Mittwoch, 25. Juli 2012

Meine persönliche Reise - durch dick und dünn



Es wird mal wieder Zeit, etwas Persönliches von mir zu erzählen. Auch hier geht es um eine Reise, nämlich meinen persönlichen Weg - oder genauer gesagt LEIDENSWEG - durch das Auf und Ab der Pfunde. Es geht es um das leidige Thema Gewicht. Dies ist mein Beitrag zu den aktuellen Diskussionen zum Thema Dicken-Bashing und Fat-Shaming. Krass, dass das überhaupt ein Thema ist und es eigens dafür ausgedachte Begrifflichkeiten gibt.

"Tempus Fugit" hat übrigens eine tolle Aktion dazu gestartet. Jeder soll ihr ein Ganzkörper-Foto von sich schicken, so können wir die Vielfältigkeit von uns Veganern aufzeigen. Denn jeder Mensch ist anders. Das gilt auch für uns. Vielleicht habt Ihr ja auch Lust mitzumachen? Die Aktion ist wie gesagt für ALLE, nicht nur für Moppelchen wie mich ;)



Früher habe ich mir um mein Gewicht irgendwie nicht so viele Sorgen gemacht, denn ich war superschlank. Und das, obwohl ich noch nie Sport gemacht habe. Und obwohl ich ca. 1 Liter Cola am Tag getrunken habe :/ Ganz abgesehen, dass ich schon immer eine Süßschnute war und eine absolute Schokoholikerin. Ich war früher nie dick, weder als Kind noch als Teenager. 

Einschulung 1984
Ich mach mir die Welt wiedewiedewie sie mir gefällt ;)
Und trotzdem hat man als Teenager oft Hänseleien ertragen müssen wegen unterschiedlichen Dingen, manchmal auch wegen meiner Figur. Leider war ich in diesem Alter noch nicht selbstbewusst genug, um da drüber zu stehen. Viele Unsicherheiten haben sich festgesetzt und sind bis ins junge Erwachsenenalter geblieben (unabhängig davon, wieviel ich tatsächlich gewogen habe). Im Alter von 19 Jahren hatte ich Kleidergröße 36, bzw. S. Aber es hat sich für mich nicht so angefühlt.

Sommer 1997 (das war die Zeit, in der ich soviel Schoki gegegssen und Cola getrunken habe!)

Mit 20 habe ich dann beschlossen, kein Fleisch mehr zu essen und ab diesem Zeitpunkt habe ich angefangen zuzunehmen. Ich hatte mich wie gesagt nie mit Ernährung oder Kalorien beschäftigt und habe mich dann nur noch von Beilagen mit Soße und vielen Fertiggerichten ernährt. Ich war so ein richtiger "Puddingvegetarier". Sport hatte ich ja auch nie großartig gemacht und so kam es, wie es kommen musste, ein Kilo nach dem anderen setzte sich an mir fest.

Zwischendurch habe ich ab und zu mal eine Diät gemacht, die auch ganz gut angeschlagen hat (2002 habe ich 13 kg verloren und 2008 dann 12 kg). Aber die Kilos lieben mich und so kamen sie immer wieder nach Beendigung der Diät zu mir zurück. Manchmal haben sie auch ein paar Freunde mitgebracht, ich denke im Volksmund nennt man das Jojo-Effekt. Ich habe mich nie wirklich wohl in meinem Körper gefühlt, weder als ich schlank war noch später, als ich stetig weiter zugenommen habe, hier und da mal eine Diät gemacht habe und dann doch wieder dicker geworden bin.

2005 war auch wieder so ein Jahr, in dem ich ein paar Kilo abgenommen hatte und dachte, vielleicht bekomme ich mein Gewicht endlich in den Griff. Doch am Ende des Jahres bin ich krank geworden und bekam wegen einer Entzündung im Rückenmark eine Woche lang stationär Kortison-Infusuinen. Da man damit auch nach einer Therapie nicht einfach wieder aufhören kann, musste ich danach noch 3 Wochen am Stück Tabletten nehmen, um die Kordisondosis nach und nach zu verringern und schließlich ganz abzusetzen. In dieser Zeit habe ich extrem viel zugenommen und zwar nicht nur Wasser, sondern durch die Tabletten hatte ich extremen Heißhunger und litt unter Schlaflosigkeit. Das Resultat davon war, dass ich eigentlich ständig Hunger hatte und durch die Schlaflosigkeit nicht nur tagsüber, sondern auch nachts sehr viel gegessen habe. Nachdem ich wieder gesund war, konnte ich das auch nicht so einfach wieder abstellen. Mein Körper hatte sich an das viele Essen gewöhnt und wollte davon immer mehr. Außerdem wollte ich es mir richtig "gut gehen lassen", als ich wieder gesund war und hatte keine wirkliche Lust, mich einzuschränken.

Zumindest kam ich in dieser Zeit mit meinem Mann zusammen, was mir sehr viel Kraft gegeben hat und ich mich zum ersten Mal richtig wohl gefühlt habe. Mein Mann ist keiner von der Sorte, der auf Dicke steht. Er hat sich also nicht in mich verliebt, weil ich dick bin und auch nicht trotzdem - sondern GENAU SO WIE ICH BIN! Und dieses Gefühl war für mich komplett neu. So habe ich gelernt, mich immer mehr auch selbst zu lieben. Ich habe wieder ein paar Kilo verloren, ohne großartig etwas dafür zu tun. Einfach so.

Frühling 2006
Als mein Opa 2006 an Krebs erkrankt ist, habe ich mich dann schon mehr mit dem Thema gesunde Ernährung auseinander gesetzt. Wir kaufen seitdem fast nur noch Bio. Weißmehl exisitiert in unserer Küche nicht mehr, wir haben zuhause komplett auf vollwertige Kost umgestellt. Und wir haben beide mit dem Rauchen aufgehört. Hört sich alles super an, aber das Resultat war auch hier wieder eine Gewichtszunahme. Und nicht zu knapp. Ich habe zu diesem Zeitpunkt aufgehört, mich zu wiegen.

Sommer 2007 in Hamburg
Von 2007 bis 2010 habe ich wieder die Schulbank gedrückt, ich habe nämlich an der Abendschule meinen Betriebswirt gemacht. Ich hatte 3-mal die Woche Abendschule im 45 km-entfernten Landau (insgesamt 16 Stunden die Woche + die Zeit, die ich zum Lernen gebraucht habe). In dieser Zeit hatte ich fast keine Zeit für Freunde, familiäre Verpflichtungen oder Dinge wie Sport oder in Ruhe essen. Klar ist das alles eine Frage der Prioritäten und man kann mir vielleicht vorwerfen, dass das alles nur Ausreden sind. Aber dadurch, dass mein Mann Schicht arbeitet, haben wir uns durch die Abendschule manchmal tagelang nicht gesehen und nur am Telefon gesprochen. Und ich bin immer direkt nach der Arbeit nach Landau gefahren und kam abends erst gegen 22.00 Uhr nach hause. Gegessen habe ich zwischendurch mal schnell und ab und zu auch erst, wenn ich spät abends heimgekommen bin. Einkaufen, Kochen, Gemüse  oder Obst schnippeln, Salat für unterwegs vorbereiten - keine Zeit! Mein Speiseplan bestand eher aus süßen Teilchen vom Bäcker, belegten Brötchen und Country Burger mit Pommes vom Burger King (der ganz neu gegenüber von meiner Schule eröffnet hatte). Ich kann eigentlich von Glück sagen, dass ich nicht noch mehr zugenommen habe, als ich es ohnehin getan habe. Irgendwo habe ich gelesen, dass das Gehirn 90% der Energie des Körpers verbraucht. Also ich kann bestätigen, dass ich zu dieser Zeit durch die geistige Arbeit mehr Hunger hatte als normal. Aber dass ich mehr Kalorien verbraucht habe, würde ich so nicht unterschreiben.

2008 haben wir dann geheiratet (also kamen zu meinem Job und der Abendschule noch Hochzeitsvorbereitungen, mein 30. Geburtstag und unser Polterabend hinzu). Trotz Stress und wenig Zeit haben wir vor der Hochzeit dann aber beide ziemlich viel abgenommen, und zwar mit "Schlank im Schlaf". Diese Diät fand ich sehr einfach einzuhalten (da ohne Kalorien zählen) und außerdem durften wir ja weiterhin alles essen, es kam eben nur darauf an, WANN wir es gegessen haben ;)

Juni 2008
Direkt nach der Hochzeit waren wir 1 Woche in Kroatien (Bericht hier) und ich musste mich mangels vegetarischem Angebot von Keksen, Nudeln und Pizza ernähren. Und schon ging es wieder los mit dem Jojo-Effekt. Es ist wirklich eine never ending story :/ 

2010
Nun lebe ich seit August 2011 vegan. Zu Anfang habe ich recht schnell 4 Kilos verloren. Aber ich weiß ja nicht, wie das bei anderen Veganern ist - ich jedenfalls hatte irgendwie das Bedürfnis, mir selbst und anderen zu beweisen, dass man auch als Veganer auf nichts verzichten muss. Und das habe ich recht fleißig umgesetzt. Denn sobald ich mich eingewöhnt hatte, habe ich angefangen, vegane Schokolade zu bestellen und es gab Veggie Burger, Seitan-Döner, vegane Cupcakes etceteraetceteraetcetera. Schließlich musste alles ja mal probiert werden. Und ich bin nun mal ein Genussmensch.

Februar 2012, Veggieworld Wiesbaden
März 2012, Cakes 'n' Treats Dortmund
Ich wurde auch allgemein viel experimentierfreudiger und habe mehr und mehr neue Lebensmittel und Gerichte ausprobiert. Nach fast einem Jahr bin ich gewichtsmäßig wieder da, wo ich angefangen habe. Aber ich sehe es mal positiv, denn ich habe nun seit über einem Jahr mein Gewicht gehalten. Und genau da lag ja in der Vergangenheit mein größtes Problemen. Ich konnte zwar abnehmen, aber das Gewicht nicht halten. Außerdem fühle ich micht fit und besser als jemals zuvor. Ich bin mit mir selbst im Reinen und habe einen wundervollen Mann an meiner Seite. Wir machen zwar keinen Sport, aber wir sind nicht träge und hängen nur rum. Wir gehen spazieren, sind viel unterwegs, treffen uns mit Freunden, gehen auch sehr gerne essen. Wir machen Ausflüge und Wochenend-Tripps und auch im Urlaub liegen wir nicht nur am Strand rum, sondern sind ständig irgendwas am Machen. Und dass ich 3 Jahre lang eine kräftezehrende Weiterbildung gemacht habe, spricht wohl auch dafür, dass ich keine faule Socke bin, die nur Couchsurfing betreibt und am Chips futtern ist. Ich lasse mich auch nicht gehen, ich mag schöne Klamotten und ich bin eitel. Ungeschminkt würde ich nie vor die Tür gehen ;)

Aber ich passe da eben einfach nicht ins vegane Klischee. Schon blöd - also nicht für mich, sondern für das Klischee :D  Denn wie ich schon geschrieben habe, habe ich mich ja weder schlank noch dick jemals wirklich gut gefühlt und musste mir auch dumme Sprüche anhören, als ich nicht übergewichtig war. Und nun habe ich Energie zum Bäume ausreißen und bin superaktiv. Ich fühle mich sauwohl und gefalle mir.

Ich lasse mich jetzt jedenfalls nicht beirren, mache weiter wie bisher, will sogar langsam den Rohkost-Anteil meiner Nahrung erhöhen und auf den Zucker immer mehr und mehr reduzieren. Einfach für ein besseres Wohlbefinden und nicht zum Abnehmen. Wenn ich auf lange Sicht etwas abnehme, dann ist mir das sehr willkommen. Aber ich lege es nicht darauf an. Und ich lasse mir nicht einreden, hässlich zu sein oder weniger gesund als ein schlanker Raucher, der jeden Tag Fleisch isst. Dafür bin ich mittlerweile zu selbstbewusst und zu sehr überzeugt von der veganen Ernährung und allem anderen, was ich tue. Sicher kommt sehr oft noch das unsichere Mädchen bei mir durch. Aber ich versuche, nicht auf sie zu hören. Ich weiß, wer ich bin und ich finde mich in Ordnung.Klar habe ich wie alle anderen auch ein paar Problemzonen, die mich stören. Aber im Großen und Ganzen bin ich schon zufrieden.

Warum ich Euch das alles erzähle? Ich will zeigen, dass dick nicht gleich faul, träge, ungesund oder unansehnlich bedeuten muss. Nicht jeder, der dick ist, ist frustriert und stopft unkontrolliert alles in sich hinein. Ich will mich nicht dafür rechtfertigen, warum ich so aussehe wie ich aussehe, denn ich fühle mich nicht unattraktiv. Aber es gibt so viele Vorurteile gegen Dicke, dabei ist nicht jeder Mensch gleich. Egal ob dick oder dünn.

Sehr oft wird vegan außerdem im Moment im gleichen Atemzug mit schlank und fit genannt, quasi als Wunderdiät. Das ist ziemlich nervig, womit ich aber natürlich nicht die Leistung derer schmälern möchte, die tatsächlich mit dieser Ernährungsform ganz toll abgenommen haben.

Vielleicht kann ich ein paar Menschen mit Vorurteilen zeigen, dass es unterschiedliche Gründe für Übergewicht gibt und man nicht alle in eine Schublade stecken sollte. Und eventuell kann ich anderen Übergewichtigen Mut machen? Man muss sich nicht zuhause verstecken, wenn man ein paar Kilos zuviel hat. Rund und gesund kann funktionieren.

Zum Schluss noch ein kleines Rätsel für Euch:

Finde den Fehler:
- ich bin ich
- ich lebe vegan
- ich habe Übergewicht
- ich bin nicht hässlich 
- ich habe Spaß am Leben
- ich lebe gesund
- ich bin glücklich 

Na, habt Ihr den Fehler gefunden? Nein? Tja, dann habt Ihr Recht!

Juli 2012

P.S. Danke mein Schatz, dass ich so sein darf wie ich bin mit all meinen Macken und dass Du mich immer unterstützt bei allem - egal ob damals, als ich krank war, der Stress mit der Abendschule, meine Entscheidung vegan zu leben, mein Blog... Du bist der Beste!

P.P.S. und Nachtrag vom 31.07.2012: hier der fertigel Artikel von Temus Fugit mit dem tollen Titel Zeigt her eure Körper! Jetzt erst recht :D:
http://o-dulce-nomen-libertatis.blogspot.de/2012/07/zeigt-her-eure-korper-jetzt-erst-recht.html

Kommentare:

  1. Danke für den persönlichen Einblick :) - musste beim Lesen manchmal schmunzeln, weil ich mich selbst wiedererkannt habe und es mir ähnlich geht.

    Ich find das übrigens toll, dass Du so bist wie Du bist!

    LG aus Bayern
    Alice

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  2. Toller und sehr persönlicher Bericht, liebe Linda! Vielen Dank dafür - und sehr schade, dass wir uns im Februar noch nicht in Wiesbaden getroffen haben. Viele Grüße, Katrin

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  3. aaaaaaaw, das ist der beste Artikel, den ich innerhalb der letzten Wochen gelesen habe ♥
    Genau darum geht es: dass man mit sich selbst im Reinen ist!!
    Einfach ein TOLLER Artikel, wirklich!! Ich bin begeistert!

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  4. finde ich toll den Bericht. Und sowas ist sehr sehr wichtig.

    (aber nur so kurz: so weit ich weiß, von den studien her, funktioniert auch schlank im schlaf nur durch "weniger kalorien" und durch nichts anderes magisches. Ich will nur nicht, dass irgendwer denkt, dass sei etwas anderes als eine Marketing-Diät-strategie)

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    1. Hallo Lea,

      aus irgendeinem Grund ist Dein Kommentar im Spam-Ordner gelandet und ich habe es heute erst entdeckt. *ups*

      Schlank im Schlaf funktioniert grob erklärt so, dass man nur 3-mal am Tag ist und zwischendurch 4-5 stündige Pausen einhält. Morgens sollte man kein tierisches Eiweiß zu sich nehmen (was als Veganer ja ziemlich einfach einzuhalten ist), mittags kann man quasi alles essen und abends soll man auf Kohlehydrate verzichten.

      Das war für mich sehr einfach einzuhalten, da ich wie gesagt keine Kalorien zählen musste. Aber natürlich nimmt man insgesamt automatisch weniger Kalorien zu sich. Aber Punkte zählen wie bei Weight Watchers oder so mit Lebensmitteln abwiegen wäre für mich ein absoluter Horror ;)

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  5. Hut ab vor deiner Offenheit! Ich finde mich in vielem wieder und muss sagen - die Vorurteile nerven echt.
    Besonders bescheuert ist es, wenn Leute mir nicht glauben, dass ich Veganerin bin, nur weil ich eben etwas dicker bin -frei nach dem Motto "Das kann doch gar nicht sein!"
    Aber das ist schon alles der richtige Weg, du!
    Please keep up the good work! :)

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  6. Ihr seid toll! Ich habe noch nie so schnell so viel positives Feedback auf einen Blogpot bekommen ღ

    Wer wohl "Anonym" ist? ;)

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  7. Toller Bericht, du sprichst mir aus der Seele! Wie oft ich mir anhören muss, ich könnte ja gar nciht vegan leben, so wie ich aussehe.... -.- Danke für den super Bericht!

    Liebe Grüße
    Joanna

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  8. Als Genussmensch solltest Du und Dein Mann mal nach Saarbrücken kommen ;)
    http://tvg-veggie-brunch.jimdo.com/


    "Sehr oft wird vegan außerdem im Moment im gleichen Atemzug mit schlank und fit genannt, quasi als Wunderdiät. Das ist ziemlich nervig,[..]"

    Finde ich auch. "Schlank und fit" ist natürlich auch eine nicht zwangsläufige Kombi.. ;)

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  9. Ach, das war schön zu lesen! :)
    Und ich kann dir beipflichten: Ich mus auch beweisen, dass der Veganer auf nix verzichten muss (nomnomnom)... Aber mein Stoffwechsel funktioniert glücklichweise (noch) sehr gut. ;)
    Und übrigens: Ich finde, deine Frisur steht dir total super! :)

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  10. Wow, das ist wirklich ein super Artikel, der mir 100% aus dem Herzen spricht. Denn mir geht es da wie dir: Ich bin vegan, dick, glücklich und bis über beide Ohren verliebt. :D

    Ich kann alle deine Aussagen nachvollziehen, denn mir ging es ähnlich. Angefangen bei der "schlanken" Kindheit, über die blöden Kommentare, die man sich trotz dünnem Körper anhören musste bis hin zu der Zunahme und den Gewichtsschankungen.

    Seit ich vegan lebe, habe ich wieder 10 kg zugenommen, einfach weil ich austesten wollte. Ich glaube ich habe in der ersten Woche 10 verschiedene, vegane Pralinensorten ausprobiert. :D
    (Und das alles obwohl ich dank meiner Hündin 3 Stunden pro Tag wandern gehe ;))

    Mittlerweile hat sich mein veganes Essverhalten eingependelt. Ich habe gemerkt was mir und meinem Körper gut tut und siehe da, ich habe im letzten Monat wieder 2 kg abgenommen, ganz ohne groß etwas zu tun.

    Vielen dank für diesen tollen Artikel, liebe Linda,
    und Liebe Grüße
    auch von einer Linda! ;D

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  11. Ich finde deinen Bericht auch richtig toll! Denn egal wie man aussieht, es ist das Wichtigste, dass man sich selbst mag. Außerdem magst du vielleicht für die Außenwelt ein paar Kilo zu viel auf die Waage bringen, aber dafür hast du ein sehr hübsches Gesicht und machst was aus dir :) Und das hat nicht jeder, selbst wenn er/sie vielleicht noch so schlank ist.

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  12. Ich lese dich immer gerne, liebe Linda, aber diesmal hab ich mich fast ein bischen in dich verliebt.
    Danke für soviel Offenheit und auch viele Grüsse an Andreas, ihr seid ein tolles Paar!

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  13. Wow Linda, ich bewundere Deinen Mut über so ein privates Thema so öffentlich zu sprechen.
    Und ich bewundere Deine positive und lebensbejahrende Einstellung und die ist einfach so super smpathisch.
    Man ist mit sich selbst immer so kritisch und denkt, dass andere Menschen auch so kritisch sehen und auf jedes Kilo achten. Aber man nimmt doch andere Menschen immer als Ganzes wahr, Persönlichkeit, Ausstrahlung, Optik, Lebenseinstellung, etc. das alles zusammen macht einen aus und nicht nur ein einziger Teilbereich und dann auch noch so was unwichtiges wie das Gewicht. Wem ist nicht jemand der ein paar Kilos zu viel auf den Rippen hat, aber ein guter Mensch ist lieber, als eine dürre egoistische Meckerzicke!
    Natürlich gibt es auch oberflächliche Menschen, die nur auf die optik gucken, aber die sind doch eh doof und die sollte man sowieso meiden.

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  14. Wow, ich bin wirklich hin und weg, wie lieb Ihr alle seid und was für ein tolles Feedback ich bekomme!

    Klar ist es ein persönliches Thema, aber da es vielen Menschen ähnlich geht, ist es meiner Meinung nach nicht mehr privat, sondern MUSS öffentlich gemacht werden.
    Und da ich weiß wie es ist, schlank zu sein und dass man da auch blöde Sprüche ertragen muss, stehe ich da wirklich mittlerweile drüber. Die Leute haben immer was zu meckern, deshalb ist es so wichtig, mit sich selbst im Reinen zu sein.

    Und niemand fühlt sich zu 100% wohl in seinem Körper. Ich kenne auch mehrere Frauen, die sehr schlank sind und ihren Körper auch nicht mögen und von der ein oder anderen habe ich auch schon gehört, dass sie sich auch schon sagen lassen musste, sie sei zu DÜNN. Unmöglich, so ein Verhalten! Und wer denken die denn bitte zu sein, sich so ein Urteil bilden zu dürfen? Zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein? Da kann ich gar nicht genug fressen wie ich gerne kotzen würde - um es mal so direkt zu sagen :D

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  15. danke für diesen ehrlichen und klaren bericht. erlebst du denn auch heute noch manchmal hänseleien/pöbeleien? eigentlich sollte es sowas bei erwachsenen menschen ja nicht geben.

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  16. Ich weiß, dass andere auch im Erwachsenenalter noch mit so etwas zu kämpfen haben. Oder ich erlebe auch, dass man sich in meinem Beisein über andere Dicke hinter deren Rücken lustig macht.

    Auf meine Person gerichtet, erlebe so etwas zum Glück nicht mehr. Vielleicht hat sich aber auch einfach meine Wahrnehmung geändert und wenn mal ein Witzchen auf meine Kosten gemacht wird, empfinde ich es tatsächlich als Witzchen und nicht so, dass sich jemand über mich lustig macht. Es hängt wirklich auch viel von der eigenen Einstellung dazu ab. Leute, die sich über andere lustig machen, sind selbst doch auch unsicher und suchen sich jemand Schwächeres aus. Und wenn man selbstbewusst auftritt, wird man eher in Ruhe gelassen denke ich.

    Aber ab und zu werde ich z.B. gefragt "Was hast Du denn da alles zum Essen dabei, hast Du was Größeres vor?", wenn ich zig Tupperboxen mit zur Arbeit bringe. Dass da (vor allem jetzt im Sommer) viel Rohkost und frisches Obst drin ist, sieht man ja nicht. Aber auch da stehe ich drüber. Zum Glück bin ich ja auch nicht auf den Mund gefallen und kann auch verbal gut austeilen ;)

    Ich habe den Artikel wie gesagt auch nicht für mich geschrieben, da es für mich kein wirkliches Problem aktuell ist. Aber ich lese und höre eben andauernd, dass andere Probleme damit haben.

    Und ich muss wirklich sagen, dass ich als junges, unsicheres, schlankes Mädchen öfter gehänselt wurde und je dicker, aber selbstbewusster und wordgewandter ich geworden bin, desto mehr habe ich positive Reaktionen von anderen Menschen bekommen. Ich kriege auch sehr oft Komplimente zu meinem Äußeren wie z.B. schöne blaue Augen, tolle Haut oder wenn ich neue Klamotten habe. Ich glaube fest daran, wenn man anderen Menschen positiv und freundlich begegnet, dass Gleiches wieder zurück kommt.

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  17. Ich danke dir für diesen Blogeintrag liebe Linda. Bin gerade richtig gerührt :-* Weil ich es immer wieder toll finde, wenn Menschen so ehrlich sind.

    Liebe Grüße (auch an deinen tollen Andreas),
    fühlt euch beide gedrückt von mir,
    die Claudi

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  18. Ihr beiden seht so schön und glücklich zusammen aus!
    Love it...

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  19. Wow - was ein tolles, rührendes aber auch aussagekräftiges posting <3
    Toll :D

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  20. hi, hattes es einen grund, dass du meinen kommentar nicht veröffentlich hast?

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    1. Hallo Lea, was für ein Kommentar? Ich habe alles freigeschaltet und da war leider nix von Dir :/

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  21. Es ist toll, dass du etwas schreibst, was sich soviele nicht trauen würden, mich eingeschlossen, die ich auch schon viele Jahre eine auf- und ab-Karriere hinter mir habe. Nach 20 Jahren Essstörungen verschiedenste Art, angefangen im Alter von 3-4 Jahren, bin ich beim Veganismus nun zu Hause. Wenn Veganismus uns Gesundheit bringen kann, dann darf man auf jedenfall seinen positiven Einfluss auf unseren Geist und die Seele vergessen!
    Danke für deine Geschichte!
    Alles gute,
    Isadora

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  22. Hallo,
    wunderbar was du dort geschrieben hast, und vor allem Wahnsinn, das hätte ich sein können. Erst immer schlank, mit 19 Kleidergröße 36 und Vegetarierin werden und trotzdem Beleidigungen hören, dann zunehmen und dann das ständige Auf- und Ab. Nur habe ich noch nicht gelernt so selbstbewusst zu sein wie du.
    Du wärst eine perfekte Freundin.

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    1. Wenn man begreift, dass man die anderen nicht ändern kann, nur seine eigene Einstellung, dann kann man das eher ausblenden, was andere so reden ;) Ich wünsche Dir viel Kraft weiterhin!

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