2.  Als Kind bin ich schon gerne verreist, der Spaß begann bereits bei der Anreise. Wie gesagt, ich kann es nicht rational erklären, es ist einfach nur ein Gefühl. Wenn die Koffer gepackt sind und man ins Auto einsteigt (sei es das eigene oder der Flughafen-Transfer), dann stellt sich bei mir das Gefühl von Urlaub ein. Und es fühlt sich GUT an! Und da ist es egal, ob es nur ein paar Tage an der Ostsee sind oder 2 Wochen Karibikurlaub.






 3. Mein Herz hüpft, wenn ich nur daran denke, bald wieder Urlaub buchen zu können. Ich arbeite das ganze Jahr darauf hin und spare fast nur dafür. Wir haben keine Kinder und kein Haus, wir können unser Geld also ganz alleine für uns beide ausgeben. Mein Mann arbeitet Schicht, ist also oft nicht zuhause, auch an Feiertagen und Wochenenden muss er arbeiten. Also haben wir auch nicht viel Gelegenheit, viel Geld auszugeben und auf teuren Schmuck stehe ich nicht ;) Unsere Wohnung ist nicht besonders groß, also haben wir auch keinen Platz für wertvollen Schnickschnack. Wir kaufen nur gebrauchte Autos und fahren sie dann, bis sie auseinander fallen. Wir sind aus dem Alter raus, wo wir jedes Wochenende nur gefeiert haben und unser ganzes Geld in Clubs und Discos gelassen haben. ;) Außerdem habe ich genau heute vor 7 Jahren (im Urlaub auf Ibiza) mit dem Rauchen aufgehört. Mein Mann hat kurz nach mir dem Laster Adieu gesagt. Das Geld, was wir dadurch sparen, wandert auch 1:1 in unsere Reisekasse.

So setzt eben jeder seine Prioritäten und ich gebe mein Geld eben gerne für Dinge aus, die mein Herz hüpfen lassen (siehe oben).




  4. Erinnerungen kann einem keiner nehmen, materiellen Besitz allerdings schon. Natürlich können das auch andere Erinnerungen sein als nur Reiseerinnerungen. Da setzt jeder wie gesagt seine Prioritäten selbst, aber Orte wie beispielsweise Hawaii haben nicht nur einen bleibenden Eindruck in meinem Langzeitgedächtnis, sondern auch in meinem Herzen hinterlassen. Mein Herz blüht auf, wenn ich mir die Fotos von damals durchsehe oder die Serie Hawaii 5-0 anschaue und wieder zurückversetzt werde an diesen wundervollen Ort. Immer wieder sieht man Ecken von Oahu und vor allem Honolulu, an denen wir gewesen sind und ich könnte mich direkt wieder in den Flieger setzen und den Alltag hinter mir lassen.





 

Und ich hatte es bereits erwähnt, aber hier nochmal der Hinweis: Doris von little miss itchy feet war 3 Monate lang auf Hawaii und hat über ihre Zeit dort ein Buch geschrieben. Ein wahres Feuerwerk der Gefühle hat dieses Buch wieder in mir ausgelöst. Unbeschreiblich, irrational aber so ist es eben.

Eine Reise ist wie ein Trunk aus der Quelle des Lebens.
Friedrich Hebbel (1813 - 1863)
 

  5. Reisen bedeutet für mich Freiheit. Man kann sich frei bewegen und alles tun, was man möchte. Deshalb wäre ein Cluburlaub oder eine Kreuzfahrt nie etwas für mich, obwohl das bestimmt für einige auch seinen Reiz hat. Es gefällt mir, Pläne zu machen und selbst zu bestimmen, wie ich den Tag verbringe. Mal ehrlich, wenn man nicht wegfährt, lassen einen einige Verpflichtungen doch nicht los, beispielsweise muss die Steuererklärung gemacht werden, die Küche neu tapeziert werden o.ä. Oder sei es einfach nur die Hausarbeit oder irgendwelche Termine. Ich möchte mich später einmal nicht daran erinnern, wie aufgeräumt und sauber unsere Wohnung immer war oder wie gewissenhaft ich immer beim Abheften von Versicherungsunterlagen, Rechnungen usw. gewesen bin. Viel schöner fände ich es, wenn ich irgendwann nicht mehr so fit bin, zu wissen, dass ich alles gesehen und erlebt habe, was ich mir jemals erträumt habe.

"Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist"

Jean Paul (1763-1825)



  6. Man braucht ab und zu Abstand vom Alltag. Wenn einen mal wieder alles nervt und man den Sinn nicht sieht und am liebsten alles hinschmeißen möchte, dann kann eine Reise Wunder wirken. Wir laufen vor nichts davon, denn wir kommen auch gerne wieder zurück. 

Mein Mann arbeitet seit seiner Ausbildung in der gleichen Firma und ich bin auch mittlerweile seit über 10 Jahren im gleichen Unternehmen beschäftigt. Von Flucht kann also nicht die Rede sein. Aber manchmal braucht man einfach Urlaub - arbeitsrechtlich nennt man das "Erholungsurlaub" ;)






Man sollte sich auf die richtigen Beweggründe des Reisens besinnen, sich selber vergessen und im Namenlosen untertauchen. In der Heimat genießt man ein bestimmtes bürgerliches Ansehen, man ist gebunden durch Vorschriften, Gewohnheiten und Pflichten, und so ist es der eigentliche Vorwand des Reisens, in eine Lebensgemeinschaft einzutreten, in der man ein x-beliebiger Mensch ist und nichts weiter.
Kung-Fu-Tse (551 v.Chr.)


 7. Vorzugsweise verreise ich gerne dorthin, wo es warm ist - am besten zu einer Zeit, in der es bei uns kalt ist ;) Sonne macht mich glücklich. Ich denke, nach DIESEM Horrorwinter muss ich das niemandem genauer erklären, oder? Ich vertrage zwar nicht viel Sonne, aber warmes Klima bedeutet barfuß oder mit Flip Flops laufen, bunte Klamotten und gute Laune.

Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz.
Hermann Löns (1866 - 1914)


 8. Ich mag Menschen. Also nicht alle und jeden, aber grundsätzlich schon ;) Ich unterhalte mich auch gerne mit Menschen und lerne gerne neue Menschen kennen. Das mit dem Bloggen ist ja meistens mehr so ein einseitiges Ding, ich erzähle Euch was und wenn ich Glück habe, kommt ab und zu mal ein Kommentar zurück. Aber nicht oft. Also halte ich permanent einen schriftlichen Monolog. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Aber ich treffe auch gerne Menschen und tausche mich mit ihnen aus. So bekommt man mal einen anderen Blick auf viele Dinge und das, was das Leben so bereichert, sind ja wirklich nicht materielle Dinge, sondern wertvolle Menschen, mit denen man Erlebnisse teilt. Zum Bloggen hat mich zum Beispiel u.a. Deborah animiert, bei der wir in Paris gewohnt haben. Sie hat mich sehr beeindruckt mit ihrem Engagement für den Veganismus und wieviel Zeit, Kraft und Liebe sie in die Organisaton des jährlichen Silvester Events und des Paris Vegan Days steckt. Mit ihr habe ich während unseres gesamten Aufenthaltes abends immer sehr lange Gespräche geführt. Wir teilen beide die Auffassung, dass es mehr bringt, positiv FÜR etwas zu sein, als negativ GEGEN etwas. Also nicht gegen Fleisch essen, sondern FÜR VEGANE ERNÄHRUNG. Statt gegen Stierkämpfe demonstrieren, lieber tierleidfreie Alternativen aufzeigen wie einen Flamenco-Abend mit toller Musik und leckerem Essen. Sie meinte damals zu mir „You should talk in front of people“ – also im weitesten Sinne tue ich das ja hier ;)

Und darum verreise ich gerne, um Menschen kennenzulernen, egal ob vegan oder nicht.




 9. Freizeit ist mehr als nur Nicht-Arbeit und es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. Mehr habe ich dazu nicht mehr zu sagen.



10. Ich liebe das Reisen, weil es mich glücklich macht (siehe Punkt 1 - 9).


Wie findet Ihr eigentlich die Fotos, die am Flughafen entstanden sind? Die hat mein Arbeitskollege Erol von mir geschossen, er ist nebenbei Hochzeitsfotograf und hat sich zu einem Shooting mit mir bereit erklärt - obwohl das natürlich auch für ihn mal was komplett Neues war. Wir hatten einen echt lustigen Tag am Frankfurter Flughafen und mir gefallen die Bilder supergut.

Die Reisetasche ist eine Sonderanfertigung von Alice von denkefair. Die Tasche heißt Weltenbummler und ich musste sie alleine wegen des Namens schon unbedingt haben ;) Man kann sie im denkefair Shop in rot oder blau bestellen oder aber auch wie ich nach einer Sonderanfertigung fragen.



Sally liebt die Weltenbummler Tasche ;)

Das Shirt ist mein neues veganes Lieblingsshirt, stammt von I love Veganism und ist zwar im Moment leider ausverkauft, aber wenn Ihr bei Mattes mal nachfragt, ergibt sich vielleicht eine Möglichkeit, es zu bekommen. Ansonsten hat er auchnoch andere Shirts, Reinschauen lohnt sich.

Kommentare:

  1. Mal wieder ein sehr schöner Beitrag, liebe Linda!
    Die Fotos gefallen mir sehr gut! Da bekomme ich gleich selber total Lust, irgenwohin zu fliegen :)

    Liebe Grüße
    Federchen

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  2. Nicht nur sind wir wohl am gleichen Tag eingeschult worden - wir hatten anscheinend auch genau den gleichen Schulranzen: Scout, rot, und nicht die "ganz große" Größe :-)
    Liebe Grüße, Katrin

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  3. Liebe Linda !
    Die Fotos von Deinem Kollegen sind toll, aber am süßesten sind das Foto von Deinem ersten Schultag und das von Deiner Katze ;-)
    Aber die Flughafenfotos sind sehr toll !
    LG Martina

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