Sonntag, 5. August 2012

Familienurlaub in Italien - Gastbeitrag von Anna


Meine Freundin Anna war für ein paar Tage in Italien und ich habe sie gefragt, ob sie uns nicht ein bisschen was darüber erzählen mag. Und da sie sehr, sehr lieb ist, hat sie das auch für mich gemacht. Hier nun ihr Bericht.

Pflichtbewusst wie jedes Jahr, machte ich mich diesen Sommer mal wieder auf, meine Oma in Italien zu besuchen. Zum Glück ist es ja in Italien nicht allzu schwer, als vegan lebender Mensch an jeder Ecke eine leckere Pizza, gegrilltes Gemüse oder Spaghetti mit Tomatensoße zu finden. Nachdem ich jedoch erfahren habe, dass in der Nähe meiner Oma ein kleines vegetarisch-veganes Biorestaurant eröffnet hat, musste ich das direkt einmal testen: La Zuccallegra (zu Deutsch mit „fröhlicher Kürbis“ zu übersetzen).

Reservierung war nötig, wurde uns vorher schon angekündigt. Das muss erwähnt werden, da es wirklich winzig ist und unregelmäßige Gäste sowie Öffnungszeiten hat und sich immer vorbereiten muss, da immer frisch eingekauft wird, vor allem, wenn es um die vegane Küche geht.

La Zuccallegra befindet sich im Souterrain eines der alten Häuser in einer kleinen Seitengasse mitten im Stadtkern von Bracciano (nur wenige Schritte von der Burg entfernt, in der die Hochzeit von Tom Cruise und Katie Holmes stattfand, siehe unten). Es ist klein (nur vier Tische), aber sehr gemütlich. Obwohl man neben den Regalen, in denen einige Bio-Produkte (wie eifreie Mayonnaise, Sojamilch oder auch Wein) für den Verkauf lagern, herrscht in dem kleinen Raum dank warmer Farben und freundlicher Beleuchtung sowie ruhiger Musik eine angenehme Atmosphäre.

Die Besitzer, gleichzeitig auch Bedienung und Köche (bei uns waren ein Mann und eine Frau anwesend, laut Homepage handelt es sich aber um drei Personen) waren sehr bemüht und gut informiert. Gekonnt empfahlen sie uns vorhandenen veganen Wein, auch wenn der rote ein wenig zu warm war (ja, bei den italienischen Temperaturen im Hochsommer kann selbst Rotwein ein wenig Kühlung vertragen). Meine Familie spricht fließend Italienisch, doch für mich packte die freundliche Dame sogar einige Englischkenntnisse aus und erklärte uns vor jedem Gang, was geplant war und erkundigte sich, ob alles in Ordnung ginge.

Als ersten Gang gab es einen grünen Salat verschiedener Sorten mit Weintrauben und einer gefüllten Tomate (die Füllung war eine Art Gemüsesalat mit Mayonnaise).


Es folgte, wie in Italien oft üblich, die zweite Vorspeise in Form von Pasta mit köstlicher Soja-Bolognese. Sehr lecker und in ordentlichem Salzwasser richtig „al dente“ gekocht – wie in Deutschland leider kaum noch zu finden. Die meisten werden nur „deutsche“ Nudeln kennen und sie wohl auch mögen, aber bedauerlicherweise wissen die wenigsten, dass auch Nudeln kochen gelernt sein will. Den Unterschied merkt man erst, wenn man mal so etwas essen durfte, wie ich an diesem Abend in der La Zuccallegra! Vor lauter lauter habe ich glatt vergessen, ein Foto zu schießen. Obwohl der grandiose Geschmack wohl eh nicht an das unspektakuläre Äußere herangekommen wäre.)

Die Hauptspeise war eine gebackene Aubergine mit gebackenen Kartoffelscheiben. Dazu gab es auch selbstgebackenes Brot (wie in Italien üblich recht ungewürzt) mit grünem Paprikamus und eine Art Zucchini-Räuchertofu-Gratin mit Sesam.


Als zweiten Hauptgang wurde uns etwas mit Seitan angeboten, da wir jedoch schon jetzt so gut wie am Platzen waren und nicht auf den Nachtisch verzichten wollten, lehnten wir bedrückt, aber dankend ab. Als Dessert gab es ein selbstgemachtes Tiramisù, das entweder mit Spekulatius oder Lebkuchen oder beidem zubereitet war. Obendrauf geraspelte Mandeln und frische Erdbeeren. Meiner Familie war es zu „weihnachtlich“, mich hat es einfach nur endlos beglückt.


Zwar hatte ich in meiner vierjährigen veganen Laufbahn schon vegane Buffets oder auch ganz normales à la carte-Essen erleben dürfen, doch das war mein erstes richtiges Menü mit mehreren Gängen und so. Und es war einfach perfekt!

Unter diesen Umständen könnte ich mich sogar gut dazu durchringen, meine Oma öfters zu besuchen … allein für diesen Abend hat es sich mehr als gelohnt.

Blick auf die Bracciano-Burg, in der Tom Cruise "seine" Katie geheiratet hat


Adresse:
La Zuccallegra
Ristorante Bio Vegetariano
(Organic Bio Restaurant)
via girolamo tamburri 9
Bracciano (Roma)

www.facebook.com/pages/La-Zuccallegra 

Das Foto oben von mir im weißen Kleid wurde übrigens im "Il Margutta" aufgenommen. Meiner Meinung nach war das Essen ziemlich unspektakulär. Deswegen schreibe ich hierzu nichts. Aber falls es jemanden genauer interessiert, für den finden sich im Netz einige Infos darüber, z.B. hier: www.veganguide.org/place/il-margutta-ristorarte 

Weitere Restaurants in Rom und Umgebung:
http://www.happycow.net/europe/italy/rome/

 

Liebe Anna, vielen Dank für den Bericht und ich wollte Dir noch sagen, der Veganismus hat wirklich mein Leben bereichert. Alleine schon deshalb, weil ich Dich dadurch kennengelernt habe!!! :-*

Kommentare:

  1. Ooooh! Wie lieb von dir! =D

    Zusatz: Bracciano liegt zirka eine Autostunde (40 km) von Rom entfernt.

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