Donnerstag, 2. Mai 2013

Vegan Wednesday 01.05.2013 - Tag der Arbeit und veganer Stammtisch in Frankenthal

Der Feiertag fing dieses Jahr ganz gemütlich an. Mein Mann hat ziemlich lange geschlafen, da er abends auf die Nachtschicht musste. Nachdem er aufgestanden war, gab's Amaranth-Mandel-Vanille-Pfannkuchen mit Himbeeren.


Für die Pfannkuchen gibt es kein richtiges Rezept, ich habe einfach zu gleichen Teilen Amaranth (gepufft) und Mehl gemischt, dazu ein Päckchen Backpulver und soviel Alpro Vanilledrink reingeschüttet, bis die Konsistenz stimmte. Ich hatte noch ein angefangenes Päckchen Backpulver und noch etwas gehackte Mandeln übrig und auch noch einen angefangenen Beutel Vanilledrink. Also eigentlich nur Reste-Verwertung ;)

Da der Vanilledrink gesüßt ist, musste ich nur noch wenig mit Ahornsirup nachsüßen. Die Himbereeen sind einfach nur aufgetautet TK-Himbeeren, die ich in etwas Orangesaft erwärmt habe (deshalb sehen sie etwas matschig aus). Mein "Vegan for Fit" ist seit Monaten an eine Freundin verliehen, darum bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube, Attila hat da auch irgendwas mit Amaranth drin, evtl. sogar Pfannkuchen. Wem also meine Zutatenauflistung zu wage ist, der schaut am besten da mal rein.

Mittags sind wir dann in die Stadt zur Mai-Kundgebung gelaufen. Jedes Jahr am 1. Mai ist mein Papa auf dem Frankenthaler Rathausplatz anzutreffen, denn dieser Tag ist der internationale Tag der Arbeit. Proletarier aller Länder, vereinigt  Euch!


An diesem Tag demonstriert er für bessere Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit. Schon als Kind war ich da meistens mit dabei. Als Teenager und später, als ich von zuhause ausgezogen bin, hat das stark nachgelassen, aber die letzten Jahre wurde es wieder zur Tradition, denn auch mein Schwiegervater ist schon immer gewerkschaftlich organisiert und mein Mann auch. Außerdem gibt es Schlimeres, als bei schönem Wetter in die Stadt zu gehen und sich mit netten Leuten zu unterhalten (meistens treffe ich auch ein paar Kollegen dort).

Wahrscheinlich habe ich von meinem Papa die Einstellung gelernt, dass man, wenn man etwas verändern will, selbst etwas tun muss. Und eben nicht nur für sich selbst, sondern auch aus Solidarität für andere. Nur weil es uns gut geht, heißt das nicht, dass alles gut ist. Viele andere haben es nicht so gut getroffen wie wir. Und dass man andere unterstützt, die sich nicht selbst helfen können, das wurde mir eben in die Wiege gelegt. Auch Tiere können nicht für sich selbst sprechen, sie brauchen unsere Stimme!

Jedes Mal, wenn wir auf Demos beschimpft werden, z.B. wenn wir vor Zirkussen die Leute überzeugen wollen, dass Tiere nicht zu unserer Unterhaltung da sind, denke ich daran, dass für unseren heutigen Lebensstil vor langer Zeit auch mal Menschen auf die Straße gegangen sind und sich u.a. eingesetzt haben für kürzere Arbeitszeiten, sicherere Arbeitsbedingungen, Tarifverträge usw.

Also auch, wenn meine Eltern sich weder vegetarisch noch vegan ernähren, so haben sie dennoch zu meiner Entwicklung in diese Richtung einen riesigen Teil beigetragen. Danke, Mama und Papa!



Ein Arbeitskollege vom Betriebsrat hat am IG Metall-Stand am Grill gestanden und der hat mir meine mitgebrachten Wheaty Bratwürste extra außen an den Rand gelegt, wo sie nicht in Kontakt mit dem restlichen Grillgut kommen. Dazu bekam ich Brötchen und Senf geschenkt.

Später gab es noch ein Eis: Himbeer, Zitrone und grüner Apfel


Als mein Mann abends arbeiten gegangen ist (so ist das nunmal leider bei einem Schichtarbeiter), hatten wir Frankenthaler Veganer unseren mittlerweile zweiten veganen Stammtisch. Dieses Mal haben wir uns im Habanita getroffen. Dort gibt es Kleinigkeiten wie z.B. Tapas. Ich hatte Kartoffelecken mit feuriger Salsa und mediterannes Gemüse mit Olivenöl und Kräutern. Andere haben sich z.B. die Zwiebelringe bestellt odern den gegrillten Gemüse-Spieß. Das mit dem Bestellen verlief noch etwas holprig, da viele Gastronomen sich eben bisher nicht so mit veganer Ernährung auseinander gestzt haben. Wir haben viel hinterfragt, z.B. was ist im Brot oder der Panade der Zwieblringe drin. Aber man war sehr bemüht und das Essen auch sehr lecker. Ärgerlich waren allerdings die sehr langen Wartezeiten (auch für Getränke!), auch wenn das Retsaurant fast leer war.

Um auf das Thema Veganismus mehr aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass es da eine Nachfrage gibt, wollen wir uns nun jeden Monat in einem anderen Restaurant treffen.


Ich hoffe, Ihr hattet auch einen schönen Feiertagund auch bald Urlaub so wie ich. Ich kann es wirklich kaum erwarten!


Kommentare:

  1. ich finde es immer wieder überraschend - wie viele bestimmte werte von ihren eltern lernen (solidarität, Moral, Gleichberechtigung...) und wie "wir" dass dann auf die Gesamtbevölkerung weiterdenken und vegan werden und unsere Eltern dass zwar verstehen, aber nicht nachvollziehen. weißt du was ich mein? ;-) auf jeden Fall schön, dass dein Papa so aktiv ist!
    Und noch toller finde ich es, dass deine Wheatywürstchen extra gegrillt wurden! Cool!

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    1. Ja, Regina, ich verstehe was du meinst ;) Mein Papa ist ja auch riesiger Beatles-Fan und 3 der vier Beatles waren/sind Vegetarier und auch Pauls verstorbene Frau Linda war Vegetarierin und trotzdem kommt man bei so vielen, die es vorleben, nicht auf die Idee, es nachzumachen. Dafür haben meine Eltern ja aber mich richtig erzogen und auch immer untersützt und so trägt jeder seinen Teil zu einer besseren Welt bei ♥

      Noch eine schöne Anekdote: wir waren letztens auch mit meinem Papa in Frankfurt bei einer Ausstellung von Yoko Ono und danach noch kurz auf der Frankfurt Pelzfrei Demo. Und da war er ganz begeistert, wieviele junge Leute dort waren, um für ihre Überzeugung einzustehen. Kind ist stolz ;)

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