Samstag, 20. Oktober 2012

Vegan Wednesday 16.10.2012 - Cupcakes, Schnittchen, Kürbissuppe und der ganz normale Wahnsinn im Büro


Ich habe länger nicht mehr beim Vegan Wednesday mitgemacht, da bei mir in letzter Zeit sehr viel los war und ich auch nicht immer so zum Kochen gekommen bin. Und überhapt habe ich viel zu wenig Gemüse die letzte Zeit gegessen, das wird demnächst auf jeden Fall wieder geändert!


Aber diese Woche war es noch nicht soweit (wie Ihr sehen könnt). Obwohl... Schokolade wird aus der Kakaopflanze gewonnen - ist Schokolade denn dann nicht auch sowas wie Gemüse? ;)

Am Dienstag war Welternährungstag und ich war mit meiner Freundin Bianca verabredet, die ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe. Sie ist Graphikdesignerin und hat mein "V"eltenbummler-Logo kreiert. Für sie wollte ich was ganz Besonderes machen und da habe ichmir für Sie was Spezielles ausgedacht: eine Kombi aus weißer und brauner Schokolade.

Sie liebt pink, deshalb habe ich pinke Muffinförmchen verwendet, zu denen ich auch noch die passenden pinken Servietten hatte. Sweetness overload :P


Auf Facebook haben mich schon einige nach dem Rezept für die Cupcakes gefragt, also will ich es Euch verraten: 

Weisse Schoko-Cupcakes mit brauner Schokohaube 

Zutaten für ein 12er Muffin-Blech: 
- 260 g Mehl
- 1 Pkg. Backpulver 
- 1 Prise Salz 
- 100g vegane Margarine 
- 1 Packung Dr. Oetker Vanillepudding-Pulver 
- 100g Zucker 
- 1 Banane
- 200 ml Mandelmilch

Die weiße Schakalode hacken. Die übrigen Zutaten zu einem Teig verrühren und dann die weiße Schoki unterrühren. Bei 180° Grad für 25 Minuten in den Backofen. Wenn die Tassentörchen abgekühlt sind, kann man die Schokocreme darauf verteilen. Und das geht so:

Zutaten Schokocreme:
150g geschmolzene Schokolade
100g Margarine
200g Puderzucker

Einfach die Zutaten miteinander vermischen und dann die Creme mit einer Spritztülle auftragen. Die Kombi aus weißer Schokolade und brauner Schokolade ist mmmmmmmh :P

Bianca und ihrem Freund haben die Cupcakes zum Glück geschmeckt und ich bekam auch was ganz Tolles geschenkt:

Eine zauberhafte Cupcake-Weihnachtskugel und vegane Spekulatius
  
Und zum Dank hat sie mir dann am nächsten Tag ein ganz tolles neues Bild gezaubert:



Ist das nicht supersüß?

Nun aber mal zum eigentlichen Thema, nämlich was ich am Mittwoch gegessen habe:

Also einen der Cupcakes hatte ich am Mittwoch noch zum Frühstück, mittags gab es dann Schnittchen mit Kartoffelbrot, Heirler Lyoner mit Gemüse, Hobelz Aufschnitt "Rustikal" und Wilmersburger Scheiben, dazu noch Trauben aus dem Garten meiner Eltern. Und hinterher ein Stückchen Schakalode Buntinis.

Viele meiner Kollegen sind immer ganz begeistert, wenn ich Muffins oder so mitbringe. Aber einer meiner Kollegen ist besonders probierfreudig. Der hat was von meinen Schnittchen abbekommen und war begeistert. Er neckt mich immer damit, dass ich voll militant bin und nichts esse, was einen Schatten wirft ;) Aber das gehört wohl zum Spiel, ich weiß, dass er es nicht so meint. Er fragt mich auch ab und zu, ob er von mir für seinen Kaffee Pflanzenmilch schnorren kann und wenn ich Schoki dabei habe, ist er auch immer zur Stelle. Er sagt sogar, ihm schmeckt vegane Schokolade besser als "normale", weil er sowieso eher auf dunkle Schokolade steht.

Er ist das, was ich einen leidenschaftlichen Fleischesser nennen würde, aber ich weiß genau, wenn jemand in seinem Umfeld mal was gegen Veganer sagen würde, würde er uns verteidigen.  Er hat großen Respekt vor dieser Lebensweise und mich freut das. Mission vorerst erfüllt - da wir Veganer ja ständig am Missionieren sind und so. Ich weiß, dass er niemals vegan leben würde aber Leute dafür zu interessieren und zu zeigen, dass es lecker schmecken kann, das ist eben mein Ding. Ich denke, das bringt uns dem Endziel ein ganzes Stückchen näher ;) Ich halte nicht viel von Bekehrungsversuchen und bösen Hintergrundinformationen. Wir sind auch alle nicht über Nacht vegan geworden und viele Leute werden bestimmt durch ein solches Verhalten abgeschreckt. Hintergrundinfos sind auch wichtig, das streite ich nicht ab. Aber ich bevorzuge es, leckere tierleidfreie Alternativen aufzuzeigen und so haben sich schon oft bei dieser Gelegenheit tolle Gespräche ergeben, was mich dazu bewegt, vegan zu leben und was die Hintergründe sind.

Man kann die anderen Menschen nicht ändern, man kann nur sich selbst ändern. Und mir persönlich ist es wichtig, den Veganismus aus dem Klischee-Eck heraus zu bekommen und ein positiveres Bild von unserer Lebensweise zu vermitteln. Es soll niemand behaupten, er habe nicht gewusst, dass man geschmacklich tatsächlich auf nichts verzichten muss. Bio-Eier werden teurer wegen steigender Tierschutz-Auflagen? Böser Tierschutz, am besten halten wir gar keine Hühner mehr in Gefangenschaft, sondern verwenden einfach für unseren Kuchen eine Banane oder etwas Apfelmus. Ganz einfach ;)

Klar gibt es auch immer wieder welche, die einem vorhalten, Veganismus sei nicht natürlich oder sowas. Aber da kann ich gut drüber stehen (manchmal jedenfalls). Letztens hatte ich die Situation, dass ein Kollege (der auch ab und zu selbst schlachtet, was ich aber ehrlicher und bewusster finde als das, was die meisten Leute machen, wenn sie einfach ein abgepacktes Stück Fleisch im Supermarkt kaufen) mir vorgeworfen hat, es wäre ja totale Energieverschwendung, z.B. Provamel Reis-Drink zu kaufen statt Kuhmilch, da das Zeug ja von sonstwo herkommt.Genau andersrum wird ja ein Schuh draus. Damit die Kuh Milch gibt und das Schwein dick wird, muss man die Tiere füttern und versorgen. Das Futter kommt meistens von ganz weit her und das erzeugt CO2. Für 1kg Fleisch benötigt man 16kg Getreide. Ganz abgesehen von dem Wasser, was für die Herstellung von Tierprodukten verbraucht wird. Als ich ihm das vorgerechnet habe, hat er genickt und gesagt "Richtig, so habe ich das noch nie gesehen." Und auch da ist mir vollkommen klar, dass er deshalb nichts an seiner Ernährung wegen mir ändern wird. Aber bei mir selbst war es ja auch die Summe vieler einzelner Informationen, die als Puzzle für mich ganz klar ergeben haben, dass ich vegan leben will. Und deshalb erwarte ich von anderen nicht, dass sie sich aufgrund von einer einzigen Unterhaltung mit mir etwas ändern.

Meine vegetarische Kollegin Julia kauft nun auch Reismilch statt Kuhmilch (ab und zu zumindest) und sie hat schon öfter mal was Veganes gekocht und letztens durfte ich sogar mittags bei ihr mitessen. Es gab leckeren Eintopf aus Karotten, Pastinaken, Kartoffeln und roter Beete!

Und am schönsten finde ich dann immer wieder diese Aha-Effekte: erst brachte ein Kollege Spekulatius mit und meinte "Schade, Linda, die kannst du ja dann gar nicht essen." und das Gesicht hättet Ihr sehen sollen, als sich herausgestellt hat, dass die Spekulatius vegan waren! Ein anderer Kollege hat gestern Mon Cheri verteilt und ich habe auch herzhaft zugegriffen. Direkt hat wieder einer gefragt "Bist Du sicher, dass die vegan sind?" Japp, bin ich. Wirklich köstlich, wenn sie merken, dass sie selbs ab und zu vegan essen ohne es zu wissen - und es sogar schmeckt!

Ihr meint, ich habe Glück in so einem super Büro zu arbeiten, wo so tolle aufgeschlossene Kollegen um mich rum sind? Weit gefehlt, es ist bei Weitem nicht alles eitel Sonnenschein und es gibt genügend Konflikte. Und ich bin außerdem sehr leicht reizbar, was sehr oft zu spontanen verbalen Entgleisungen meinerseits führt. Aber ich denke mit viel Humor und konsequentem Verhalten bietet man einfach weniger Angriffsfläche und macht sich das Leben einfacher.

Hier dann noch mein Mittagessen und mein Abendessen von Mittwoch:

Schnittchen
Schakalode Buntinis gehört mit zu meinen Lieblingsschokis

Mama's Kürbissuppe mit Reis Cuisine (und Ingwer und Curry)
Abends war ich bei meinen Eltern und meine Mama hat megaleckere Kürbissuppe gekocht. Statt Sahne hat sie Reis Cuisine verwendet, die habe ich ihr mal zum Probieren zur Verfügung gestelt. Ich persönlich bevorzuge Hafersahne, aber ich glaube der Gedanke an Haferschleim schreckt sie eher ab. Ich denke, ich habe es schonmal erwähnt: mein Papa verträgt kein Soja, von daher fällt die Alternative Sojasahne leider aus.

An Weihnachten gab's bei meinen Eltern auch vegane Crepes mit Kokosmilch und demnächst mache ich mit meiner Mutter in Worms an der VHS einen veganen Kochkurs. Ich freue mich über solche Kleinigkeiten wahnsinnig doll und da ist bei mir einfach kein Platz dafür, anderen Menschen vorzuhalten, was sie in meinen Augen falsch machen oder was sie noch besser machen könnten.

Wie ist das denn bei Euch, wie reagiert Euer Umfeld auf Euren Veganismus (hört sich ja an wie eine Krankheit...), trefft Ihr auf Verständnis oder eher nicht und wie verhaltet Ihr Euch in bestimmten Situationen?

Keep calm and eat your veggies! ;)


Kommentare:

  1. wenn man 10 fleischesser dazu bekehrt, statt kuhmilch sojamilch zu kaufen, ist das ja fast so, als wenn man 1 person zum veganer missioniert ;-)

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  2. Schön, dass du wieder dabei bist :)
    Liebe Grüße
    Carola

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  3. Das gibts in Worms?? AH! Und ich fahr extra nach Mannheim für meine Kochkurse...! ;)

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  4. Ich hab die momentan größere Probleme mit als früher, mit nicht-Veganern zusammenzuleben und zu essen. Aber so gut wie alle meinee Freunde, mein Freund und meine Familie sind nicht Veganer, also irgendwie muss ich noch dahinter kommen wie ich das lösen soll.

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  5. Ich bin erst 13 - darum gerate ich des Öfteren mit meinem Vater in einen Konflikt, wenn's mal wieder um die vegane Lebensweise geht. Ich lebe jetzt seit ca. 5 Monaten vegan und finde es super! Meine beste Freundin probiert auch gerne mal vegane Kuchen oder andere Leckereien ;) Ich backe gerne und darum kriegt mein Vater alle zwei Wochen mal einen leckeren Kuchen vorgesetzt, der seine Zweifel an meiner Ernährung für ein paar Minuten verfliegen lässt. Wenn ich anderen in meinem Alter von meiner Ernährung erzähle kommt auch oft die Frage "Warum denn?". Darauf antworte ich dann - wenn ich gerade einfach keine Lust habe es weiter auszubreiten - einfach gerne "Warum denn nicht?". Aber eigentlich werde ich größtenteils unterstützt und meine Mama sieht es auch gerne, wenn ich selber mal den Kochlöffel schwenke!
    Liebe Grüße (:

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