Freitag, 26. Oktober 2012

Roadtrip durch Italien - Gastbeitrag von Carina




Wieder einmal freue ich mich sehr, dass jemand einen Gastbeitrag für "V"eltenbummler schreibt, dieses Mal Carina von Rebellion im Unterton. Sie war mit dem Auto in Bella Italia unterwegs und hat dort sehr viele tolle Fotos gemacht. Viel Spaß mit ihrem Reisebericht!

Ich habe mich sehr gefreut, als Linda mich gefragt hat, ob ich einen Gastbeitrag für ihren wundervollen Blog schreiben möchte. Klar, da bin ich dabei. Es folgt ein Bericht über meinen Italien-Roadtrip, den ich im September gemeinsam mit meinem Freund (liebevoll "der Mann" genannt) unternommen habe.

Falls ihr nähere Infos oder Tipps zu einzelnen Städten braucht, freue ich mich über euren Besuch auf meinem Blog "Rebellion im Unterton".


Tag 1 – München
Los ging es an einem Freitag Anfang September. Wir sind schon um halb drei morgens aufgestanden, um möglichst früh zu unserem ersten Ziel aufbrechen zu können: München (oder auch "Minga", wie die Münchener sagen). Vorab soll gesagt sein, dass es uns in München in erster Linie darum ging, die große Palette der veganen Köstlichkeiten zu testen. Nicht, dass sich hier jemand über mangelnde Sehenswürdigkeiten wundert :)

In München angekommen, haben wir schnell unser Zelt aufgebaut und sind dann ab in die Stadt gefahren. Unser Campingplatz war mit dem Bus nur 5 Minuten von der U-Bahn-Haltestelle entfernt. Von dort waren wir innerhalb von 10 Minuten in der Münchener City. Die Partnerkarte, ein Tagesticket für zwei Personen und den Innenraum Münchens, kostete lediglich 10,20 Euro.

Lange habe ich darauf gewartet, jetzt konnte ich endlich dort essen: Im Yam Vegan Deli. Supernette Atmosphäre, tolle Einrichtung, sehr sympathische Mitarbeiter.



Vom Yam Vegan Deli aus sind wir Richtung Hofgarten spaziert, von wo es dann entlang der Isar  zu unserem Abendessen-Stopp ging.

Hofgarten
Die Athmosphäre im Tushita Teehaus war ein bisschen weniger freundlich als im Yam Vegan Deli, aber das Essen war mehr als lecker und der Matcha Orange...yammie!


Tag 2 - München
Am nächsten Morgen hat es uns wieder ins Yam Vegan Deli gezogen. Frühstück war angesagt:


Nach einem kleinen Abstecher in die rappelvolle Innenstadt ging es zum Mittagessen ins Max Pett. Die Preise sind zwar relativ hoch (Hauptgerichte zwischen 13,50 und 17,50 Euro, wenn ich mich recht erinnere) - aber es lohnt sich.

Frauenkirche

Marienplatz

Palak Tofu (Spinat-Kokoscurry mit Pilzen, Kirschtomaten, mariniertem Tofu, dazu Vollkornreis und Papadam)

Zigeunerspieß
Knusperbecher
Anschließend haben wir das Glockenbachviertel erforscht und sind dann - nach einem Zwischenstopp im Dear Goods - an der Isar entlang Richtung Englischer Garten marschiert.

Dort angekommen war es auch schon wieder Zeit für's Abendessen. Wir haben hin- und her überlegt, wo wir noch hingehen könnten. Da der Mann so begeistert vom Max Pett war, haben wir den Tag dort ausklingen lassen.

St. Lukas

Falaffelteller

Kaiserschmarrn

Tag 3 - Lago di Ledro
Nach zwei wundervollen Tagen in München hieß es: "Italien, wir kommen!" Unser erster Halt war der Ledrosee. Die Landschaft war atemberaubend. Wie auch das Kreischen der Kinder auf dem Zeltplatz. Von Ruhe leider keine Spur. Ansonsten war der Campingplatz ok. Das Personal war sehr nett und die Sanitäranlagen sauber.


Tag 4 - Tagesausflug nach Verona
An Tag 4 ging es mit dem Auto nach Verona. Angeblich hat die Geschichte von Romeo und Julia dort gespielt. In Verona waren wir dann auch zum ersten Mal mit italienischem Fahrverhalten konfrontiert. Mamma mia. Anfangs noch etwas ungewohnt, aber der Mann hat sich schnell angepasst (und irgendwann - wie die Italiener - auch keinen Blinker mehr benutzt. Geht die anderen ja auch gar nichts an, wo man hin will...).

In Verona kann man die kleinen Gassen nutzen, um den Touristenmengen zu entkommen. Da wir uns kaum auf die Sehenswürdigkeiten dort vorbereitet hatten, sind wir einfach drauf los gelaufen.

Amphitheater

Piazza dei Signori
Piazza delle Erbe
Besonders schön war der Ausblick vom Castel San Pietro. Von dort kann man die ganze Stadt überblicken - und ein bisschen Ruhe genießen.

Dom
Unterwegs haben wir mitgebrachte Snacks wie Äpfel, Möhren oder Nüsse gegessen. Außerdem gab es in Verona auch veganes Eis. Vor der Rückfahrt zum Lago haben wir uns im Bioladen für die nächsten Tage eingedeckt. Die Supermarktkette NaturaSi ist wirklich zu empfehlen, wenn man im Urlaub Wert auf Biolebensmittel legt. Vieles dort stammt zwar aus Deutschland und ist teurer als daheim, aber es gibt auch einheimische Produkte sowie regionales Obst und Gemüse. 

Tag 5 - Cavallino-Treporti

Am fünften Tag ging es nach Venetien. Unser Campingplatz lag eine Bus- und Fährfahrt von Venedig entfernt, direkt am Meer. Wir konnten unser Zelt unter Pinienbäumen aufschlagen, der Boden  bestand aus Sand. Im trockenen Zustand sehr schön, bei Regen...Pampe :)

Wie auch in den folgenden Wochen, haben wir den Anreisetag zum Relaxen genutzt, gekocht und uns den Platz angesehen. Dieser war nicht zu groß und - wenn man von der Discostimmung und dem Animationsprogramm des benachbarten Campingplatzes absieht - ruhig. Leider gab es viele Mücken. Ein Zustand, dem ich schmerzlicherweise erst zu spät meine Aufmerksamkeit gewidmet habe.

Tag 6 - Tagesausflug nach Venedig
Der Bus nach Venedig hielt in der Nähe des Campingplatzes. Gemeinsam mit der Fährenfahrt haben wir dafür rund 23,00 Euro pro Person gezahlt.

Am Hafen angekommen, haben wir natürlich prompt die falsche Fähre genommen und sind so munter eine Stunde lang noch an den anderen Inseln Murano und Burano vorbeigeschippert. Aber halb so wild, denn der Ausblick hat sich gelohnt.

Burano
In Venedig war das Wetter leider sehr bedeckt, unsere Fotomotive sind so in grauer Suppe versunken. Anfangs fanden wir die Kanäle noch sehr bezaubernd, aber je mehr wir Richtung Hauptsehenswürdigkeiten vorgedrungen sind, desto mehr Menschen versuchten, sich durch die engen Gassen zu quetschen. Dazu gab es kaum Sitzmöglichkeiten. Nach einigen Stunden haben wir so leider entnervt den Rückweg angetreten. Fazit: Venedig versinkt nicht nur im Meer, sondern auch in Menschenmassen. Schade.


Markusplatz


Zurück am Platz wurde das Wetter immer schlechter. Eine regenfreie Pause haben wir für einen Strandspaziergang genutzt. Hier konnte ich dann auch erstmals meine neue Regenjacke ausführen. Das Meer hat tolle Wellen geschlagen und es war windig - ich liebe das ja. Als es zu Blitzen begann, sind wir dann aber doch schnell wieder zum Zelt gelaufen. So tough bin ich dann doch nicht ;)

Tag 7 - Futa-Pas

Steil bergauf ging es am siebten Tag zu unserem Campingplatz am Passo della Futa. Die Stellplätze waren auf Terrassen angelegt, sodass wir einen tollen Panoramablick auf die Berge hatten. Leider wehte ein kalter, böiger Wind. Entsprechend froh waren wir, als unser Zelt - ohne davon zu fliegen - aufgebaut war.


Am späten Nachmittag haben wir zu Fuß den Soldatenfriedhof in der Nähe besichtigt, der ca. 10 Minuten entfernt lag. 30683 deutsche Soldaten liegen dort begraben. Es ist somit der größte deutsche Soldatenfriedhof in Italien.



Nachts war unser Campingplatz übrigens wie ausgestorben. Mit dem Wald drum herum und dem riesigen Friedhof in der Nähe konnte es einen schon gruseln. Der Mann schwört außerdem darauf, dass er einen Hirsch röhren gehört hat, woraufhin er sich ausmalte, wir würden sicherlich von Wölfen aufgesucht. Ich genieße ja jede Ruhe, die ich kriegen kann. Aber auch ich war froh, als wir später zu einem belebteren Platz aufbrechen konnten. 

Tag 8 - Tagesausflug nach Florenz
Nachdem Venedig so ein Reinfall war, hatte ich schon die Befürchtung, der Urlaub könnte total in die Hose gehen. Und dann kam Florenz. Meine neue Liebe.

Die netten Campingplatzbesitzer hatten uns einen Parkplatz in der Stadt empfohlen, der sich als Glücksgriff entpuppte. Vom Piazzale Michelangelo aus konnte man die Stadt wundervoll überblicken.

Florenz
Auch in Florenz laden die Seitengassen zum entspannten Schlendern abseits der Touri-Massen ein. Der Dom ist umwerfend und auch die Kirche Santa Croce wirklich sehenswert. Dazu natürlich die Ponte Vecchio mit ihren Lädchen, die uns sehr an "Das Parfum" erinnerte (wobei dort die "Pont au Change" in Paris zitiert wird).

Santa Croce

Dom
Mittags sind wir zum Essen in die Libreria Brac gegangen, eine kleine Kunstbücherei, die gleichzeitig ein Bistro ist. Das Essen war einfach, aber lecker und - für Florenz - nicht zu teuer (insgesamt haben wir mit Getränken ca. 15 Euro gezahlt).


Zudem haben wir in Florenz superleckeres Grüner-Apfel-Sorbet, Zartbitterschoki- und Haselnusseis gegessen. Alles vegan. Hach ja, bella Italia.


Tag 9 - Sovicille
Am neunten Tag wollte uns das Navi einen Streich spielen und schickte uns, statt zum Campingplatz, eine steile und sehr enge Seitenstraße hinauf, ab ins Nirgendwo. Von dort mussten wir unseren Platz dann erst einmal suchen. Was uns zum Glück gelang, denn wir haben uns direkt wohl gefühlt. Leider waren die Duschen nicht wirklich heiß und haben einen ohrenbetäubenden Lärm verursacht. Naja, Augen zu und durch.

Tag 10 - Tagesausflug nach Siena & San Gimignano
Siena 
Im Sonnenschein sind wir am zehnten Tag nach Siena aufgebrochen. Wir hatten uns vorher einen Parkplatz in der Nähe der Stadtmauern herausgesucht, denn viele Städte in Italien darf man mit dem Auto nur zu bestimmten Zeiten befahren. Vom Parkplatz aus ging es zu Fuß in die Innenstadt. Auch hier: Viele Touristen. Aber da wir uns verlaufen haben, waren auch sie wieder da: Die Seitenstraßen.

Piazza del Campo
Siena ist besonders bekannt für sein Palio, ein Pferderennen, welches zweimal jährlich auf der Piazza del Campo stattfindet. Angeblich ist es eines der härtesten Pferderennen der Welt, bei dem die Pferde ungesattelt geritten werden und Behinderungen ausdrücklich gestattet sind. Dazu werden z.B. sogenannte Ochsenziemer benutzt, Schlagwaffen, die aus getrocknete Bullenpenis hergestellt werden. Da fragt man sich doch wirklich: Geht's noch? Traurigerweise merkt man ganz stark, wie sehr die Stadt ihr Pferderennen feiert. 

Ansonsten ist Siena auf jeden Fall einen Besuch wert. Besonders der Dom hat es uns angetan.

Dom

Siena
San Gimignano
Mittags sind wir von Siena aus nach San Gimignano gefahren, auch „Mittelalterliches Manhattan“ oder „Stadt der Türme“ genannt. Ein süßes Dörfchen, das man in wenigen Stunden erkunden kann. Sehr zu empfehlen ist der Ausblick von der Rocca, einer Burgruine mit kleinem Garten.



Gegessen haben wir unterwegs mal wieder Snacks, die wir im NaturaSi gekauft hatten: Cracker, Äpfel, Möhren und belegte Brote. Abends haben wir am Campingplatz gekocht. Wir hatten uns aus Deutschland Aufstriche und andere haltbare Lebensmittel mitgebracht und kamen so immer sehr gut zurecht.

Tag 11 - Tagesausflug nach Montepulciano, Pienza & Montalcino
Montepulciano
Am Morgen ging es auf nach Montepulciano. Frühsport war angesagt, denn das Dörfchen liegt an einem Berghang und es geht steil bergauf. Besonders lohnenswert ist ein Blick auf die toskanische Landschaft und die Kirche San Biagio, die außerhalb von Montepulciano liegt. Weinliebhaber können dort oder auch im Ort selbst den berühmten Vino Nobile kaufen.

Torre de Pucinella
Palazzo Comunale
Montepulciano
San Biagio
 Pienza
Gegen Mittag fuhren wir weiter nach Pienza, Geburtsstadt von Papst Pius II. Der Blick von den Stadtmauern ist wunderschön. Wir haben außerdem die kleinen Gässchen abseits der "Hauptstraße", dem Corso Rosselino, erkundet und in einer konventionellen Eisdiele ein veganes Kokoseis gegessen.

Palazzo Comunale
Apsis
Mit der Bezeichnung "vegano" oder "vegana" konnten übrigens viele Eisdielen in den größeren Städten wie z.B. Florenz etwas anfangen, in kleineren Städten ist die Nachfrage nach veganen Produkten schätzungsweise nicht so hoch. Mein Tipp: Einfach fragen, welches Eis "senza latte o panna" (ohne Milch oder Sahne) hergestellt wird. "Ouva" (Eier) wird man in italienischem Eis so oder so nicht finden.

 
Montalcino
In Montalcino fällt direkt die Fortezza ins Auge, eine Burganlage aus dem 14. Jahrhundert. Dort haben wir eine Snackpause eingelegt. Es gibt auch ein Weinlokal, von wo aus man - für 6 Euro - die Burgmauern erklimmen und - für sicherlich mehr Geld - den berühmten Rosso di Montalcino kaufen kann. Günstiger ist der Wein im Supermarkt, wie z.B. im Coop. Wer keinen NaturaSi aufspüren kann, kann im Coop übrigens auch die ein oder anderen Biolebensmittel finden.

Fortezza

Montalcino
Tag 12 - Rom
Wir waren ein bisschen traurig, als wir die Toskana an Tag 12 verlassen mussten. Es war so schön dort. Nach der Fahrt zu unserem Campingplatz in Rom haben wir uns den restlichen Tag über entspannt. So gut das möglich war, denn am Platz wimmelte es von Ameisen. Und Mücken. Was ich - wieder einmal - zu spät bemerkt habe. Den Campingplatz würde ich allgemein nicht empfehlen, deshalb direkt weiter mit Tag 13.

Tag 13 - Tagesausflug nach Rom
Um 8 Uhr morgens hat uns der Shuttlebus des Campingplatzes zum Bahnhof Prima Porta gebracht. Von dort ging es mit der S-Bahn nach Rom. Ein Tagesticket kostete 6,00 Euro pro Person.

In Rom war das Wetter leider nicht gut, sehr bedeckt. Entsprechend hat der Anblick des Petersdom und der restlichen Sehenswürdigkeiten mich nicht so überwältigt, wie es vielleicht bei gutem Wetter der Fall gewesen wäre. Außerdem war ich an diesem Tag allgemein nicht sehr gut gelaunt. Ich glaube, das geht jedem einmal so. Wenn man so viel unternimmt wie wir und ständig unterwegs ist, kommt irgendwann der Punkt, an dem man bockig wird (der Mann) oder biestig (ich) oder heulend im Zelt liegt und schluchzt "Ich will nach hauuuuse!" (ähem...wieder ich). Aber danach ist dann auch wieder gut.

Petersdom

Santa Maria di Loreto
Dieser "Die Welt ist wieder in Ordnung"-Moment kam bei mir allerdings erst wieder an Tag 14 oder spätestens an Tag 15, als wir zurück in der Toskana waren. Der dreizehnte Tag endete erst einmal mit unserem Aufstieg zum Gianicolo, von wo man einen schönen Ausblick über Rom hat. Auf dem Rückweg wurden wir so pitschnass, dass ich meine Schuhe am nächsten Tag mit dem Fön trocknen musste.

Gianicolo
Während der Shuttlebus am Morgen für ca. 20 Personen ausgelegt war, wurden wir am Abend mit einem normalen 8-Sitzer von Prima Porta abgeholt. Blöd nur, dass über 20 Urlauber am Bahnhof darauf warteten, zurückgebracht zu werden. Wir wurden demnach Zeugen, wie die ganze Gruppe versuchte, sich auf acht Plätze zu quetschen. Nach elf Rentnern war das Maximum jedoch erreicht. Nicht, dass es am nötigen Willen gemangelt hätte. Aber voll ist dann doch irgendwann voll. Wir haben es schweren Herzens vorgezogen, weitere 20 Minuten auf unsere Heimfahrt zu warten.

Tag 14 - Tagesausflug nach Rom
Endlich wieder Sonne! Und Rom schon ein bisschen schöner. Angefangen haben wir am Colosseum, das wir auch von innen besichtigt haben. Anschließend ging es erneut (da nun bessere Fotos zu erwarten waren) zur Piazza Venezia, von wo man einen tollen Blick auf das Colosseum, über einen Teil des Foro Romano und die umliegenden Bauwerke hat. Mein Tipp: Man kann das Gebäude kostenlos besuchen und dann immer weiter nach oben gehen. Es braucht keine Fahrt mit dem gläsernen Fahrstuhl, der Blick ist auch so wunderschön. Außer natürlich, man möchte höher hinaus. Aber mir wird schon vom Gedanken daran mulmig.

Colosseo


Bevor wir anschließend das Foro Romano erkundeten (mit der Eintrittskarte des Colosseums ist der Zugang frei), haben wir eine Mittagspause am Colle Oppio eingelegt. Der angegliederte, kleine Park war wie gemacht dafür. Im Foro Romano selbst gibt es viel zu sehen, aber wenig schattige Plätzchen. Ein Besuch in der Mittagszeit empfiehlt sich also nicht - eine Kopfbedeckung hingegen schon.

Foro Romano
Vom Foro Romano aus sind wir mit einem Bus in Richtung der Eisdiele gefahren, an der wir schon am ersten Tag gegessen hatten. Die Ausschilderung in Rom habe ich als wirklich katastrophal erlebt. Die Haltestellen werden im Bus weder durchgesagt, noch stehen sie auf einer Anzeige (oder haben wir da was verpasst?). So mussten wir mitzählen und hier und da den Kopf aus der Tür strecken. Dafür gibt es in ganz Rom die Eisdiele "Blue Ice", wo es zusätzlich zu den veganen Fruchteissorten auch Sojaeis wie Schokolade, Haselnuss oder Pistazie gibt.


 An der Fontana di Trevi waren wir natürlich auch. Jedoch nur kurz, denn es war sehr voll.

Fontana die Trevi
Unser letzter Stopp in Rom war die spanische Treppe. Am ersten Tag bereits gesehen. Am zweiten Tag (bei Sonne) irgendwie weiterhin nur eine Treppe. Oder was meint ihr?
Tag 15 - Vada
An Tag 15 haben wir Rom den Rücken gekehrt und sind zurück in die Toskana gefahren. Unser Ziel: Vada, von wo aus wir Lucca und Pisa besuchen wollten. Unser Campingplatz lag auch hier wieder direkt am Meer. Das Personal war superfreundlich und sprach sehr gut deutsch. Leider gab es auch hier viele Mücken, aber ich hatte ja gelernt und war am Platz nur noch langärmlig und -beinig unterwegs. Gegessen haben wir im Vorzelt, da wir kein Risiko mehr eingehen wollten. Als Ausgleich für die Mücken gab es sehr gepflegte Sanitäranlagen, einen Pool (den ich wegen meiner durch Mückenstiche entstellten Beine nicht besucht habe) und den schönsten Sonnenuntergang des Urlaubs.


Tag 16 - Tagesausflug nach Pisa & Lucca
Pisa
Nun habe auch ich ihn gesehen: Den schiefen Turm von Pisa. In Pisa sind alle Sehenswürdigkeiten auf dem Campo dei Miracoli (Platz der Wunder) angesiedelt. Der Turm, der Dom und das Baptisterium.

Campo dei Miracoli
 


Lucca
Nach einem wirklich nur sehr kurzen Besuch in Pisa ging es weiter nach Lucca. Dort lädt die Stadtmauer zum Spazieren ein und die ganze Stadt ist auf Fahrrädern unterwegs. Das Münster der Toskana sozusagen. Und während man in anderen Städten Zeuge des Verkehrschaos wird, ticken die Uhren in Lucca ein bisschen langsamer.

San Michele in Foro
San Martino
Palazzo Pfanner
Tag 17 - Natters
Arrivederci, Italia. Servus, Österreich. Tag 17 war der vorletzte Tag unseres Urlaubs. Nach einer Übernachtung in Natters sollte es zurück in die Heimat gehen. Was uns in Österreich erwarten würde, wäre uns nicht einmal im Traum eingefallen.

Der Campingplatz lag direkt am See und als wir die Rezeption betraten, kamen wir uns vor, wie in einem Hotel. Die nette Empfangsdame erklärte uns, dass wir für einen Aufpreis von einem bis vier Euro auch die Luxusplätze nutzen könnten. Wir waren jedoch schon mit einem Standartplatz zufrieden. Allgemein empfiehlt sich, vor dem Urlaub die ACSI-Card zu erwerben. Damit zahlt man an allen teilnehmenden Plätzen lediglich 16 Euro pro Nacht (ggf. plus Kurtaxe).

Was die restlichen Eindrücke des Platzes und vor allem der Sanitäranlagen angeht, lasse ich Bilder sprechen:




Tag 18 - Home, sweet home
Ein aufregender, anstrengender, aber wunderschöner Urlaub ging zu Ende. Kaum hatten wir die Grenze nach Deutschland überquert, fing es an, in Strömen zu regnen. Gerade noch in der Sonne geaalt, fuhren wir direkt in den Herbst.


Es ist schon seltsam, wenn man den Übergang von einer Jahreszeit in die andere verpasst. Dann muss man sich erst einmal akklimatisieren. Nach ein paar Tagen ist dann aber alles wieder wie immer und der Urlaub scheint schon weit weg. Nur die Wäscheberge erinnern daran. Und wenn man sich die Fotos so ansieht, denkt man "Wow, DAS hast du alles gesehen! Der Wahnsinn."

Mein Fazit für alle, die noch nicht weitergeklickt haben oder eingeschlafen sind: Campen ist super, weil man (besonders als Veganer) immer selbst kochen kann. Und auch wenn es streckenweise anstrengend war, würde ich es wieder tun. Besonders gut haben mir München und die Toskana gefallen. Venedig und Rom, von denen ich mir viel erwartet hatte, haben mich eher nicht überzeugt. Dafür werde ich Florenz und Lucca sicher nicht zum letzten Mal besucht haben.    

Fotos: Alexander Ignasiak


Linksammlung:


München
Yam Vegan Deli

Max Pett

Tushita Teehaus

Dear Goods
http://www.deargoods.com/

Campingplatz

Lago di Ledro
Campingplatz

Verona
Gelateria (Eisdiele)
Corso Porta Nuova, 6 

NaturaSi (Bioladen)
Via C. Pisacane 2
Für weitere Filialen in ganz Italien: www.naturasi.it

Cavallino-Treporti (Nähe Venedig)
Campingplatz

Futa-Pass
Campingplatz

Florenz
Libreria Brac (Bistro)
Via dei Vagellai 18r

Gelateria dei Neri (Eisdiele)
Via dei Neri 22

Perché no (Eisdiele)
Via dei Tavolini 19

Sovicille 
Campingplatz

Le Colombaie Bio (Bioladen)
Strada Provinciale 37 (Nähe Via Giuseppe Mazzini, kurz nach dem Kreisverkehr)

Rom
Gelateria Blue Ice (Eisdiele)
z.B. Piazza di S. Eustachio 47

Vada
Campingplatz

Lucca
Gelateria di Venetina (hat veganes Kokoseis)
Chiasso Barletti 23

Natterer See
Campingpatz


Kommentare:

  1. Cool, ich war auch gerade erst in Rom! :) http://achtungpflanzenfresser.wordpress.com/2012/10/10/rom-italien-vegan/

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  2. Daaaaanke für den tollen Bericht und die wunderschönen Fotos! Da packt einen wirklich gleich wieder das Reisefieber...

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  3. Diese Region ist absolut fantastisch für einen Urlaub. Die Atmosphäre ist unvergesslich! Herzlichen Glückwunsch für eine köstliche Urlaub!

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  4. Der Artikel war sehr schön.
    Ich plane gerade einen "kleinen" Roadtrip durch Italien, vielleicht könntest du mir mit deiner Reiseerfahrung helfen?
    Mich würde interessieren: mit wie viel Kosten muss man denn rechnen (inkl. Benzin-Kosten)? Und wie teuer sind denn in der Regel die Campingplätze?
    Liebe Grüße

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    1. Liebe Jess,
      ich würde schon sagen, dass wir an die 400 Euro für Benzin ausgegeben haben. In Italien war das Tanken leider auch sehr teuer. Dazu haben wir uns selbst verpflegt, hatten viele Vorräte dabei und haben sonst in Bioläden vor Ort eingekauft. Die Plätze an sich waren aufgrund der Nebensaison erschwinglich. Wir haben uns vorher die ACSI-Card besorgt und so maximal 16,00 Euro pro Übernachtung (teilweise zzgl. Kurtaxe) bezahlt: http://www.campingcard.com/de/de/alles-%FCber-campingcard-acsi/uc4-l4-n648/. Wo soll es denn hingehen? Vielleicht kann ich dir ein paar Plätze empfehlen...Fahrt ihr auch mit dem Zelt?
      Ach und Maut muss man auch bedenken. Also ich denke, insgesamt lagen die Ausgaben für fast drei Wochen Urlaub und 2 Personen bei gut 1000,00 Euro.
      Liebe Grüße aus Düsseldorf :)

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    2. Danke, Carina für's schnelle Antworten! :-*

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    3. Danke für die Antwort! Das hilft schonmal sehr weiter. Der Preis hört sich doch ganz erschwinglich an.
      Es steht noch keine Route fest, es ist auch noch offen ob wir Auto oder Fahrrad nehmen (obwohl die Route dann natürlich kürzer ausfallen würde), auch wegen den Benzin-Kosten. Aber Zelt hatten wir schon geplant, ja.
      Ich denke wir würden gerne Florenz, Rom und Neapel mitnehmen aber uns reizen die kleineren Städte fast noch mehr (Pienza sah auf den Bildern ja ganz süß aus?), Autobahn wollen wir nicht allzu viel mitnehmen (außer in Deutschland). Natur soll dabei sein.
      Wir sind noch ganz am Anfang unserer Planung.
      Liebe Grüße

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    4. Obwohl wir Neapel vielleicht weglassen würden, kann sein, dass wir garnicht so weit südlich fahren.

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    5. Florenz ist wirklich wunderschön, ich beneide dich :D Und die kleinen Örtchen in der Toskana auch. Da ist auch nicht so viel los, wie z.B. in Rom, man kann sich entspannt alles ansehen. Meld dich einfach, falls ich noch mit irgendwelchen Infos weiterhelfen kann. Hab ein schönes, sonniges Wochenende!

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  5. Alles sieht sehr lecker, vielen Dank für einen wundervollen Beitrag.

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  6. Hey,

    dein Bericht ist zwar schon etwas älter, aber ich finde ihn klasse. Tolle Fotos und somit auch Eindrücke, die ich gewinnen konnte, ;)

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